Tupoka Ogette: Ich glaube nicht, dass wir einfach nur zufällig da sind

Shownotes

In der 68. Folge von „Über das Ende“ spricht Konstantin Sacher mit Tupoka Ogette. Die Autorin gibt Trainings gegen Rassismus und spricht in ihrem Podcast „TUPODCAST“ mit Schwarzen Frauen über ihr Leben, Wirken und Sein in Deutschland. Sie selbst wurde 1980 in Leipzig geboren, als Tochter einer weißen Deutschen und eines dunkelhäutigen Tansaniers. Kurz vor der Wende verließen sie und ihre Mutter die DDR und zogen nach West-Berlin.

Im Gespräch berichtet Tupoka Ogette, wie sie diese Erfahrungen immer noch prägen.

Es geht um Kirche und Kolonialgeschichte und die Ambiguität des Lebens. Es geht um den Tod seines Vaters, die Verbindung zu den Vorfahren, um Gebet und Glauben sowie um die Hoffnung auf ein Wiedersehen nach dem Tod. Und er erklärt, warum er fest davon überzeugt ist, dass am Ende das „Wir“ gewinnt.

Das Gespräch wurde im Juni 2026 aufgenommen.

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Was erfährt man über das Leben, wenn man über den Tod nachdenkt? Das fragen die „Über das Ende“-Hosts Konstantin Sacher und Julia Schnitzlein spannende Menschen im Podcast. Wir freuen uns, wenn Sie zuhören!

Transkript anzeigen

00:00:00: Ich bin sehr, sehr schwer erkrankt und bin fast gestorben.

00:00:05: Also ich hab Missbraucherlebnatorterfahrungen, viele Rassismuserfahrung, sexualisierte Gewalt-, Gewaltbeziehung aber auch ganz viel Schönes erlebt!

00:00:15: Ich habe unfassbar tolle Freundenschaften.

00:00:18: Ich hab die Liebe meines Lebens gefunden.

00:00:21: sie liebt mich zurück.

00:00:23: Meine Baby auf jeden Fall jemand der mich immer begleitet.

00:00:26: also wo ich das Gefühl habe, die ist jetzt auch gerade hier Während wir hier reden.

00:00:32: Und mit dem Tod,

00:00:33: so ganz immer nennt in einer meiner allerwichtigsten Verbindungen meines Lebens, ja hat dieses Thema einfach sehr krass in mein Leben noch mal geholt.

00:00:42: Ich glaube nicht dass es so ist das wir einfach zufällig wie sind halt da und dann sind wir weg und danach is nix.

00:00:48: also das glaub ich nicht.

00:00:50: Das zieht sich irgendwie durch meinen Leben Dass beeindruckende Frauen mich begleiten Sei es spirituell oder sei es

00:01:00: einfach wirklich faktisch.

00:01:02: Hallo und herzlich willkommen zur neuen Folge von Über das Ende!

00:01:05: Mein Name ist Konstantin Sacher, ich bin Redakteur von Christmann und spreche mit interessanten Menschen über den Tod und den Sinn des Lebens.

00:01:11: Und heute mit Dupokko Okette.

00:01:13: Schön dass du unser Gast bist.

00:01:15: Dankeschön, dass ich hier sein darf.

00:01:18: Wir haben immer die erste Frage, die gleich ist für alle und die lautet Wann hast Du denn das letzte Mal an Deinen eigenen Tod gedacht?

00:01:24: Ich wusste, dass du das fragen wirst.

00:01:26: Deswegen habe ich überlegt, sage ich jetzt die Wahrheit oder nicht?

00:01:30: Das will ich aber jetzt wirklich einfordern!

00:01:32: Ja,

00:01:32: ja.

00:01:33: Nee, werde ich auch.

00:01:35: Tatsächlich denke ich eigentlich fast jeden Tag an einen eigenen Tod vor allen Dingen in den letzten zwei Jahren.

00:01:42: Also vielleicht ist jeder Tag bisschen übertrieben, aber bestimmt mehrmals die Woche Und natürlich in Antizipierung dieses heutigen Gesprächs, heute Morgen bei meinem Morning Walk.

00:01:53: Ich mache jeden Morgen so einen direkt nach dem Aufstehen dreißigminütigen Morning Walk fünfzehn Minuten in eine Richtung, fünfzehnt zurück egal wo ich bin, egal wie es mir geht und auf diesem Walk kommen natürlich viele Gedanken hoch und da habe ich auch daran gedacht.

00:02:09: Warum denkst du jeden Tag an den Tod?

00:02:11: Ist das oder anders gesagt gibt es einen bestimmten Anlass dazu?

00:02:16: Ja, also wenn ich jetzt auf der Metaebene würde ich sagen an Toni Morrison denken und gesagt wir sterben.

00:02:22: Das ist der Sinn des Lebens.

00:02:24: Der sind unterschiedliche Dinge.

00:02:25: Also das eine ist... Ich habe ja mein Memory rausgebracht im Februar trotzdem zu Hause wo ich sehr viel in die Vergangenheit gegangen bin.

00:02:36: Das liegt in der Natur der Sache, wenn man ein Memor schreibt und ich habe das begonnen zu schreiben mit einer hohen Dringlichkeit weil meine Mama mit der ich sehr eng bin, die nur achtzehn Jahre älter ist als ich, weil sie mich sehr jung bekommen hat eine sehr... jetzt fällt mir nur das englische Wort devastating.

00:02:57: Krebsdiagnose bekommen hat Und das Thema Tod Ja, im Raumstand.

00:03:04: Und viel früher als wir geglaubt hatten in unserer Mutter-Tochterbeziehung.

00:03:10: Diese Konfrontation mit dem Sterben und mit dem Tod, so ganz immer nennt in meiner allerwichtigsten Verbindung meines Lebens hat dieses Thema einfach sehr krass in mein Leben noch mal geholt und auf interessante Artenweise.

00:03:27: Also ... natürlich verbunden mit viel Angst und mit viel Hilfslosigkeit.

00:03:33: Aber auch, es hat irgendwie so eine Art Riesen-Lupe auf das Leben gelegt.

00:03:38: Und ganz schnell klargemacht was zählt... ...und was überhaupt nicht!

00:03:44: Was wichtig ist und was mir gar nicht wichtig ist.

00:03:48: Es hat kleine Momente ganz groß gemacht.

00:03:51: Das hat mich in den letzten Jahren viel

00:03:53: beschäftigt.".

00:03:54: D.h.,

00:03:55: dieses täglich an den Toddenken war nicht schon immer so?

00:04:00: Ja, also Jein würde ich sagen.

00:04:02: Also mit zehn Jahren war ich in Tanzania das erste Mal und hatte dort neben einer ganz wunderbaren und wichtigen Zeit für mich eine Nahtoderfahrung.

00:04:13: Ich bin sehr schwer erkrankt und bin fast gestorben im Krankenhaus.

00:04:20: War sehr alleine wenn meine Mutter nicht da war, mein Vater nicht da unterschiedlichen Gründen.

00:04:25: Das kann man an einem Memor nachlesen und ich glaube, das hat dazu geführt oder ich weiß, dass es dazu geführte, dass ich so eine Art Krankheitsangst entwickelt habe.

00:04:35: Und ich glaube schon, dass deswegen das Thema Tod oder das Thema Sterben irgendwie schon auch lange mich begleitet und Kinder kriegen.

00:04:46: also Ich hab mit achtzehn meinen ersten Sohn bekommen und du hast auch Kinder.

00:04:50: wir haben jetzt gerade im Vorgespräch darüber gesprochen.

00:04:53: Das macht einen ja total verletzlich auch noch mal.

00:04:56: Auch das eigene Leben irgendwie nochmal so ganz fragil und dann läuft dein eigenes Herz plötzlich da in der Welt rum, diese Angst ... Ich hab zwei Kinder mit großem Abstand, zwölf Jahren Abstand zwischen beiden.

