Palliativpflegerinnen Sara Loy und Michaela Bayer: Es gibt keinen richtigen Zeitpunkt zum Sterben
Shownotes
In der 67. Folge von „Über das Ende“ spricht Konstantin Sacher mit den Palliativpflegerinnen Michaela Bayer und Sarah Loy. Sie sind beide noch jung und doch begleiten sie schon viele Jahre Menschen auf einer Palliativstation in ihren letzten Lebenstagen. Sie können also aus erster Hand erzählen, was Ihre Patientinnen und Patienten für Sorgen und Ängsten und Hoffnungen im Sterben haben.
Im Gespräch erzählen sie, warum viele Menschen bereuen, zu viel gearbeitet und zu wenig gelebt zu haben, weshalb Kinder oft natürlicher mit dem Tod umgehen als Erwachsene und warum die Palliativmedizin den Tagen mehr Leben geben möchte. Außerdem erzählen sie von geisterhaften Erscheinungen auf ihrer Station und warum ihnen diese keine Angst machen. Und sie erklären, warum der Tod für sie kein Feind ist.
Das Gespräch wurde im Mai 2026 aufgenommen.
Wenn Sie den beiden auf Instagram folgen möchten:
https://www.instagram.com/elsa.palliative.care/
Das Buch von Michaela Bayer und Sarah Loy heißt „Am Ende zählt das Jetzt“. Sie können es hier kaufen:
https://www.scholo-verlag.de/products/am-ende-zahlt-das-jetzt
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Was erfährt man über das Leben, wenn man über den Tod nachdenkt? Das fragen die Hosts Konstantin Sacher und Julia Schnizlein spannende Menschen im Podcast „Über das Ende“.
Transkript anzeigen
00:00:00: Das hat die Hospiz-Pionierin Cécile Lisondas gesagt.
00:00:04: Es geht nicht darum, dem Leben mehr Tage zu geben sondern den Tagen mehr leben und das ist eigentlich so der Spruch der Palliativmedizin beschreibt.
00:00:19: Ich finde ganz viel Normalität das Angehörige kommen können, wenn sie möchten.
00:00:24: Die Sonne genießen können auf unserem Balkon ausschlafen können zu sagen auch wirklich ich möchte vielleicht erst später essen und ich möchte heute gar nicht essen und eigene Bedürfnisse äußern können die auch gehört werden.
00:00:41: In der letzten Stunde, wenn jemand
00:00:43: verstirbt
00:00:43: gibt es gefühlt keine einzige Glocke oder das andere extrem.
00:00:49: entweder ist es super ruhig Oder
00:00:52: die Patienten nehmen das wahr und werden dann selber einfach unruhig.
00:00:54: Und brauchen
00:00:55: dann uns mehr?
00:00:57: Das ist irgendwas Atmosphärisches.
00:01:02: Hallo, herzlich willkommen zur neuen Folge von Über das Ende!
00:01:04: Mein Name ist Konstantin Sarra.
00:01:06: Ich bin Redakteur von Chrismon und spreche mit
00:01:08: interessanten
00:01:08: Menschen über den Tod und Entsinn des Lebens heute mit Michaela Bayer und Sarah Leuhe.
00:01:13: Schön dass Sie da sind oder schön, dass Ihr da seid.
00:01:15: wir haben uns darauf geahnt, dass wir Du sagen ich freue mich, dass ihr Zeit habt und ich stelle euch auch gleich den Hörern noch vor, aber wir haben immer eine erste Frage.
00:01:24: Und die lautet... Wann hast du das letzte Mal in deinen eigenen Tod gedacht?
00:01:29: Ich weiß nicht wer anfangen möchte.
00:01:31: Also ne wirklich sehr gute Frage!
00:01:35: Ich glaube vor wenigen Tagen.
00:01:38: Ja, ich heute.
00:01:42: Ja vielleicht könnt ihr noch ein bisschen Kontext sozusagen dazu geben.
00:01:44: was war das für eine Situation?
00:01:48: Also bei mir ist es so, dass ich heute auf der Palliativstation war.
00:01:52: In unserer Arbeit hatte er heute Pyrotag und ich habe manchmal ein bisschen Herzprobleme aber aufgrund einer bekannten Herzerkrankung Und da war heut auch wieder was, nichts Schlimmes.
00:02:07: Aber da denke ich dann schon immer, wie wird's mir jetzt gehen wenn da wirklich etwas ernsthaftes dahinter wäre?
00:02:12: Was würde ich machen?
00:02:14: Mir ist das sehr wichtig.
00:02:16: Wenn es bei mir so wäre, egal ob jetzt oder in entfernter Zukunft hoffentlich meine Angehörigen gut vorbereitet sind und deswegen denke ich da immer wieder darüber nachfinde das aber eigentlich auch für mich recht beruhigend darüber nachzudenken weil dann habe ich auch ein Stück weit Kontrolle drüber wie's dann so weiter geht.
00:02:39: Aber ist das so ein Schock, wenn dann irgendwas vom Herz ... Das ist wahrscheinlich ein Gefühl.
00:02:45: Was irgendwie aufgekommen ist, dass man was gemerkt hat?
00:02:49: Also ich hab da Rhythmusstörungen und es ist immer einfach ein beklemmendes Gefühl.
00:02:53: Und auch wenn ich's kenne denke ich mir natürlich trotzdem immer okay... Ist jetzt das was ich kenne oder ist da etwas Ernsthaftes dahinter?
00:03:01: sollte ich das vielleicht doch abklären lassen.
00:03:04: Und das ist dann der Moment wo ich denk.
00:03:07: Aber in der Regel Das war's, was ich kenne.
00:03:11: Genau.
00:03:12: Vielen Dank!
00:03:12: Das war jetzt Michaelia damit sie die Stimmen alle hören und erkennen daraus?
00:03:16: Und jetzt kommt Sarah...
00:03:18: Ja bei mir war das so dass ich einfach vor ein paar Tagen mein Zimmer wieder mal ordentlich ausgemistet habe und aufgeräumt hab und mir dann auch meine Vorsorge vollmacht, die jemand übertragen hat wie dann die Hände gefallen ist und ich dann auch wieder etwas drüber nachgedacht habe meine auch meine Angehörigen gut vorbereiten möchte mit dem, dass sie einfach wissen wie ich mir das Ende vorstelle was noch gemacht werden soll.
00:03:46: Was nicht.
00:03:47: und da habe ich einfach wieder nochmal darüber nachgedacht gehabt, wie ich mich das dann einfach so vorstellen, was ich mir aufschreiben könnte oder was ich eigentlich prinzipiell noch alles ausschreiben müsste mit den ganzen Bankdaten und irgendwelchen Onlinezugängen, was ja doch jetzt einfach zunehmend ist und da hab' ich einfach drüber nach gedacht meinen Angehörigen überlassen möchte, dass sie einfach was an der Hand haben.
00:04:10: Dass wenn ich dann mal gestorben bin das alles leichtes
00:04:12: hält.".
00:04:15: Jetzt könnte man bei dem Thema denken Vorsorgevoll macht und so weiter... Ich würde mit zwei älteren Darbens sprechen,
00:04:20: weil ich hoffe
00:04:21: es ist nicht der Fall, aber es ist auch nicht der fall überhaupt nicht!
00:04:24: Ich merke gerade, dass ich mir nicht aufgeschrieben habe wie alt ihr seid.
00:04:27: Aber jedenfalls noch jung.
00:04:31: Ich stelle euch jetzt nochmal den Hörerinnen und Hörern vor.
00:04:33: Michael Bayer ist Palliativpflegerin im Klinikum Großhadern in München wo wir uns auch gerade gegenüberstehen.
00:04:39: Und sie ist seit Jahrzehnte ausgebildete Fachkraft für palliative Care und auch freie Trauerrednerin.
00:04:44: Und Sarah Leu ist ebenfalls Palliativpflegerin in der gleichen Station auch im Klingium Großhadarn in München.
00:04:54: Die Menschen in ihrer letzten Lebensphase.
00:04:57: Und ist auch Fachkraft für Palliativ Care und im Jahr den Instagram-Account Elsa.Palliatif.Care gestartet heute.
00:05:08: Ich habe vorhin nachgeguckt, siebenvierzigtausend Siebenhundert Follower.
00:05:12: Und sie haben ein Buch zusammengeschrieben.
00:05:13: das heißt am Ende zählt das jetzt was zwei Palliativpflegerinnen von Sterbenden über das Leben lernen.
00:05:20: Also nochmal danke, dass ihr beide Zeit habt im Podcast zu sein.
00:05:23: Danke für die Einladung!
00:05:25: Kann man denn von Sterbenden etwas über das Leben lernen?
00:05:27: und wenn kann man von denen besser was über das leben lernen als von Nicht-Sterbenden?
00:05:33: Also, ich fand schon.
00:05:35: Ich würde dir die Aussage auf jeden Fall bestätigen, wir haben wahnsinnig viel in den letzten Jahren von unseren Patienten und Patientinnen gelernt und auch mitgenommen.
00:05:45: Natürlich sind wir auch älter geworden.
00:05:47: Wir haben relativ früh in dem Bereich angefangen, wir waren beide zwanzig-einundzwanzig.
00:05:51: Natürlich entwickelt man sich weiter aber ich finde, dass ich schon deutlich mein Leben anders liebe als andere Freunde, die nicht damit zu tun haben.
00:06:00: oder das würde ich schon darauf zurückführen dass ich eben viel mit sterbenden Patienten und Menschen arbeite.
00:06:07: Ist es dann sozusagen so ein bisschen ein, Ich lebe es bewusster oder?
00:06:11: Oder was heißt anders?
00:06:12: Anders könnte ja auch schlechter sein.
00:06:16: Ich würde schon sagen, ich lebe sehr bewusst.
00:06:19: Ich habe Ziele und Wünsche, die ich mir nicht aufschiebe, wo ich immer sage, wenn das jetzt realisierbar für mich ist ohne mich Bankrott zu stürzen oder irgendjemand verraten zu müssen... Dann mach ich das.
00:06:38: Ich will unbedingt drei Wochen nach Italien, dann versuche ich es zu ermöglichen und sagen, nee, komm in der Rente hätte ich ja noch so viel Zeit.
00:06:48: Das mache ich nicht.
00:06:49: Für mich ist es hier und jetzt das Wichtigere.
00:06:55: Und du Michael?
00:06:56: Mir geht's auch so tatsächlich ... Grundverschiedene Menschen irgendwie, die Sache und ich.
00:07:03: Und gleichzeitig aber auch sehr gleich.
00:07:06: Also bei mir sind es glaube ich ein bisschen andere Wünsche oder andere Lebensträume, aber mir geht's auch so.
00:07:15: Ich finde auch das der Buchtitel schon sehr gut beschreibt.
00:07:19: also der Titel ist ja wie schon genannt am Ende zählt das jetzt und wir haben das ganz bewusst auch so gewählt dass auch nicht nur damit das Lebensende gemeint ist, sondern auch unterm Strich zählt das jetzt.
00:07:34: Und zwar nicht nur in der letzten Lebensphase, sondern wirklich im ganzen Leben.
00:07:40: es zählt dass jetzt und... dass es wichtig ist, das möglichst gut zu leben.
00:07:44: Und das heißt nicht nur, dass man alles rausholt und alles macht was man halt im Leben machen möchte.
00:07:51: Das merke ich auch, dass mich das teilweise auch stressen.
00:07:55: bisschen der Gedanke, boah!
00:07:56: Es könnte ja jederzeit vorbei sein für mich aber auch für meine nahestehenden Angehörigen die mir wichtig sind.
00:08:03: Dass sich merken, es gibt mir zum einen das Bewusstsein darüber Dafür auch die Kraft, dass ich das alles durchziehe.
00:08:13: Und gleichzeitig manchmal auch ein bisschen Stress, weil ich mir denke, wenn es jederzeit vorbei sein kann, dann muss ich ja vorher noch alles erleben und dann kommt man so ein bissel ins Hasseln und der Stress dann auch wieder.
00:08:24: Die Zulule ist... Die übt einen Druck
00:08:26: raus.
00:08:26: Genau!
00:08:28: Aber insgesamt finde ich's auch sehr bereichernd.
00:08:33: Vielleicht könnt ihr kurz beschreiben, wie der Arbeitsalltag als Palliativpflegerin aussieht.
00:08:40: Im Endeffekt ist es schon sehr individuell die Tage, weil wir betreuen die Patienten auch so patientenorientiert und Ressourcen orientiert wie möglich.
00:08:51: Und dann kann das sein, dass der eine Tag irgendwie für uns super stressig aussieht, weil man von ein Zimmer zum nächsten sprint.
00:08:58: um die Bedürfnisse zu erfüllen.
00:09:00: Aber im Endeffekt ist es so, wir lassen uns darauf ein was die Patienten sich wünschen und das kann dann an einem Eintag ausdehnen.