00:05:11: Ich habe immer dieses Gefühl, hoffentlich lebe ich so lange, dass sie soweit sind, dass ich gehen kann und sie okay sind damit.

00:05:21: Man ist nie okay damit.

00:05:22: aber

00:05:25: Ja, also an den Gedanken kann ich sehr intensiv andocken.

00:05:28: Also haben wir auch schon oft in dem Podcast mit unterschiedlichsten Menschen drüber gesprochen und du hast schon so viele Sachen gesagt, an die wir jetzt gleich auch im Gespräch andockern können.

00:05:36: aber ich möchte erst nochmal für unsere Hörerinnen und Hörere vorstellen, mit wem wir heute sprechen?

00:05:42: Für alle, die es nicht wissen wer Toboko Kettis ist!

00:05:45: Sie ist Autorin und wahrscheinlich Deutschlands bekannteste Antiracismus-Trainerin.

00:05:50: sie hat das Buch geschrieben Exit Racism Rassismus kritisch denken lernen und ist mir zum ersten Mal begegnet im Bezug auf den Begriff Happyland, dem jemand erklärt hat.

00:06:02: Und ich bin mich dabei sehr ertappt gefühlt bei dem Begriff.

00:06:07: Happyland wenn es jetzt richtig wiedergebe ist sozusagen ein imaginärer Ort in dem sich Menschen begeben die sagen Rassismus ist kein Problem und die auch sagen können Rassisten muss kein Problem weil sie selbst nicht unter Rassistmus leiden die daraus sozusagen schließen, das ist allgemein kein Problem.

00:06:24: Und es ist aber ein imaginärer Ort, was eben bedeutet Menschen, die Rassismus erfahren wissen, dass gibt es nicht dieses Happyland.

00:06:30: und als jemand der aus einer Familie kommt wo auch ich zumindest bewusst keinen Rassismus ausgeübt wird habe ich mich da schon ertappt gefühlt, weil ich das auch so gedacht habe.

00:06:40: also für mich war das ein bisschen Augenöffnet dieser Begriff.

00:06:44: Aber jetzt geht es vielleicht auch um Rassismus, aber nicht im Fokus zumindest um Ressismus.

00:06:49: Denn Topoka Oket hat ein anderes Buch noch geschrieben da haben sie ja gerade oder hast du ja grade schon darüber gesprochen trotzdem zuhause ein Memoir und es ist für jemanden der wie ich eine langweilige Biografie hat faszinierend berührend und auch bisschen beängstigend was für unglaubliche Dinge schon in deinem Leben passiert sind.

00:07:09: Darüber können wir jetzt über das alles sprechen Und ich wollte am Anfang so ein paar Rahmendaten geben um den Hörerinnen und Hörern seinen Gefühl zu geben, also du wurdest in Leipzig geboren.

00:07:20: Dein Vater war damals in der DDR als Student in Landwirtschaft, kommt eigentlich aus Tanzania.

00:07:28: Deine Mutter ist Mathematikstudentin gewesen und außer einer Leipziger-Familie.

00:07:32: Und dann hast Du in Leibzig gelebt und bis kurz vor der Wende mit deiner Mutter ausgereist aus der DDR nach Berlin, nach Westberlin.

00:07:40: und dort lebst Du mit verschiedenen Stationen jetzt wieder und da sitzen wir uns auch entgegen Richtig.

00:07:45: Noch mal schön, dass du unser Gast bist!

00:07:47: Dankeschön.

00:07:48: Warum hast Du mit Anfang Mittevierzig ein Memoir gesprochen?

00:07:53: Ja aber

00:07:54: ich weiß nicht wann Du angefangen hast.

00:07:55: Deswegen dachte ich, ich sage mal Anfang MitteVierzig, bis Du auf die Idee gekommen war mein Memoir zu schreiben.

00:08:00: ist jetzt nicht das typische Alter würde ich sagen dafür.

00:08:02: Das ist total spannend, dass Du das sagst weil ... Im deutschen Kontext begegnet mir das, was du jetzt sagst ganz oft.

00:08:09: Weil wir irgendwie so glauben Memoiren ist etwas.

00:08:12: Da gehst du am Ende des Lebens, schaust du gediegen zurück und guckst dann chronologisch einmal durch.

00:08:17: Im englischen Kontext auf dem englischem Buchmarkt ist Memoir auch ein eigenes Genre – was es in Deutschland gar nicht ist!

00:08:25: Und wenn man guckt, was die Definition von Memor, dann ist es eigentlich ein bestimmter Abschnitt eines Lebens nur.

00:08:33: Es muss überhaupt nicht das ganze Leben sein, es muss gar nicht chronologisch sein.

00:08:37: Es ist auch eher esseistisch gedacht oder romanesk und es hat oft auch einen bestimmten Themenbezug in den USA zum Beispiel.

00:08:46: also ich habe mich in Desgenres Memoir verliebt über Memoirs vor allen Dingen schwarzen Frauen in den USA.

00:08:53: Und die waren alles unter meinem Alter, die das geschrieben haben glaube ich oder auch jünger oder älter.

00:08:58: also das ist wirklich was was du eigentlich vielleicht nicht als fünfjähriges Kind, aber selbst dann.

00:09:09: Ein Teil deiner Geschichte zu erzählen und ich habe zum Beispiel das Memoir von Roxanne Gay Hunger.

00:09:17: Das hat mich total beeindruckt.

00:09:19: und auch von Viola Davis gibt es ein ganz tolles Tarana Burgers.

00:09:23: Es gibt ganz viele und ich finde einen Memoir ist im Schreibprozess selber.

00:09:28: da geht's natürlich sehr um einen selbst.

00:09:31: Das ist klar im Prozess des Schreibens.

00:09:34: Und das wirft einen zurück auf einen selber und die eigene Geschichte, aber sobald es rausgeht hat dieses ich nicht mehr so ein Selbstzweck.

00:09:42: Sobald's raus geht, ist es eigentlich ein Resonanzraum der aufgeht wenn er in meinem Ohr gut geschrieben ist.

00:09:48: also dann schreitest du quasi du kannst eintreten als lesende Person in einem Raum und kannst dich identifizieren mit bestimmten Dingen, die diese Person gesehen erlebt gehört gefühlt hat Oder du kannst was Neues lernen.

00:10:04: Und du kannst eben ganz viel fühlen, es ist ein bisschen wie eine Wissensdatenbank mit Seele.

00:10:08: Du lernst etwas über einen bestimmten Raum, bestimmte Zeit und das hat mich fasziniert und ich habe ja seit fünfzehn Jahre lang sehr intensiv erklärt die Rassismus-Erklärerin Ich hab' das auch mit viel Leidenschaft gemacht und glaube ich auch in weiten Teilen sehr gut.

00:10:24: aber ich merke auch dass es ein Korridor ist der auch sehr eng ist.

00:10:29: Ich merke, dass ich aus der Erzählerin, gerade eher so in die ... Aus der Erklärerin so rum in die Erzählerin komme.

00:10:36: Also, es ist gut geschrieben und das hat auch bei mir zumindest geklappt, dass sozusagen das Mitgehen, das berührt werden.

00:10:44: Und es ist fast schon ein bisschen für mich zumindest innerlich so eine Art Running Gag des Podcasts, als ich ihm sage, ich habe geweint bei dem Buch was ich gelesen hab!

00:10:52: Aber es war in dem Fall auch wieder so.

00:10:54: Ich finde das nicht, sondern es ist ernst aus verschiedenen Gründen an verschiedenen Stellen.

00:10:59: Das zeigt ja, dass es einen berührt hat.

00:11:01: Ja, das weinen viele Menschen.

00:11:03: Also ist die Rückmeldung ... Ich glaube, es gibt auch viel Freude in dem Buch und viel Schönes.

00:11:08: Es ist nicht nur ein trauriges Wein, sondern ein berührtes Wein.

00:11:15: Und es gibt so viele Punkte, wo man andocken kann.