00:09:07: alle drei bis vier Patienten, die wir betreuen im Frühdienst zum Beispiel möchten duschen und am nächsten Tag sagen wir haben gestern geduscht heute machen wir irgendwie nur das Minimalste und dann am nächsten tag sitzen mit den Patienten auf dem Balkon geben Eis ein Reden mit den Angehörigen, begleiten die Angehöhrigen auch mit.
00:09:27: Gehen auf ihr Sitte mit!
00:09:32: Es ist super individuell.
00:09:34: und das ist auch der Schöne daran weil wir wirklich nicht so wie wir es auch gelernt haben in der Ausbildung, dass man halt eben ja ganz in der Früh direkt nach der Übergabe geht mir rein.
00:09:45: So überall jetzt Blutdruckmessen wie Teilzeichenmessen alle aufwäcken, alle am besten noch bevor's Frühstück da war und vor allem der Arzt irgendwie noch alle waschen usw.
00:09:57: Das ist halt... schwierig, da irgendwie individuelle Bedürfnisse zu erfüllen und das ist halt bei uns ganz anders.
00:10:05: Das heißt allein schon wenn die Patientinnen und Patienten morgens irgendwie sagen sie möchten ein bisschen länger schlafen weil die Nacht nicht so gut war dann ist es in Ordnung.
00:10:14: Dann denken wir uns okay gut dann schauen wir zu dem nächsten und dann kann schon sein dass irgendwie drei unserer Patienten morgens ausschlafen wollen und dann mittags alle auch gern gewaschen werden möchten, aber es ist auch in Ordnung für uns.
00:10:28: Aber
00:10:28: ist das denn so dass man einfach mehr Kapazitäten hat auf einer Palliativstation?
00:10:33: Weil das ist ja oft eher so.
00:10:34: wahrscheinlich würden auch auf anderen Stationen die Pfleger gerne individueller darauf eingehen, aber geht da nicht auf guter Zeitdruck?
00:10:41: Ja absolut also.
00:10:43: wir waren auch beide nach der Ausbildung auf einer anderen Station.
00:10:47: Die Sache wenn ich Song laufe war auf einer Knochenmarkstransplantationsstation und ich war auf der Bauchschirurgie mit Schwerpunkt-Darmkrebs.
00:10:56: Und bei mir war es so, dass wir auf meiner vorherigen Station genau den gleichen Personalschlüssel hatten wie jetzt auf der Palliativstation wo wir zehn Patientinnen und Patienten haben Und vorher hatten wir drei und vier Zigbetten.
00:11:12: Also man kann sich ausrechnen, dass auf eine Pflegekraft einfach das Vierfache an Patienten gekommen ist die aber auch schwer krank waren teilweise.
00:11:22: da ist einfach wenig Spielraum für Individualität.
00:11:25: und auch ganz ehrlich gesagt was uns auch wichtig ist es auch die angehörigen Betreuung.
00:11:31: die fällt auf vielen anderen Stationen einfach komplett hinten runter.
00:11:36: Die finde ich auch super wichtig und im Endeffekt gerade auch im Sterben.
00:11:42: Das sind ja dann die Menschen, die dann auch übrig bleiben, die hinterblieben werden und irgendwie weiterleben müssen möglichst gut.
00:11:51: Da ist das schon sehr hilfreich.
00:11:53: Woher kommt es?
00:11:54: Wisst ihr das?
00:11:56: Es kostet ja noch mehr Geld wenn weniger Patienten für genauso viele Pflegerinnen oder Pflegers da sind Gibt es einfach mehr Geld dann für diesen Teil des Lebens?
00:12:07: oder warum kann man das sich da sozusagen leisten und sonst nicht?
00:12:12: Es ist auch eine Zertifizierungssache, glaube ich.
00:12:15: Es ist natürlich auch sehr gut für ein Klinikum wenn man sagen kann, man hat eine Palliativbetreuung.
00:12:22: Wir haben bei uns am Klinikum auch ne SAPV also eine spezialisierte ambulante Palliativversorgung.
00:12:29: Das ist ein separates Team Und da macht man ganz viel, was wir als Palliativstationen an Minus machen, holen die wohl wieder rein.
00:12:38: Also es ist ein Minusgeschäft.
00:12:41: Also Sterben bringt für Kliniken kein Geld?
00:12:44: Das ist hauptsächlich wirklich prästisch dann.
00:12:48: Ja
00:12:49: und also haben jetzt ja schon wissen die meisten Leute wahrscheinlich auch schon angedeutet also auf die palliativ station kommen Menschen in ihrer letzten lebensphase im Sterben oder zumindest im Sterbeprozess.
00:13:02: Aber gibt es eigentlich auch mal jemanden, der wieder herunterkommt von der Praxis, wo man sich dann doch geirrt hat?
00:13:09: Gab's noch eine Geschichte?
00:13:09: Schau mal!
00:13:11: Also wenn man jetzt das so grob runter bricht und sagt also diejenigen, die
00:13:15: wieder
00:13:15: atlende Wunderheilungen erhalten... Das haben wir jetzt noch nicht erlebt.
00:13:22: Es gibt aber Fälle dass jemand doch erstaunlich länger gelebt hat, als wir das eigentlich eingeschätzt haben oder die Erkrankung eigentlich irgendwie dagegen spricht.
00:13:32: Wir hatten jetzt glaube ich auch den Fall dass ein Patient von uns in einen Hospiz gekommen ist und jetzt aber glaube ich nach einem Jahr wieder ausziehen musste weil derjenige hat sich weiterhin stabilisiert nicht verschlechtert und so solche Sachen gibt
00:13:47: schon.
00:13:48: Also
00:13:49: was
00:13:49: PIDS kommt man nach der Politivstation?
00:13:52: Genau Also die Palliativstation ist immer an ein Krankenhaus gebunden und es eine Station, wo man so in der Regel um die zwei Wochen bleiben kann zur Symptomkontrolle auch zur Planung der Weiterversorgung.
00:14:07: Wenn's zu Hause eben nicht mehr geht und man dann doch eben stabil genug ist also zu gucken, wo kannst du ansonsten hingehen oder gegebenfalls auch eben zur Sterbebegleitung diese zwei Wochen sind Ein bisschen flexibel.
00:14:23: Also es ist schon so, wenn jetzt jemand zur Symptomkontrolle zum Beispiel kommt und wir stellen das ein und demjenigen geht's besser dann sagt man vielleicht okay vielleicht machen wir uns an die Planung der Weiterversorgung vielleicht kanns in einen Hospiz gehen Die Hospiz hier haben leider auch bei uns nicht.