00:11:17: aber ich wollte an einem Punkt anfangen, weil das so ein Widerkehren des Podcasts ist und zwar das Thema Großeltern.

00:11:24: Deine Großelter spielen eine große Rolle im Buch?

00:11:27: verschiedene Großeltern.

00:11:29: Jetzt fangen wir erst mal an, vielleicht mit den deutschen Großeldern und ich hatte, das haben schon viele Leute hier auch ohne dass ich immer danach Quartab über Großelter erzählt und es kommt auch bei uns im Magazin Christmann immer wieder vor des Thema die bedeutende Großelters für Kinder.

00:11:44: Und ich hab vor allem dieses Bild im Kopf, wie dein Großvater mit dir als kleine Mädchen auf dem Fahrrad vorne sitzt.

00:11:51: Es kommt am Anfang des Buches vor und durch Leipzig fährt in den Achtzigerjahren DDR eine ganz andere Zeit.

00:12:00: Deine Großmutter war ... Dein Deutsch-Großmutter ist auch wichtig.

00:12:03: Da gibt es für andere Bilder im Kopf so zu sagen, die waren immer der Ruhepol für dich als Kind.

00:12:10: Weil deine Mutter ja sehr jung war, hast du gerade gesagt?

00:12:13: als junge Mutter nicht immer nur sich unabseht auf das Kind konzentrieren konnte und viele Dinge erlebt hat im Leben.

00:12:18: Und nicht immer ganz ruhig nur war, so habe ich es jetzt zumindest.

00:12:22: Würde ich mal beschreiben, wollte ich fragen welche Bedeutung haben die Großeltern für dich?

00:12:27: Ja also ich glaube du warst schon nah dran.

00:12:31: Also ich würde sagen meine Mutter ist jetzt auch keine aufgeregte Person.

00:12:34: Sie ist schon eine ruhige Person in dem sie sehr reflektierte sehr kluge Personen aber klar sie war halt Teenager.

00:12:43: Sie hat ihre Wehen bekommen an der Tafel beim Matheunterricht.

00:12:49: Und dann war noch Schülerin, das heißt die ersten zwei Jahre des Lebens haben wir bei meinen Großeltern auch gelebt.

00:12:56: Meine Großelter selber sind auch sehr jungen Eltern geworden.

00:12:58: Das heißt meine Großmutter ist mit vierzig Großmütter geworden.

00:13:03: also durch mich Ja und aber beide als mein Großvater und meine Großmother waren ja wann... Also denen war halt Eine gewisse Tradition wichtig, also eine gewisse Regelmäßigkeit.

00:13:18: Es gab immer irgendwie zum gleichen Zeitpunkt Frühstück dann Mittagessen und ein Kaffee trinken am Abend.

00:13:24: Ich habe sehr viel Zeit bei meinen Großeltern verbracht.

00:13:26: wir sind zusammen in die Ferien gefahren.

00:13:29: es war ein sehr verlässlicher Ort würde ich sagen.

00:13:31: meine Mutter hat... Wir haben nicht weit von einem... Also als wir dann ausgezogen sind nicht sehr weit gewohnt von meinen Großaltern.

00:13:39: Das war eher ein Mikrokosmos des freien Denkens mit vielen Menschen, die uns besucht haben.

00:13:46: Freundinnen von ihnen.

00:13:48: Was man immer wissen in dieser biederen Diktatur der DDR, die sehr oft gleichklang geschaltet war und in der ich sehr aufgefallen bin anders in Anfangstrichen gefühlt hat, weil ich anders gemacht wurde.

00:14:04: War der eine Kosmos bei meinen Großeltern einer der Verlässlichkeit, der Klarheit, der stetigen sanften Liebe aber auch der Strenge.

00:14:17: und meine Mutter war da war es ein Ort des Spirits Kunstkultur, mein Großeltern auch wichtig.

00:14:25: Aber das freien Denken, der Diskussion, politischen Haushalt und dazwischen zu navigieren, das war spannend.

00:14:33: Das hab ich mich gefragt beim Lesen.

00:14:36: Dein Großelter war selber noch recht jung.

00:14:38: Die hatten ja eine Tante von dir soweitig.

00:14:40: Dann haben die auch noch ... Vierzehn

00:14:42: war

00:14:42: sie.

00:14:43: Auch noch ein Teenager.

00:14:44: Also die hatten auch noch Elternpflichten und Großeldernpflichten.

00:14:47: Und dann haben Sie wahnsinnig viel gemanaged offenweise.

00:14:50: ... strukturellen Alltag hinzubekommen.

00:14:54: Wie hat das funktioniert?

00:14:55: Ich glaube, dein Großmutter war Professor der Mathematik und war das an der klassischen Rollenaufteilung... ...und dann nach deinen Großmuttern alles organisiert.

00:15:03: oder wie habt ihr das überhaupt gekonnt und das überhaupt machen?

00:15:06: Ja

00:15:06: also ich meine... Meine Großmütter hat auch bei Bauingenieuren und hat an der Hochschule unterrichtet.

00:15:15: Die waren beide berufstätig, das war ja in der DDR auch ganz normal.

00:15:20: Und die DDR war sehr strukturiert, dass Kinderbetreuung von Anfang des Lebens sofort vollumfänglich verfügbar war.

00:15:32: Und natürlich mit, finde ich, großen Abstrichen.

00:15:35: Es war nicht einfach in diesem Betreuungssystem ... Ich bin da auch krank geworden und mir ging's sehr schlecht.

00:15:41: Das war schon, glaube ich, trotzdem ein hoher Organisationsaufwand.

00:15:44: Also it takes a village to raise a child.

00:15:48: Aber dieses Konglomerat aus meinen beiden Großeltern meiner Mutter, dann meine Tante, mein Vater, der ja die ersten zwei Jahre da war, war das so ein Miteinanderorganisieren Kind, was ich war zu kümmern.

00:16:03: Und meine Großeltern ... Ja, dass die so... Mein Großvater vor allem auch so ein sehr prinzipientreuer Mensch war, das war halt einfach schon immer so

00:16:13: abgehört.

00:16:13: Die sind beide noch am Leben?

00:16:14: Sind beide noch im Leben?

00:16:15: ja!

00:16:17: Dann gibt es noch Bibi und Bago, sagen die Großelter aus Tanzania von der Seite deines Vaters.

00:16:24: Du hast vorhin gerade schon einmal angesprochen, dass du mit zehn dort warst zum ersten Mal.

00:16:29: Und dann gibt es auch eine berührende Szene, wo ihr in den Ort fahrt, wo deine Großeltern leben und deine Großmutter ... dann sagen dich erkennt.

00:16:39: Du merkst, sie hat eigentlich seit zehn Jahren auf dich gewartet!

00:16:44: Und da gibts auch ein Foto von dir an der Wand und so.

00:16:46: Also auch eine sehr berührende Szene.

00:16:49: Aber dann kommt sie jetzt nicht weiter vor.

00:16:50: im Buch, das wollte ich fragen, gab's danach noch weiteren Kontakt?

00:16:54: Wie ist die Geschichte mit deiner tansanischischen Großelter, wie ist sie weitergegangen?

00:16:59: Ja, also ich meine unsere Beziehung ist schon sehr geprägt durch Abwesenheit.

00:17:03: Ich meine die beiden ... Sie leben beide nicht mehr auch schon lange.

00:17:07: Also mein Großvater ist wenige Tage nach der Geburt meines jüngsten Sohnes.

00:17:15: Der ist jetzt fünfzehn gestorben.

00:17:17: Meine Großmutter ein bisschen früher.

00:17:19: Sie hat immer noch auf mich gewartet.

00:17:21: Ich hab's nicht geschafft nochmal zu kommen aber ich habe sie im Laufe des Lebens vielleicht viermal oder so gesehen.

00:17:27: Sie leben halt oder lebten an der Grenze zu Malawi in den Bergen, also auch sehr hoch auf dreitausend Meter zwischen zwei und dreitausend Metern.

00:17:38: Und es gab kein Telefon in der Region.

00:17:42: Und wir haben auch nicht die gleiche Sprache gesprochen, das heißt also sie auch meine Großeltern haben nicht so erhehlig gesprochen sondern ich brauchte dann meinen Vater dass er übersetzt.

00:17:52: Das heißt also auch die vier Male die wir uns gesehen haben, haben wir nicht mit Worten kommuniziert immer über Gestik oder Mimik und ich habe aber eine unfassbar große Verbundenheit zu meiner Großmutter gespürt irgendwie immer und die ist immer bei mir gewesen auch wenn sie nicht da war und ich weiß dass es ihr auch so ging.

00:18:10: Und sie war eine ganz beeindruckende Frau, die einfach sechs Kinder großgezogen hat.

00:18:16: Selbst nicht lesen und schreiben konnte.

00:18:20: Aber alle sechs Kinder haben an der Universität studiert.

00:18:26: Eine unfassbare kraftvolle Frau, das gibt tolle Legenden über Sie wenn ich dort in die Gegend fahre.

00:18:33: Ich glaube auch ... Podcast zum Thema Tod.

00:18:37: sitzen ist meine Bibi, auf jeden Fall jemand der mich immer begleitet.

00:18:41: Also wo ich das Gefühl habe die ist jetzt auch gerade hier während wir hier reden.

00:18:47: Jetzt kommt die Werbung.

00:18:49: Kennen Sie Chrismon eigentlich schon?

00:18:50: Bei uns dreht sich alles um das Leben Freude und Leid Glück und Unglück Immer mit dem Blick auf Lösungen Mut zum Leben.

00:18:57: Das ist Chrismon.

00:18:58: Wenn Ihnen das gefällt Und wenn Ihnen dieser Podcast gefällt werden sie Digitalabonnent.

00:19:08: Er kommt diese Verbindung.

00:19:09: Es gibt ja unterschiedliche Erzählungen darüber, wo so die Verbindungen zu unseren Vorfahren herkommt.

00:19:17: Die haben uns geprägt wie deine deutschen Großeltern, die haben einfach viel Zeit auch in unserem Leben gehabt und die haben uns was mitgegeben, Geschichten erzählt usw.

00:19:25: Und die andere Sache ist jetzt vielleicht eher mit den Tanzanischen Großeldern, die hat man gar nicht so oft gesehen.

00:19:35: wie auch immer, virtuell übertragend Verbindung.

00:19:37: Das haben wir auch schon ... hab ich öfter besprochen, das war jetzt nicht für den Podcast, sondern im Interview, was ich geführt habe mit Milara Mvok-Dobo, die hat ein tolles Publikum, das heißt Großmütter, wo es um ihre beiden Großmüter geht und sie war ganz fest davon überzeugt, dass es gibt sozusagen so eine Art Blutzerwandschaftsbedeutung.

00:19:54: Und das wird, das überträgt sich diese Verbindungen sozusagen in dieser richtig leiblichen Verwandtschaft.

00:20:02: Wenn ich adaptiert bin, was ist dann ... Wie siehst du das?

00:20:06: Woher kommt diese intensive Verbindung zu deinen Großen, die du viermal hast im Leben gesehen hast.

00:20:11: Eigentlich wirklich wenig.

00:20:13: Es gibt viele Menschen, von denen du nicht sagen würdest, die sind immer da, obwohl sie auch mal aus deinem Leben verschwunden sind.

00:20:21: Ich glaube, da kommen wir an einen Punkt, wo ich es natürlich nicht so genau in Worte fassen kann vielleicht.

00:20:28: Also

00:20:30: Frauen

00:20:31: Ich weiß, dass Frauen unterschiedliche Frauen mich sehr geprägt haben.

00:20:35: Einerseits natürlich die Frauen, die mich geboren hat – meine Mutter und meine Großmutter, also mütterlicherseits.

00:20:44: Das zieht sich so irgendwie durch mein Leben das beeindruckende Frauen mich begleiten.

00:20:51: Sei es spirituell oder sei ist ... Ja, also einfach wirklich faktisch in meinem Leben.

00:20:56: Und das sind Frauen mit denen ich verwandt war, es sind Frauen die ich ... verwandte bin.

00:21:03: Frauen, die ich vielleicht nie gesehen habe.

00:21:05: Ich hab auch irgendwie das Gefühl, ich hab eine total enge Verbindung mit Maya Angelou und mit dem was sie geschrieben hat, was sie gesagt hat, worüber sie nachgedacht hat, mit Toni Morrison.

00:21:17: Mit meiner Oma, der Bibi... Ich kann es dir nicht genau erklären, woran das liegt.

00:21:22: Ich persönlich glaube nicht an diese Blutsgeschichte aber... Es gibt etwas was uns verbunden hat und ich weiß dass wenn wir uns gesehen haben obwohl wir nicht miteinander sprechen konnten Wir einfach in diesen Begegnungen lag so viel Kraft und so viel Liebe.

00:21:46: Sie ist halt einfach immer da, also ich kann es gar nicht anders sagen.

00:21:49: Und ich muss das glaube ich vielleicht auch gar nicht weiß du immer wieder fragen warum und wieso?

00:21:54: Sondern es ist einfach im Laufe je älter ich werde dass du mehr denke ich.

00:21:58: Es ist schön, dass es so ist.

00:21:59: Ja nee, Du musst es nicht.

00:22:00: aber es sind natürlich

00:22:01: andere

00:22:01: Leute sozusagen interessant die sich vielleicht denken Warum ist bei mir nicht so?

00:22:05: oder die sich auch.

00:22:07: hoffentlich wird's bei mir auch mal so sein.

00:22:09: Man könnte sagen Wie habt ihr das geschafft?

00:22:13: Es ist ja was Besonderes auch, was jetzt nicht selbstverständlich glaube ich ist.

00:22:17: Wenn man sich so selten sieht und dann trotzdem so eine intensive Verbindung hat... Also es gibt irgendwas... Das

00:22:23: weiß ich nicht!

00:22:24: Ich hab schon das Gefühl dass ich das schon öfter von anderen Menschen gehört habe, dass irgendwie eine Verbindung ist zu einem Menschen den man vielleicht physisch gar nicht so oft begegnet ist Und trotzdem so eine starke Verbindung hat.

00:22:37: Das ist auch die Frage, woran man so glaubt und im Laufe meines Lebens hat sich das Thema Glauben natürlich irgendwie auch verändert immer wieder und neu.

00:22:46: Ich glaube schon an so eine gewisse Seelenverwandtschaft.

00:22:49: Ich glaub daran, dass vielleicht Körper vergehen.

00:22:52: nicht vielleicht, sondern ganz sicher vergänglich sind.

00:22:55: Aber das ist was bleibt und ich hab das Gefühl dass es Menschen gibt die man mit seinem Leben trifft wo eine gewisse Seelenverwandtschaft da ist.

00:23:05: Das würde ich sagen würde ich auf meinen Mann beziehen den ich vor zehn Jahren getroffen habe und so aber auch oft das Gefühl hat wir kennen uns also schon vorher irgendwie Mit meiner Oma hatte ich das wie gesagt der Bibi Und so gibst du Menschen.

00:23:21: Wenn du es jetzt schon aufwürfst, möchte ich natürlich noch ein bisschen länger über den Glauben sprechen.

00:23:24: Ja,

00:23:24: mit dem Slips-Dive-In also... Also

00:23:26: eben weil das ist sehr wichtig vor allem du hast jetzt sozusagen so ein bisschen angedeutet.

00:23:31: gleichzeitig bist du ja in der DDR aufgewachsen sozusagen eine total Glaubens, sag ich jetzt mal im spirituellen Sinne glaubensfeindliche Umgebung eher.

00:23:40: und aber Kirche kommt trotzdem an manchen Stellen auch also christliche Kirche immer wieder vor in dem Buch.

00:23:46: wenn du sagst hat sich verändert Was hast du damals so geglaubt, was hast du mitbekommen und wohin hat sich's verändert?