00:14:40: also die warten jetzt nicht unbedingt drauf dass wir anrufen haben nicht so viele Plätze Das heißt mal einige Tage oder auch ein paar Wochen dauern, bis man da überhaupt einen Platz hat.
00:14:52: Und wenn sich jetzt die Patientinnen in der Zeit dann doch verschlechtert vom Allgemeinzustand und den Sterbeprozess kommt, dann verlegen wir auch nicht mehr.
00:15:01: Dann ist es okay dass das bei uns passiert und dann auch gegebenenfalls über die Zeit deutlich hinausgeht.
00:15:08: Aber in der Regel wäre das Ziel dann ein Hospiz.
00:15:11: Und das Hospiz ist eine externe eigenständige Einrichtung, die wirkt auch wie eine Palliativstation darauf spezialisiert ist Menschen im Sterben zu begleiten Auch mit Pflegefachkräften und Ärzten, die da fortgebildet sind.
00:15:27: Da gibt es verschiedene Regelungen.
00:15:29: Manche Hospizien nehmen drei bis sechs Monate, die Menschen auf andere bis zu einem Jahr und was darüber hinausgeht ist halt dann auch für die schwierig weil bei einer in dem Hospiz ist es so dass wirklich der allergrößte Teil zwar von den Krankenkassen übernommen wird aber auch ein Teil Spenden basiert ist Und das wird... Das ist einfach auch eine finanzielle Frage.
00:15:52: Aber denn ist eigentlich nicht vorgesehen Eure Verstärkungen sterben, sondern es ist eigentlich vorgesehen, dass sie dann nochmal Wohleinsin kommen.
00:16:00: oder habe ich das jetzt nicht richtig verstanden?
00:16:03: Also man muss schon sagen, dass die meisten tatsächlich bei uns sterben.
00:16:08: Ich glaube wir haben mit unserem Oberarzt besprechen wie immer die Zahlen des letzten Jahres weil wir da auch auf Instagram dann auch was drüber schreiben.
00:16:18: Letztes Jahr war es glaube ich so, dass sieben von zehn Patienten bei uns gestorben sind und die anderen drei entweder ins Hospiz nach Hause oder auch in einem Pflegeheim zurückverlegt wurden.
00:16:30: Bestenfalls wäre es schon so, das die Menschen palliativ angebunden werden, sobald keine Heilungschancen mehr besteht weil es einfach also die Palliativversorgung kann halt unendlich viel Gutes tun.
00:16:47: Und leider ist es aber so, dass vielen Menschen mit schwere Erkrankungen zum einen das unangenehm sind.
00:16:54: Weil man auch das Bild hat wenn ich auf die Palliativstation komme dann zack!
00:16:59: Ist es vorbei irgendwie?
00:17:00: Dann muss sich gleich sterben.
00:17:02: und zum anderen muss man aber auch ganz ehrlich sagen, dass viele Patientinnen und Patienten gar nicht das Angebot bekommen von ihren behandelnden Ärzten weil dieselbe entweder dann noch die Hoffnung nicht aufgegeben haben oder noch Therapieoptionen anbieten, die nicht mehr heilen sind.
00:17:19: Aber vielleicht noch irgend einen Mehrwert haben.
00:17:22: und wenn es nur finanziell ist ehrlich gesagt?
00:17:26: Ja deswegen kommen leider viele einfach auch zu spät zu uns und sterben dann bei uns und können nicht mehr so viel weiter verlegt werden was dann schwierig ist.
00:17:35: weiter bestätigt sich das Bild auch wieder.
00:17:40: Jetzt kommt die Werbung.
00:17:41: Kennen Sie Christmund eigentlich schon?
00:17:42: Bei uns dreht sich alles um das Leben.
00:17:44: Freude und Leid, Glück und Unglück – immer mit dem Blick auf Lösungen.
00:17:48: Mut zum Leben!
00:17:49: Das ist Chrismon.
00:17:50: Wenn Ihnen das gefällt und wenn Ihnen dieser Podcast gefällt werden Sie Digitalabonnent.
00:18:01: In Ihrem Buch schreiben sie an der Stelle, es gibt eigentlich kein richtiges Alter zum Sterben.
00:18:07: Man denkt hier beim Sterben automatisch eher mal so an ältere Leute, natürlich weiß man auch das es Sterben nicht unbedingt nur am Alter passiert sondern in jedem Lebensalter einem passieren kann oder Menschen passiert.
00:18:19: aber ist es so dass ältare Leute leichter sterben können?
00:18:24: Oder stärkt das eigentlich hinter diesem Satz, dass es keinen richtigen Alter gibt, dass das nicht so ist?
00:18:31: Also in den zehn Jahren, seitdem wir jetzt zusammen auf der Station arbeiten hat sich der Altersdurchschnitt schon deutlich verändert.
00:18:39: Das schon früher.
00:18:41: vor zehn Jahren war das Gefühl so, wenn eine Person die um die vierzig war zu uns gekommen ist es eigentlich fast eine Rarität.
00:18:51: Es war so selten dass es für uns ein spezieller Fall mehr oder weniger war.
00:18:56: Mittlerweile ist es doch deutlich häufiger und man kann nicht sagen, die einsterben leichter.
00:19:03: Die anderen irgendwie schwerer.
00:19:04: also wir haben neunzigjährige erlebt, die sich wahnsinnig schwer tun loszulassen, die wirklich darunter gelitten haben, die eine wahnsinnige Angst hatten und wir hatten achtzehn jährige, neunzehnjährige dass es so angenommen haben, so akzeptiert haben das für uns mit einer der leichtesten Begleitungen waren.
00:19:26: Die wahnsinnig berührend und traurig sind vor uns wenn man sich schon denkt warum muss jemand zu junges gehen?
00:19:33: Aber dennoch die Familien konnten das viel besser akzeptieren bei den Jüngeren.
00:19:37: Die Patienten selber waren unglaublich dankbar
00:19:40: für alles.
00:19:41: Aber gibt es denn irgendwas anderes, was das dann ausmacht?
00:19:44: Wenn's nicht das Alter ist.
00:19:46: Was eher mit eurer Erfahrung sozusagen jetzt herauskommt, was den Leuten das erleichtert zu gehen?
00:19:52: Ich hab schon das Gefilmengespräch mit den Patienten die gut auf ihr Leben zurückblicken können und sagen ich habe irgendwie alles erreicht.
00:20:00: Alles meine Wünsche sind erfüllt gewesen.
00:20:03: Es ist okay sie haben sich damit auseinander gesetzt auch früh auseinandersetzt mit dem Tod und mit dem Sterben.
00:20:09: Die tun sich deutlich leichter, als die, die nie darüber gesprochen haben, tabuisiert haben.