00:23:52: Also Kirche... Ich find' Kirche und Glauben sind auch nicht zwanzläufig für mich das Gleiche immer.

00:23:59: Aber die evangelische Kirche war ja oder Teil dessen zu sein war eine Form des Widerstands in der DDR Und deswegen war meine Familie relativ aktiv auch an der evangelischen Kirche.

00:24:14: also ich war Christenlehre schon von, ich war vier Jahre oder so.

00:24:20: Also vielleicht auch schon drei oder so keine Ahnung.

00:24:23: Bin da wöchentlich hingegangen?

00:24:25: Ich hab immer am Krippen-Spiel teilgenommen.

00:24:27: es gab mit dem Pfarrer bei uns gegenüber also meinen Großeltern ging über ein Einverständnis das wenn meine sehr regimekritische Mutter Wenn ihr quasi dieses Sorgerecht entzogen würde was im Raum steht wenn man sich irgendwie gegen die DDR positioniert War das eine Gefahr dass sie dann quasi mich aufnehmen würden.

00:24:50: Es gab irgendwie eine enge Verbindung und meine Mutter war einer der allerersten, die auch in der Nikolajkirche sich zusammengefunden hat zu den Friedensgebeten.

00:25:02: Da hab ich so ne klare Linie von dem widerständigen Aspekt von den Kirchen haben kann.

00:25:09: Du was dabei auch!

00:25:10: Ich war auch mal bei dem Gebet dabei.

00:25:13: Der kommt in den Buch einmal vor.

00:25:14: Ja, ich war auch beim Gebet mit dabei und aber dann auf der Demo danach, also schwierig... Genau!

00:25:20: Und ich habe dort für mich als schwarzes Kind eine DDR schon einen Ort gefunden, in dem ich willkommen war.

00:25:27: Das war nicht die Norm.

00:25:30: Ein Ort wo ein Geist gelebt wurde, der zumindest den Anspruch hatte irgendwie vielfältig jetzt übertrieben aber weltoffen oder so zu sein.

00:25:42: Und auch meine Eltern, glaub ich, hatten immer mal wieder Bezüge zu ... Es ist antirassistischen Kirchenkontexten und das hatte in dem Kontext jetzt nicht wahnsinnig viel mit Glauben zu tun.

00:25:58: Ich hab halt die Bibel gelesen, die Geschichte.

00:26:00: Aber gebetet

00:26:00: wurde jetzt nicht bei Zuhause?

00:26:02: Das wurde nicht zu Hause gebetert.

00:26:03: Wir sind nur an Weihnachten in die Kirche gegangen.

00:26:05: Die meisten Deutschen, glaube ich.

00:26:08: Und dann später im Laufe des Lebens, also bin ich halt in nach West-Berlin gekommen und war da sehr verloren.

00:26:15: Durch diesen krassen Verlust als Schlüsselkind und es war einfach sehr viel habe ich eine Gemeinde gefunden.

00:26:24: Eine multi kulturelle interkulturelle Gemeinde und eine Art Zuhause wieder.

00:26:31: Also Gemeinden waren oft ... eine Form von Zuhause.

00:26:36: Also Gemeinde im Sinne von Kirchen?

00:26:37: Ja,

00:26:38: genau und auch da hat der Glauben an sich irgendwie.

00:26:42: das Verbindende war eben dass wir alle da sind in dieser Gemeinde und es wird da sein, dass wir gemeinsam singen.

00:26:48: also ich habe ganz viel über Musik, über Gesang erfahren aber auch da nicht wirklich ernsthaft viel über Gott oder so nachgedacht.

00:26:57: Das tragische ist, dass ich in dieser auch misssexuell missbraucht wurde, mit zwölf bis also für zwei Jahre von verschiedenen Männern.

00:27:07: Was natürlich furchtbar war und was einen sehr, sehr bitteren Geschmack hinterlassen hat.

00:27:15: Auch in Bezug auf weil das ja auch Menschen waren die nach außen in Nächstenliebe und Gottes Nähe und wie auch immer gepredigt haben und dann gleichzeitig dieses Furchtbare mir angetan haben Und der Pfarrer der Gemeinde wusste davon und hat mich dafür abgestraft.

00:27:33: Das hat, glaube ich für mich einen unfassbar großen Bruch zu der Institutionenkirche verursacht.

00:27:42: Aber geblieben ist die Liebe zur Musik vor allem zum Gospel-Musik.

00:27:45: Ich bin lange sehr geliebt und auch immer noch.

00:27:49: also das heißt ich glaube dass es bis heute so dass ich zum Thema also die Institutionenkirche und auch die ganze Auseinandersetzung mit allem was im Namen Gottes und in der Institution Kirche an Machtmissbrauch stattgefunden hat, ist für mich unfassbar off-putting.

00:28:08: Und sehr schwierig.

00:28:10: aber ich habe meine eigene Form des Glaubens und die hängt nicht so sehr einem weißen Jesus sag' ich jetzt mal ohne blasphemisch zu sein, aber nicht an diesem weißen imaginierten Mann, der da sitzt und richtet.

00:28:26: Ich würde sagen, das ist nur ein Aspekt des Christienglaubens.

00:28:29: Der ist für viele besonders wichtig, aber für mich auch nicht.

00:28:36: Aber würdest du trotzdem sagen, du glaubst an einen Gott oder an irgendwas anderes?

00:28:42: Eine übernatürliche Macht

00:28:43: ... Ich glaube nicht an diese eine Person, die irgendwo sitzt und immer guckt, ob man schön brav ist und richtet.

00:28:56: Ich glaube, dass ... Und das kann man Gott nennen oder Spirit.

00:29:01: Ich glaub es gibt etwas ... Oder Liebe!

00:29:04: Was uns als Menschheit verbindet und was größer ist als das, was wir so sehen können mit unseren Augen und hören.

00:29:12: Und ich glaube nicht, dass es so ist, dass wir einfach zufällig sind.

00:29:16: Wir sind halt da und dann sind wir weg und danach ist nichts.

00:29:19: Also das glaub ich nicht.

00:29:20: Vielleicht will ich das auch nicht glauben?

00:29:22: Also ich glaub so...

00:29:24: Ja,

00:29:24: also für mich auch einfach.

00:29:26: Also ich will jetzt nicht unsere Existenz überhöhen.

00:29:28: Aber das meine ich nicht, aber... Ich glaube auch gerade wenn ich im Laufe meines... Ich habe diese Diskussionen gerade viel mit meinem Teenager der grade in diesem Fasen ist da nichts ist vorbei und so.

00:29:40: Und ich weiß dass ich auch so gedacht hab damals und ich glaub im laufe des Lebens und vielleicht auch im Laufer der vielen schrecklichen Dinge die man sieht, der schmerzhaften Dinge wie man sieht aber auch der schönen und auch der Wunder die man so sieht.

00:29:54: An den Verbindungen, über die wir gerade gesprochen haben, dass ich wirklich weiß... Ich habe eine Verbindung mit meiner Großmutter, die nicht mehr lebt.

00:30:02: Möchte ich daran glauben oder an dem Gedanken das meine Mutter, die jetzt übrigens zwei Jahre krebsfrei ist und es bei dieser Diagnose, die sie hatte war eine fünfzehnprozentige Überlebens Chance für drei Monate.

00:30:15: Und jetzt sind es zwei Jahre.

00:30:17: Es ist für mich ein Wunder!

00:30:21: Fantastische Medizin, aber es ist auch ein Wunder.

00:30:26: Ja und I don't know.

00:30:28: also so is Gott für mich.

00:30:31: Gott ist Liebe ja.

00:30:34: Du hast jetzt gerade auch den Missbrauch angesprochen in der Gemeinde, der ja auch in dein Buch vorkommt und sagen einen besonders ich weiß gar nicht das besonders schlimmes Beispiel dafür was für schlimme Dinge in deinem Leben auch passiert sind.

00:30:53: Gleichzeitig sagst du ja, wenn man dein Buch verfolgt und jetzt auch so wichtig kenne ich noch nicht lange.

00:30:58: Aber ein paar Minuten jetzt.

00:31:00: die wichtige Lebe daran ist zu Grunde gegangen.

00:31:02: Und dann wollte ich dich fragen, wie gibt es eine Strategie, die du entwickelt hast im Laufe des Lebens?

00:31:12: Wie du damit umgegangen bist und wie hast du das geschafft?

00:31:17: Ja, das frage ich mich immer wieder.

00:31:20: Ich glaube ... Das Memor habe ich geschrieben, unter anderem um zu verstehen warum ich die bin.

00:31:27: Und ich hab keine Strategie.

00:31:29: Ich glaube Heilung... Also, ich hab Missbraucherlehrt, Nahtoderfahrungen viele Rassismus-Erfahrungen, sexualisierte Gewalt-, Gewaltbeziehung aber auch ganz viel Schönes erlebt!

00:31:42: Ich hab unfassbar tolle Freundinenschaften.

00:31:45: Ich hab die Liebe meines Lebens gefunden Und sie liebt mich zurück.

00:31:49: Ich habe eine Mutter, die einfach mein Nordstern ist ... Ich hab ganz viel Glück gehabt in meinem Leben und ich glaube das hat mich mindestens genauso geprägt wie die furchtbaren Dinge.

00:32:02: Dafür bin ich sehr dankbar, dass es das eine.

00:32:04: Das andere ist ein Heilungsweg bedeutet Arbeit also zumindest für mich.

00:32:13: Der ist nicht linear.

00:32:15: Und die Tupokka, die jetzt hier vor dir sitzt, hoffentlich relativ so.

00:32:18: Together

00:32:19: und klar!

00:32:21: Die ist ja nicht immer nur die.

00:32:25: Ich hab natürlich auch immer noch ... Das schreibe ich in dem Buch.

00:32:29: Ich habe leider immer noch unter posttraumatischen Belastungsstörungen Symptomen Albträume oder ... Dinge.

00:32:37: Es gibt Narben auf der Seele und Narben im Körper, die durch diese Gewalt, die ich erlebt habe da sind.

00:32:46: Und ich muss mich um diese Narben kümmern.

00:32:48: Ich werde mich mal Zeit lang meines Lebens um die Narben kümmern müssen.

00:32:52: Gleichzeitig möchte ich ja aber leben und möchte glücklich sein und möchte meine Kinder umarmen und möchte so lange lachen dass mein Bauch weh tut.

00:33:06: Arbeit ist tagtäglich, das klingt so ein bisschen.

00:33:09: Aber es ist so und auch einen Gottvertrauen also in dem Sinne Gott wie wir jetzt gerade besprochen

00:33:16: haben Sagen.

00:33:17: ich würde sagen Es ist ja dass eine Dinge die passiert sind die von jetzt mal In der Magnum eines besseren Wortes niederträchtigen Menschen Ja also den menschen dem man überhaupt nicht gegenüber irgendwie Verzeihen möchte dem man einfach dem man Einfach hoffentlich nie wieder sieht und dir vielleicht auch sogar im besten fall bestraft werden dafür was sie getan haben.

00:33:35: Aber gleichzeitig, und das kommt beim Buch auch vor, gibt es ja auch Verletzungen, die einem passieren von Menschen, die man mag.

00:33:41: Die man liebt, die aus der eigenen Familie vielleicht kommen.

00:33:44: Also ich will jetzt verschwürzen keine Ahnung ... Dein Papa oder dein Vater?

00:33:49: Der natürlich weg, wie man lernt, weg musste aus der DDR wieder also nicht freiwillig gegangen ist aber ... Du beschreibst die Beziehung hier als jemand, der dann noch mal gegangen ist.

00:34:00: so sagen es gibt diese Szene wo du mit zehn da bist freust du dich sehr darauf, dass du jetzt ein paar Wochen hast.

00:34:06: Weil deine Mutter verreist weiter und du bleibst in dem Orden, den ihr lebt.

00:34:09: Beim ersten Tag nehmt ihr, ich gehe auf Dienstreise.

00:34:12: Vielleicht musste er es machen ja aber hätte vielleicht auch sagen können nein diese Zeit nutze ich jetzt meinem Kind.

00:34:17: die habe ich ja sonst nicht gehabt.

00:34:18: also das ist nur als ein Beispiel davon von Dingen die einem passieren im Leben von Menschen die man aber liebt oder dem man nahe ist mit denen man weiter in einer guten Beziehung bleiben will.

00:34:31: Wie gehst du damit um?

00:34:33: Muss man das verzeihen oder ist es ein blödes Wort dafür, wie würdest du das beschreiben.

00:34:38: Also das ist natürlich Schmerzhaft und ich glaube sogar ... Ich weiß hier keine Statistik aber ich glaub dass sehr viel... Gewalt oder Schmerz, oder schlimme Erfahrungen.

00:34:49: Passierenden Menschen, denen du vielleicht zumindest vertraust oder vertrauen willst.

00:34:53: Wenn ich an die ganze Partnerin schaffte, Gewalt denke.

00:34:57: Das sind ja oft Menschen ... Oder auch Missbrauch ist ganz oft im Kontext von Menschen, den du vertrausst und du nah bist, die dir nahe sind usw.

00:35:07: Und so Verletzung durch Freundinnen oder eben mein Vater der die Entscheidung getroffen hat, an dem Tag dann abzufahren.

00:35:17: Statt bei mir zu bleiben ist auf jeden Fall ein Schmerz.

00:35:19: und ich glaube auch da gab es im Leben solche und solche Phasen in denen ich mich viel abgewertet habe und gedacht habe gut wenn so nahe Menschen es schaffen sich einfach zu verlassen dann sagt das was aus über mich Und mein Wert, das ist was ich lange mit mir getragen habe oder eine wütende Phase.

00:35:42: Ich hatte auf jeden Fall ne Phase in dem mich auch meinen Vater sehr konfrontiert hat mit dieser Wut.

00:35:48: Was gut ... Es hat gut getan?

00:35:50: Er hat darüber

00:35:50: gesprochen.

00:35:50: Also wir haben da ... also ich hab gesprochen und ich hab ...

00:35:53: Okay.

00:35:54: Er hat sich zumindest angehört.

00:35:55: Er

00:35:55: hats sich's angehört und er hat auch um Verzeihung gebeten und der... Aber ich bin jetzt nicht ... ausgerastet, aber ich habe schon sehr heftig und sehr unter Tränen.

00:36:07: Und einfach meinen Schmerz gesprochen.

00:36:10: Ich glaube schmerz sprechen ist auf jeden Fall immer wichtig ob jetzt mit der Person selbst oder in einem Buch oder in einer Therapie oder also den den Schmerzen benennen zu können und besprechen zu können raus aus der Scham zu kommen.

00:36:25: Das ist ein total wichtiger Prozess auch für mich gewesen und auch das Verzeihen.

00:36:31: Also dass meine ich gar nicht.

00:36:33: Also das Verzeihen oder das Vergeben, nicht nur für die Person.

00:36:38: Die Person, die mir Partnerschaftgewalt angetan hat über fünf Jahre ist keine Person mit der ich in einem Raum sitzen möchte.

00:36:45: Never ever again!

00:36:47: Aber es is keine Person, den ich hasse, weil ich gemerkt hab, nicht mehr.

00:36:52: Weil ich gemerkt habe dieser Hass ... Der frisst in mir und das will ich nicht.

00:36:57: Ich möchte nicht dass die... diese Person damit auch noch weiterhin Macht über mich hat.

00:37:05: Und deswegen ist für mich das Vergeben ein total wichtiger Prozess gewesen.

00:37:10: und es heißt gar nicht, dass ich jetzt sagen muss immer überall vergeben und alles ist.

00:37:14: Das heißt für mich überhaupt nicht, daß es in irgendeiner Weise okay ist was da passiert ist.