00:20:14: Wo es in der Familie eigentlich irgendwie nie Gespräche darüber gab.
00:20:17: Da tun sich die Familien deutlich schwerer damit umzugehen?
00:20:21: Ja, egal in welchem Alter.
00:20:24: Und es gibt kein richtiges Alter.
00:20:25: aber gibt es so dieses ... sagen wir mal das... Es gibt eine Bibel des Wortes lebenssatt, also wenn man so richtig ... Gibt's das auch?
00:20:34: oder ist das dann eher nicht auf der Paläatiestation?
00:20:36: vielleicht weil die Leute ja da krank sind?
00:20:38: Doch, gibt's auch.
00:20:39: Ja also finde ich auch immer wieder kommt das Wort in den Kopf wenn ich Patienten irgendwie betreue wo ich sage es reicht jetzt ist okay
00:20:48: ja so Es gibt auch... Also ich finde es gibt einen Unterschied zwischen lebensmüde und lebenssatt.
00:20:55: Und das merkt man dann schon auch in der Kommunikation, weil wir das schon immer wieder hören.
00:21:00: Auch dass Leute sagen ich bin lebenssmüde auch von den Therapien die ich hatte, die waren alle so extrem anstrengend und ich will nicht mehr und ich kann nicht mehr.
00:21:10: aber es gibt auch Menschen die sagen Ich bin lebendssatt!
00:21:14: im positivsten Sinne genug.
00:21:17: Ich habe das alles erlebt, eben wie die Sarah schon gesagt hat was ich gerne erleben möchte.
00:21:21: Ich hab alles organisiert meine Leute wissen alle Bescheid und dann ist es gut.
00:21:28: dennoch ist es so dass also Menschen gibt die bei uns auf der Station sind die sagen so ich möchte jetzt gern sterben es reicht mir jetzt aber noch gar nicht sterbend sind diese Todeswünsche äußern und teilweise in gar nicht so häufig, aber manchmal dann schon auch Fragen.
00:21:50: Gibt es denn nicht die Möglichkeit eben nach assistierten Suizid?
00:21:54: Was wir nicht anbieten.
00:21:56: Aber da ist es halt dann auch wichtig rauszufinden woran liegt das eben an Nebenwirkungen vielleicht, die sie noch spüren oder wo Sie sagen, dass möchten sie nicht mehr weil da kann die Palliativmedizin halt wahnsinnig gut ansetzen.
00:22:10: Aber dieses Lebenssatz Ist das was, was dann auf alte Leute beschränkt ist?
00:22:13: Oder könnte man das theoretisch auch im jüngeren Stadium sein.
00:22:17: Ich hätte jetzt tatsächlich immer nur erst mal mit den Patienten in Verbindung gebracht die älter sind.
00:22:23: und woran liegt es dass es jetzt mehr jüngere Leute gibt bei euch auf der station.
00:22:28: also zum einen glaube ich dass sie palliativmedizin schon auch weiter fortgeschritten ist.
00:22:39: Nicht die Zahlen parat.
00:22:41: Aber wir sind jetzt beide zehn Jahre auf der Station und es kommen schon auch mehr jüngere Menschen, ich glaube dass sie vor zehn Jahren auch da waren aber halt auf den Intensivstationen gestorben sind unter Behandlung und Untertherapien.
00:22:55: Und die Palliativmedizin wird auch bekannter wird auch mehr angeboten wird von dem behandelnden Ärztinnen und Ärzten angenommen oder auch involviert, sodass die Menschen sich dann hoffentlich oder das Gefühl habe ich mehr selber entscheiden können.
00:23:14: Jetzt reicht es!
00:23:15: Auch wenn ich jünger bin?
00:23:16: Ich kann nicht mehr und lass mich palliativmedizinisch mitbehandeln weil mir das einfach mehr Lebensqualität gibt.
00:23:25: Also Lebensqualität ist glaube ich so... Das Wort was palliativen Medizin beschreibt einfach dass die Menschen bei uns eine Qualität haben.
00:23:35: Da gibt es einen sehr guten Spruch, den muss ich sagen.
00:23:38: Das hat die Hospiz-Pionierin Cécile Lissonne das gesagt.
00:23:43: Es geht nicht darum dem Leben mehr Tage zu geben sondern den Tagen mehr leben und dass ist eigentlich so der Spruch der Palliativmedizin beschreibt und auch das Schöne daran.
00:23:57: Und in Ihrem Buch haben Sie ja auch an einer Stelle geschrieben, oder schon habt ihr in einer Stelle geschrieben, dass das was die Menschen sich unter einem sinnvollen Leben aufvorstellen.
00:24:06: Also was ihnen Sinn gibt im Leben, sich ja auch nochmal ändert dann am Ende dieser letzten Lebensphase?
00:24:11: Was ist es denn wenn Ihr versucht so zu beschreiben, was gibt's irgendwas, was sich eher als Gemeinsamkeit heraus kristallisiert, was den Leuten wichtig ist, was ihnen sinnvoll erscheint so in ihrem Leben in der letzten Phase?
00:24:23: Normalität und Würde.
00:24:25: Also ich finde ganz viel Normalität einfach das Angehörige kommen können, wenn sie möchten.
00:24:30: Die Sonne genießen kann eben auf unserem Balkon irgendwie ausschlafen können zu sagen auch wirklich Ich möchte vielleicht erst später essen und ich möchte heute gar nicht essen Und irgendwie eigene Bedürfnisse äußern können die auch gehört werden.
00:24:44: Dass man weiterhin so weit autonom bleiben kann wie man es früher auch Also in Anführungszeichen, wie man früher auch war.
00:24:51: Aber eben dass man Entscheidungen selber treffen kann.
00:24:54: Das ist für viele glaube ich ganz ganz wichtig was eben auch mit Würde einfach zu tun hat.
00:24:58: Aber gibt es so... Man könnte sich ja vorstellen das sich dann so große Fragen nochmal auftun?
00:25:02: Wie habe ich jetzt eigentlich das richtige Leben gelebt zum Beispiel oder habe ich eigentlich alle Beziehung die ich hatte zu irgendeinem Punkt gebracht wo ich jetzt sagen kann okay die kann ich hinter mir lassen.
00:25:14: beobachte ihr das auch?
00:25:15: Dass solche Fragen und solche Situationen aufkommen
00:25:18: Ja, das kommt immer wieder vor.
00:25:19: Dass dann doch noch irgend ... Also der Patient wird aufgenommen oder die Patientin und dann heißt es Ehefrau, Kind Bruder Schäste irgendwie ganze Familienstandbaum.
00:25:31: Und dann ist da trotzdem vielleicht nochmal irgendwie ein Kind aus erster Ehe Wozu derjenige irgendwie keinen Kontakt hatte im mehrere Jahre lang.
00:25:38: und dann kommt auch immer wieder die Frage Ob man vielleicht dann doch nicht nochmal ein Gespräch suchen kann ob wir nicht dabei helfen können Und das versuchen wir dann auch, irgendwie mit den Angehörigen zusammen und dem Patienten wieder Kontakt zu finden.
00:25:51: Es kommt immer wieder vor, dass die Jahrelang kein Kontakt kommt und bei uns auf Stationen gibt es noch mal ein Gespräch oder einen Treffen um das eben wieder aufzuarbeiten.
00:26:02: zum Ende hin.
00:26:06: Ich glaube was die meisten Menschen sonst bewegt ist eher wirklich das Was habe ich verpasst im Leben?
00:26:12: Also wirklich so diese Sachen.
00:26:15: Wir haben uns gedacht, wenn wir in Rente gehen kaufen wir uns ein Haus in der Tuscana und fahren dann da immer hin oder machen ganz viele Urlaube.
00:26:25: Das war alles nicht möglich weil man immer am arbeiten war, am sparen war usw.
00:26:32: Da haben wir schon aufgehört dass das einfach ja dann nicht mehr möglich war und dass sie das schon bereuen also wirklich ihre persönlichen Lebensziele zu verfolgen
00:26:44: Da kommt das sehr, was ihr am
00:26:45: Anfang gesagt habt.
00:26:46: Genau.
00:26:46: Das wollte ich ja nicht erleben.
00:26:48: Ja genau.
00:26:49: Aber wenn man ... dieses Klischee ist ja so ein bisschen dieses ... Ah!
00:26:53: Wie weiß ich?
00:26:54: Es gibt auch einen Film immer wieder oder... Ich glaub aber auch mal irgendeine Werbung wo das drin vorkam.
00:26:59: Ich hab immer gearbeitet und hätte mehr Zeit mit meinen Kindern verbringen sollen.
00:27:02: Das ist nicht nur ein Klischee, sondern das kommt wirklich vor.
00:27:05: Wirklich?
00:27:06: Das ist ganz häufig.
00:27:08: Ich habe so viel gearbeitet ich hätte mir Zeit mit der Familie verbringen soll.
00:27:12: Und ich hatte mehr Zeit für das aufbringen sollen was es mir eigentlich wichtig ist.
00:27:17: Was sagt ihr den Leuten dann weil man will sie ja da nicht... Das ist ein negatives Gefühl, weil es ja ein Bereuen ist.
00:27:24: Aber letztendlich versucht man nicht mehr ändern kann.
00:27:26: Die Zeit war schon ... Habt ihr eine Art von Umgangsweise, die wir die Leute dann versucht wieder im Selbstweltgefühl aufzubauen in so einem Moment?
00:27:37: Ich rede mit den Patienten und frage nach schönen Momenten.
00:27:41: Wir versuchen diese Momente, die doch da waren vorzuholen oder eben auch zu sagen, die Menschen haben eigentlich nach besten Willen gehandelt zu sagen, ich wollte ja viel arbeiten damit wir uns dieses Haus leisten können.
00:27:56: Damit meine Familie gut abgesichert ist irgendwie in der Zukunft und da versuchen wir das eben auch daran zu bestärken dass er nie böswillig irgendwie war.
00:28:04: Und wenn jemand auch ein Workaholicer war und das gerne gemacht hat dann war es trotzdem für ihn in dem Moment das Richtige.
00:28:12: Und auch in Austausch zu gehen mit den Angehörigen zum Sagen empfindet ihr das eigentlich so?
00:28:18: Also habe ich da irgendwas verpasst, weil oft sagen die ... Nee, das war voll in Ordnung.
00:28:23: Wenn du mir daheim gewesen wärst, es wäre ja schlimm gewesen.
00:28:26: Da wären wir uns irgendwie total auf den Erfen gegangen.
00:28:30: Das wäre vielleicht auch nicht gut.
00:28:32: Wäre die Angehörigen dann sagen, ja stimmt!
00:28:35: Und dann kann man trotzdem vielleicht ...
00:28:38: irgendwie
00:28:40: eine Verständigung hinbekommen.
00:28:41: Das haben
00:28:43: wir zum Glück noch nicht erlebt.
00:28:44: Ja, das ist ein bisschen ausdensibel.
00:28:45: Stimmt zwar aber
00:28:46: ich sage es nicht.
00:28:49: Und ein Thema was am Anfang... Also diesen Podcast gibt's jetzt!
00:28:52: Ich glaube, zweieinhalb Jahre am Anfang kam es in Gesprächen oft vor.
00:28:55: Jetzt ist mir heute aufgefallen und das ist schon länger nicht mehr vorkam.
00:28:57: Aber ich wollte es mal ansprechen weil ich glaube du Michael bist auch Kindertrauerbegleiterin.
00:29:02: also an der Umgang mit Kindern die trauern oder ich weiß nicht ob es nochmal extra Kinder-Paliativstationen gibt oder ob auch Kinder bei euch auf der Station sind.
00:29:10: Also wie man mit Kindern umgeht, die mit dem Tod konfrontiert sind in welcher Richtung jetzt auch immer Würdest Du erstmal sagen dass es da einen grundsätzlichen Unterschied gibt?
00:29:19: Muss man da erst einmal anders herangehen.
00:29:21: Eigentlich ist das nur eine Vorstellung, die man hat.
00:29:25: Also es gibt den Unterschied dass Kinder sehr viel offener mit dem Thema Tod umgehen als das Erwachsene tun je nachdem in welchem Alter sie sind.
00:29:36: ganz kleine Kinder natürlich können das noch nicht vollumfänglich begreifen was es eigentlich bedeutet aber die ca.
00:29:47: neunzehn, elf Jahre sind.
00:29:49: Die begreifen das dann schon deutlich mehr und auch in der Jugend natürlich.
00:29:54: Ich habe immer das Gefühl, dass es bei Kindern so ist, dass denen das noch nicht so sehr antrainiert ist ihre Emotionen zu unterdrücken wenn sie gerade irgendwie nicht passend sind oder auch nicht so von der Gesellschaft erwartet oder erhofft werden also dass es schon so irgendwie so mit dem Herz dabei sind und auch nicht das ganze negative so sehen.