00:37:20: Gar nicht!

00:37:21: Aber für mich, für meinen Seelenheil

00:37:24: ist es richtig gelesen.

00:37:26: Was

00:37:26: loszulassen?

00:37:27: Dass von dir gekommen ist von der Person, also man kann ja nicht vergeben fordern.

00:37:34: Das geht ja nicht wirklich

00:37:35: so.

00:37:35: Du musst

00:37:36: jetzt vergeben.

00:37:37: Egal ob man selbst Teil dessen ist, du musst mir vergeben gehen, sowieso nicht.

00:37:40: aber auch du sollst ihm jetzt vergehen oder du solltest ihr jetzt vergeben, das würde ich sagen funktioniert nicht.

00:37:46: Aber dann muss es aus einem intrinsischen Impuls herauskommen und denke jetzt, wer fällt ein zum Beispiel?

00:37:53: Ein Gast, den ich mal hatte, Hannes Ringelstädter, so einen Comedian aus Bayern, der erzählt, dass sein Vater ihn als Kind hartgeschlagen hat, Und der gleichzeitig aber seinen Vater sehr gerne macht.

00:38:03: Der Vater hatte auch viele gute Seiten, sag ich jetzt mal.

00:38:08: Dann ist der Vater alt gewesen und dann konnten sie darüber sprechen.

00:38:13: Dann hat er Vater auch mit Entschuldigungen gebeten.

00:38:17: Dann konnte der Sohn das irgendwie einordnen.

00:38:19: Dann haben sie noch einmal ne neue Status ihres Beziehung erlebt.

00:38:24: Aber ja wie ... Ich glaube, viele Menschen die vielleicht nicht schon zu so einem Punkt gekommen sind?

00:38:29: Wie kommt man da hin?

00:38:31: Ja, das ist ja... Was heißt auf Deutsch reconciliation.

00:38:34: Also wenn man Wiedergutmachung, so eine Wiederguttmachungen.

00:38:38: natürlich gibt es auch Teanteile in mir die wünschen sich eine Wiedergotemachung in Bezug auf bestimmte Situationen dass die Person erkennt von selbst und sagt ich habe dir das angetan und ich hab damit etwas in dir gebrochen Und Ich bin jetzt geläutet und es tut mir leid.

00:38:56: Natürlich ist das was Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, das wäre nicht was, was mir bedeuten würde.

00:39:03: Aber das wird passiert in den meisten Fällen nicht und auch vor allen Dingen nicht, wenn es um Missbrauchgeschichten oder Gewalt geschieht.

00:39:12: Natürlich hadere ich heute noch damit, dass ich denke, bestimmte Menschen laufen wahrscheinlich durch die Welt und denken da vielleicht gar nicht mehr drüber nach.

00:39:22: Und ich werde Zeit meines Lebens jeden Tag irgendwie mit den Folgen leben

00:39:28: müssen.".

00:39:30: Und die Frage für mich ist halt immer wieder, will ich jetzt daran verbittern?

00:39:35: Also ich will überhaupt nicht so klingen als wäre das jetzt eine total easy-perfekte Geschichte.

00:39:39: Gar nicht!

00:39:39: Überhaupt gar nicht.

00:39:40: also durch die Gewalt oder den Schmerz, den ich erlebt habe... Da wurde mir schon auch viel genommen eine gewisse Grundvertrauen an bestimmten Stellen Lebensfreude, die Angst vorm sterben oder Angst vorkranken.

00:40:00: Das sind alles Konsequenzen aus dieser Gewalt.

00:40:03: und ich bin auch ein bisschen trotzig, dass sie sagen, ich will aber nicht den noch mehr geben.

00:40:08: Und deswegen vergebe ich!

00:40:11: Und lasse das bei dir, der du mir das angetan hast... ...und kümmere mich um mich, um meinen Seelenhalt, um meine Kinder, um mein Liebe, um meinem Leben.

00:40:23: Und deswegen meinte ich vorhin, dass es Arbeit ist.

00:40:25: Es ist wirklich nicht leicht!

00:40:28: Vielleicht sitzt sich hier in einem Jahr und sagt dir was ganz anderes?

00:40:30: I don't know... Aber da bin ich jetzt gerade.

00:40:34: Verletzungen, die nicht niederträchtige Menschen einem angetan haben, Verletzung, die nahestehende Menschen einem angetan haben ...verletzung, die man selbst antut, gibt's auch noch.

00:40:43: Oder auch anderen angetaan

00:40:45: hat.

00:40:45: Genau, das wollte ich jetzt sagen.

00:40:48: Verlettungen, wie man selbst andut und sich selbst und anderen antut hab ich ja vorhin schon gesagt, dass ich mich bei dem Begriff Happyland auch irgendwie etab gefühlt habe.

00:40:57: Und dann nicht nur deswegen aber auch so auf anderen Anlässe die sozusagen Rassismus als Thema in meinem Leben hervorgebracht haben.

00:41:09: Wie war ich denn eigentlich so als Jugendlicher?

00:41:12: Auf jeden Fall genug Grund mich zu schämen, Sprüche, die wir auf den Schulhof gemacht haben das Endeort, was wir benutzt haben und sonst also jetzt... Dinge dich so, ja.

00:41:22: Also Gott sei Dank würde ich es heute nicht mehr machen aber auf jeden Fall Dinge für dich weiß.

00:41:25: okay das ist dieses jüngere.

00:41:27: Ich da habe schon auch viele Probleme mit.

00:41:32: Ja wie geht man sozusagen mit dieser Seite oben?

00:41:33: Das ist ja nochmal ein neues noch mal ein anderes Thema finde ich weil's da eben um einen selbst geht.

00:41:38: Wie beantwortest du das denn für dich bevor?

00:41:39: ich also hab natürlich Gedanken aber interessiert mich

00:41:43: Also, ich habe keine Lösung dafür.

00:41:46: Ich ärgere mich darüber.

00:41:47: Gleichzeitig hab' ich natürlich auch irgendwie Verständnis für mich, weil wie könnte ich nicht auch Verständniss für mich haben?

00:41:51: Weil ich bin ja da drin gewesen und versuch's mir zu erklären.

00:41:55: Man versucht sich aus dich zu entschuldigen also so sagen Rahmenbedingungen zu suchen warum das so war und dass man nicht daran vielleicht nur selbst schuld ist.

00:42:03: Keine Ahnung!

00:42:04: Es gibt ja viele Strategien und gleichzeitig kommt es auch immer wieder auf Es ist nicht abgeschlossen.

00:42:12: Es ärgert mich dann immer wieder, sag ich jetzt mal so und ich frage mich aber auch um noch einen Gesang dazu zu sagen... Ich bin mir jetzt auch nicht unabsehnd sicher ob ich es jetzt wenn das wieder passieren würde ganz anders machen könnte weil ich mich hier auch so denke.

00:42:24: ich will das natürlich nicht.

00:42:25: Aber ich habe auch irgendwie keine Garantie dafür dass ich jetzt irgendwie hab sofort nur ein netter Mensch bin.

00:42:31: Das ist ja Quatsch.

00:42:31: also da kann ich auch nicht garantieren.

00:42:36: Ja, ich kann andocken mit dem was du sagst.

00:42:38: Also beim Schreiben des Buches bin ich in viele Situationen gegangen wo mir Gewalt angetan wurde.

00:42:44: aber ich musste natürlich auch in meine eigene Charme gehen und in Momente schauen in denen ich Menschen verletzte habe.

00:42:50: Und Ich erzähle auch von einer sehr prägenden Situation Von einem sehr guten Freundin die ich in einem sehr sehr sehr wichtigen Moment allein gelassen hab.

00:43:03: so würde ich das beschreiben.

00:43:05: Und was ich auch nicht wieder gut machen konnte, weil sie gestorben ist.

00:43:09: Bevor ich mich bei ihr hätte entschuldigen

00:43:11: können ...