00:30:20: Also es gab schon einige Situationen, wo zum Beispiel die Oma gestorben ist und die Eltern, also sagen wir mal die Tochter der Patientin hat ein Kind gehabt von fünf sechs Jahren und hat dann gefragt soll das Kind überhaupt kommen?
00:30:38: Das sehr schrecklich da die Omas zu sehen Und wir versuchen die da schon zu bestätigen.
00:30:45: Natürlich kennen sie ihr Kind am besten, und wenn das Kind sagt es möchte, das nicht sehen, es möchte nicht kommen ist es auch in Ordnung aber dass man dem Kind die Möglichkeit gibt und dann bevor das Kind in das Zimmer geht halt zu sagen Schau mal her die Oma schaut jetzt so und so aus also auch wenn sie im sterben ist aber auch danach zu sagen eben wie ist denn die Situation?
00:31:11: einfach mal zu lassen.
00:31:12: Und dann sieht man, dass das Kind wenn es ins Zimmer geht schaut zu den Eltern wie reagieren die?
00:31:17: und wenn die da total versteinnert in der Ecke stehen und weinen und irgendwie... Dann ist das Kind auch eher verunsichert.
00:31:25: aber wenn man erstmal das Kind lässt habe ich schon so schöne Situationen erlebt wo das Kind einfach zu Oma hingeht, die Oma streichelt.
00:31:34: Der Oman pusst sie gebt und sagt mei du bist jetzt aber irgendwie kalt oder so?
00:31:38: Oder warum ist die Omer denn jetzt härter?
00:31:41: Also härter vom Gefühl?
00:31:42: Genau!
00:31:43: Einfach schon die Muskeln verstreift sind dann... Und dann kann man das erklären.
00:31:48: und dann sagt es kind okay und spielt oder sagt ah darf ich jetzt spielen gehen und so.
00:31:54: und das war's also so.
00:31:57: Ich persönlich hatte auch letztes Jahr, dass mein Opa gestorben ist und meine ... die Jüngere meiner zwei jüngeren Cousinen.
00:32:06: Die ist zum Opa im Sterben.
00:32:09: Sie hingegangen hat den gestreichelt.
00:32:11: Hat immer, wo sie gegeben hat, gesagt.
00:32:14: Wir wissen gar nicht, woher sie es hatte, weil wir haben da gar nichts so gesagt aber sehr gesagt du brauchst dir nix denken, du kommst jetzt zur Traudeloma.
00:32:23: Wir standen alle da, waren völlig fertig.
00:32:26: Und die ist da einfach ganz natürlich damit umgegangen und...
00:32:31: Ist das vielleicht auch so?
00:32:31: was?
00:32:31: Dass Kinder sich jetzt sowas... Du kommst jetzt zur Traudel-Oma, könnte man jetzt wie auch immer deuten aber gewissenswindeweise so spirituärdes denken irgendwie.
00:32:40: Das fällt Kindern ja vielleicht leichter weil sie jetzt hier denken.
00:32:42: natürlich heutzutage, wir wissen es gibt
00:32:44: keine
00:32:45: Himmel wo die Traudeln oma sitzt.
00:32:47: Wenn wir's nicht denken, wurde uns schon tausendmal gesagt dass es denen nicht gibt.
00:32:51: Das ist ja bei Kindern vielleicht ein bisschen anders.
00:32:53: Also spielt das auch eine Rolle, dass sie vielleicht eher so einen Zugang zu was auch immer das ist der spirituellen Welt haben?
00:32:59: Ja, auch mehr Fantasie einfach die ihnen noch nicht abtrainiert wurde.
00:33:04: also auch wir wissen... Ich für meinen Teil weiß nicht ob es was danach gibt.
00:33:09: Sie
00:33:11: deckert auch
00:33:11: in einem christlichen Podcast.
00:33:13: diese Möglichkeit soll auf jeden Fall bestehen bleiben.
00:33:15: Genau!
00:33:16: Es gibt ja auch noch ein schönes Kapitel in eurem Buch da wollte ich auf jeden fall noch gleich draufzusprechen
00:33:20: kommen.
00:33:21: Aber also Kinder sind, eigentlich ist es eher ein Problem der Eltern oder Erwachsenen mit Kindern über den Tod zu sprechen und nicht so sehr der Kinder.
00:33:30: So höre ich das jetzt raus?
00:33:31: Ja genau, Kinder haben halt auch wahnsinnig viele Fragen.
00:33:36: Auch sehr ehrliche Fragen.
00:33:37: Das kennt man von Kindern.
00:33:38: die sind Ehrlichkeit in Person und sagen dann schon ja was passiert da wenn die Oma jetzt da in dem Sarg ist und in die Erde kommt wird sie denn nicht von Würmann zerfressen?
00:33:50: Und dann schluckt man erst mal als Erwachsener.
00:33:53: Aber da gibt es auch mittlerweile wahnsinnig gute Bücher dazu, die das sehr kindgerecht und wirklich... ehrlich, aber nicht gruselig beschreiben und erklären.
00:34:02: Oder würde man dann schon sagen ja und nicht schummeln oder?
00:34:05: Ja also tatsächlich ist es so dass man nicht von Würmern zerfressen wird weil der sagt in der Erde viel weiter runter kommt da gibt's gar keine Würmer mehr da wo man isst also da soweit unten.
00:34:17: Also das stimmt sowieso nicht.
00:34:18: Aber das ist natürlich das Bild was Kinder haben wenn man unter die Erde kommt Das sind Würmer.
00:34:25: Ich wusste das auch nicht.
00:34:27: Aber
00:34:31: dass der Körper zerfällt und es so lange im Lesungsprozess gibt ...
00:34:37: Das schon, aber ich glaub wichtig im Umgang mit Kindern ist... Da gibt's auch so einen guten Satz, alles was man sagt sollte wahr sein.
00:34:46: Aber man muss nicht alle sagen, was wahr ist.
00:34:48: Man muss ja jetzt nicht sagen die Oma zerfällt da in kleinste Einzelteile und die Erde drückt es dann rein und irgendwie so.
00:34:55: Und das riecht ganz furchtbar wenn sie verweßt.
00:34:58: Sondern man kann das ja auch anders aber sagen dass es halt eben dauert, dass die Omer zur Erde wird und dann können vielleicht Blumen rauswachsen usw.
00:35:08: Ich hab's grad schon angesprochen.
00:35:10: dieses Kapitel Ich glaube, wenn ich es mir richtig aufgeschrieben habe ... Wenn ich es mich richtig aufgeschrieben hab.
00:35:16: Übersinnlich ist auf der Palliativstation.