00:43:12: Du meinst deine erste

00:43:14: Freundin?

00:43:14: Ja, Rebecca.

00:43:14: Eine schwarze Freundin aus Leipzig.

00:43:17: Genau!

00:43:17: Wir waren Kinderfreundinnen und das ist eine Scham- und ne Schuld die trage ich seitdem mit mir.

00:43:27: Scham und Schuld fühlt oft zur Verdrängung, dass man sich so verdrängen will.

00:43:31: Aber es ist bei mir.

00:43:32: Ich hab das immer wieder hervorgeholt für dieses Buch noch mehr.

00:43:36: Da sind genau zwei Dinge passiert.

00:43:38: Das eine ist Scham-und-Schuldes immer noch da.

00:43:42: Was würde ich geben um diese eine Sekundenentscheidung zurückzugewinnen?

00:43:48: Und mich anders zu entscheiden?

00:43:50: Gleichzeitig aber auch ein Wissen darum, Eine Tupokka war, die sehr viele Verluste erlebt hatte.

00:43:59: Die parallel gerade missbraucht wurde in der Zeit.

00:44:02: Die gelernt hatte irgendwie zu dissoziieren im Momenten, die sie überfordern.

00:44:07: Also ich hab beides gleichzeitig eine Liebe und ein Verständnis für diese Tupoker, die ich damals war ... Und die Scham-und-die-Schuld, die trotzdem weiter existiert.

00:44:19: Für mich ist das nicht voneinander lösbar inzwischen.

00:44:22: Inzwischen kann ich beides umarmen.

00:44:24: Beides darf sein!

00:44:27: Und vielleicht kann man so mit Verletzungen... Also hier kommt natürlich auch drauf an, was für Verletzung das sind die man zugefügt hat.

00:44:32: Ja also es will ich jetzt überhaupt nicht gar nicht, aber so mit solchen Sachen umgehen, also versuche ich umzugehen.

00:44:43: Wahrscheinlich ist es die Frage, was für Verletzungen sie sind.

00:44:46: Man kann mit diesem Es gibt Gutes und das Schlecht.

00:44:48: Das hast du ja ganz am Anfang auch schon gesagt in deinem Leben ist viel Tolles passiert aber auch viel furchtbarer zu sein.

00:44:53: Ich hatte jetzt in einem der letzten Podcasts mit unserem Christmann herausgegeben, Jahre Die Barber.

00:44:57: gesprochen hat er auch in seinem Buch.

00:44:59: dieses Thema der Ambiguität-Toleranz war ein schönes Wort, was ich auch immer gerne sage.

00:45:03: also man muss das einfach hinnehmen.

00:45:06: Aber es gibt eben auch Dinge, die kann man nicht hinnehmen wenn das schlechte zu stark wird.

00:45:12: Wo die Grenze ist, das ist nicht immer klar.

00:45:14: Das ist auch richtig?

00:45:15: Ja.

00:45:16: Habe ich keine perfekte Antwort für ... Mh.

00:45:21: Fürchtest du dich eigentlich vor dem Sterben?

00:45:24: Du denkst da oft drüber nach.

00:45:27: Aus verschiedenen Gründen hast du ja erzählt, vielleicht war es in der Zeit noch eukäufiger.

00:45:32: Furchtest du dich davor?

00:45:34: Ich habe große Angst vorm Sterben.

00:45:37: Ich wünschte, dass wäre nicht so.

00:45:38: Also mein Mann zum Beispiel hat das glaube ich nicht.

00:45:43: Und vielleicht, also ich muss so sagen.

00:45:46: Ich hab jetzt ... Wir lernen ja in unserer Gesellschaft reden wir selten über den Tod.

00:45:50: Also find ich's viel zu selten.

00:45:51: Wir haben gar nicht irgendwie gelernt, über Tod, über das Sterben zu sprechen.

00:45:55: Das heißt uns fehlt auch ein bisschen die Routine.

00:45:58: Dabei ist es so ein großer Teil des Lebens oder ein wichtiger Teil des Lebens.

00:46:05: Aber mit meiner Mutter, wenn ich mit ihr im Gespräch spreche, sprechen wir darüber, dass eine ist das Sterbe und das andere der Tod.

00:46:13: Ich hab natürlich Angst davor, wie ich sterben werde.

00:46:16: Also so idealerweise irgendwie umringt von meinen Liebsten mich verabschieden können und dann einschlafen oder woanders aufwachen oder wie auch immer.

00:46:28: Ich habe Angst vor Schmerzen, vor Krankheit, davor.

00:46:32: Ich hab totaler Angst vorm Loslassen.

00:46:35: Vor allen Dingen jetzt in Bezug auf die Menschen, die ich liebe ... hab ich total Angst davor, diese Vorstellung auch das die über ohne mich weiterleben müssen.

00:46:46: Dass man keinen Beziehung mehr hat zu seinen Kindern?

00:46:49: Ja!

00:46:49: Dass es einfach gar nicht mehr

00:46:50: gibt.

00:46:50: Und wie's denen begehen wird und mit der Trauer für die und dass ich irgendwie vielleicht dann bestimmte Dinge nicht mehr mitbekomme.

00:47:00: Und davor habe ich Angst... Ich bin ein Controlfreak.

00:47:05: Hab ich so eine Vorstellung davon, was vielleicht passieren könnte?

00:47:09: Dass irgendwie die Seele weiter lebt.

00:47:12: Aber we don't know und dass dieses Nichts wissen, was danach ist, das macht mir auch total Angst, bin ich ehrlich.

00:47:18: Ich wünschte schon an diesem Punkt wo ich sagen würde nein der Tod ist da und es ist okay.

00:47:24: Da bin ich noch nicht gar nicht.

00:47:28: Ja aber diese Vorstellung des ... gar nicht mehr da sein.

00:47:34: Ist das, was so ein bisschen auch dann Angst macht?

00:47:37: Zumindest hast du ja nicht gesagt.

00:47:39: die Vorstellung von einem strafenden Gott oder so als dir hast du zum Glück nicht... Das gibt ja auch viele Leute, die dafür Angst haben und es kommt total drauf an wie man aufwächst.

00:47:46: Das hast du nicht.

00:47:47: Das

00:47:47: habe ich gar nicht!

00:47:49: Ich glaube auch wirklich nicht dass ich weg bin.

00:47:51: Ich glaube meine Seele oder was auch immer, die Consciousness ist dann noch da in welcher Form auch immer wo auch immer wie auch immer.

00:48:01: Aber ich hab tatsächlich Angst, dieses Leben, diesen Körper, den ich jetzt habe.

00:48:05: Dieses Leben, diese Tupokka die ich hier bin.

00:48:08: Das überschreitet meine Vorstellungskräfte und es kickt mich in meiner Kontrollverlustgefühl.

00:48:18: Ich hätte gerne eine Antwort.

00:48:20: so was passiert dann?

00:48:21: erstens, zweitens drittens?

00:48:22: Und dann könnte ich...

00:48:25: Im Christentum gibt's das Bild, dass man

00:48:27: mit ... Das Bildbetonung

00:48:29: auf das Bild ist nur ein Bild.

00:48:31: Man darf es nicht zu bildlich oder wörtlich nehmen, aber wenn man an einer langen Tafel sitzt mit all seinen Lieben und so, das finde ich weiß.

00:48:39: Als Bild zumindest ein schönes Bild.

00:48:41: Total!

00:48:42: Also das wünsche ich mir auch.

00:48:44: Ich würde mich auch gerne... Sehr lieben Schwester-Freundinnen.

00:48:48: Wir sind nicht biologisch verwandt, aber wir fühlen uns schwesterlich verbunden.

00:48:52: Sind wir irgendwie der Überzeugung, dass wir schon mehrere Leben gemeinsam gereist sind?

00:48:56: Und wir verabreden uns einfach wieder und also in so einer Vorstellung.

00:49:02: das kann ich... Das tut mir gut auch die Vorstellung, dass wird uns wiedersehen wie auch immer.

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