00:35:19: Das hab' ich sehr gerne gelesen weil's auch so ein bisschen einen Aspekt bedient, den man eher im normalen Leben ja jetzt individuell wahrhaben will oder nicht wahrnimmt.
00:35:29: Vielleicht könnt ihr mal eine Geschichte erzählen was passiert denn übersinnliches bei euch?
00:35:35: Also ich liebe dieses Thema sehr!
00:35:38: Weil wir haben das ja beide wirklich selber erlebt Und die Erfahrung kann es glaube ich auch keiner einfach abstreiten.
00:35:46: Also irgendwie, manchmal haben wir das Gefühl ist einfach irgendwas
00:35:49: da!
00:35:51: Ich glaube der Klassiker oder das Schöne was man immer wieder sagen kann ist zum Beispiel Wir haben Nachdienst und das ist ja hier alles ruhig und still und wenn man sich auf die Arbeit gut einlässt hat man irgendwann so einen Gefühl irgendwie so einen anderen Sinn.
00:36:04: noch habe ich das Gefühl erhält man irgendwie Und dann ist das ganz oft, es ist alles ruhig und ich weiß nicht, ob irgendwie den Patienten gerade sterbend ist.
00:36:14: Aber jetzt nicht so dass ich schon irgendwie dabei bleibe oder das reicht nicht immer einmal alle die Stunde oder eine halbe Stunde mal ins Zimmer schaue um demjenigen auch Raum zu lassen und vielleicht möchte derjenige ja auch alleine sterben.
00:36:26: aber genau irgendwann hatte ich das schon öfter.
00:36:28: Ich sitze einfach in unserem Stoßpunkt mach grad irgendwie Doku mache irgendwas anderes und irgendwann durchfährt's mich.
00:36:36: Ich glaub, da muss ich jetzt mal ins Zimmer reinschauen.
00:36:40: Ohne jeglichen Grund.
00:36:41: Weil derjenige war davor entspannt und hat zwar sein Sterbeprozess, aber nicht akut ... Und dann gehe ich in dieses Zimmer rein und derjenig ist entweder verstorben oder ist grad in den letzten Atemzügen, dass ich mich natürlich dazu setze.
00:36:57: Das ist ganz oft schon vorgekommen, dass mich wirklich irgendwas durchfährt, wo ich sag, ich muss jetzt ins Zimmer schauen.
00:37:04: Anders habe ich schon mal erlebt, das war ein bisschen gruseliger.
00:37:07: Gebe ich ja auch zu.
00:37:10: Was ist das denn, was dich dann durchfährt?
00:37:12: Es steigt einfach so einen Gefühl auf würde man es so nennen oder dass es tatsächlich einen Zwicken, einem körperlichen Zwickn... Ich weiß es nicht deswegen.
00:37:20: Ja, es ist irgendwie so gefühlt die Nerven zu reizen da gerade so ein bisschen.
00:37:26: Ist auch ein Gedanke einfach reinschießt, da muss ich ihr meinen Körper so jetzt
00:37:30: Wie wenn einem gerade was einfällt.
00:37:32: Ja, genau!
00:37:34: Wie wenn man sich denkt oh hab ich ein Herz ausgemacht?
00:37:37: Denkt man sich halt oh ich glaube ich sollte mir in das Zimmer schauen oder?
00:37:42: Ja irgendwie auf einmal kommt es in den Kopf ohne jeglichen Grund.
00:37:47: Und dann hatte ich diese Situation mit Patienten, die auch sterbend waren.
00:37:51: Natürlich ist so die Patientenglocke, dass wenn es Alarme gibt immer in der Niehe bei sterbenden Patienten.
00:37:57: Aber in dem Fall war's so, daß die Patientenglocke etwas weiter weg lag.
00:38:02: Die Patientin war sterbende und ich war regelmäßig in einem Zimmer drin.
00:38:06: Ich hab immer wieder geschaut und irgendwann gab sie einen Alarm von diesem Zimmer.
00:38:11: Und ich dachte
00:38:11: ...
00:38:13: Okay.
00:38:14: Aber erst mal nicht dabei gedacht, weil ich mir dachte, okay vielleicht ist ein Angehörige gekommen und ich hab's grad nicht gehört, weil er in einem anderen Zimmer war.
00:38:20: Wenn ich ins das Zimmer rein ... Das war niemand da!
00:38:22: Bis auf die Patienten, die verstorben im Bett lag.
00:38:26: Die Patientenglocke eigentlich außer Reichweite aber doch irgendwas hat diesen Alarm gegeben dass sich jetzt in dieses Zimmer schauen sollte.
00:38:33: Also dieser Alarm kann nur ausgelöst werden wenn jemand drückt oder natürlich irgendwie eine Störung, aber in dem Fall war es komischer Zufall.
00:38:42: Ja oder irgendeine?
00:38:44: Irgendeine Störung.
00:38:47: Aber wie erklärt ihr euch das, seid ihr allgemein... Passiert euch das auch außerhalb der Partiativstation?
00:38:53: Also habt ihr quasi so eine Art Antenne für sowas und da habt ihr irgendwie ne Erklärung dafür, sagt ihr, dass sind jetzt Geister nicht im negativen guseligen Sinne sondern eben eher so im spirituellen Sinne Geister oder was ist
00:39:07: das?
00:39:07: Es wirkt manchmal so atmosphärisch, dass man das auch merkt.
00:39:11: Wenn Patienten bei uns auf Stationen im Sterbeprozess sind, dass es entweder andere Patienten wahrnehmen und wahnsinnig unruhig werden?
00:39:20: Wir erzählen jetzt natürlich niemandem.
00:39:23: Nachbarzimmer stirbt jemand, das machen wir nicht.
00:39:25: Die Patienten nehmen das irgendwie wahr.
00:39:27: Das ist eine andere Stimmung und manchmal ist es so dass es wirklich ganz ruhig ist, dass in dieser Zeit in der letzten Stunde wenn niemand verstirbt gibt's gefühlt keine einzige Glocke oder das andere extrem.
00:39:40: also entweder ist es super ruhig oder die Patienten nehmen es wahr und werden dann selber einfach unruhig und brauchen dann uns mehr.
00:39:49: Es ist irgendwas Atmosphärisches.
00:39:51: Anders kann ich es nicht beschreiben.
00:39:53: Aber
00:39:54: außerhalb der Palliativstation passiert euch das jetzt nicht?
00:40:02: Ich erinnere mich schon, als ich ein Kind war habe ich irgendwie gespürt was nicht stimmt und dann ist die Tante meiner Mama gestorben und ich wusste gar nicht dass sie im sterben war.
00:40:15: Aber ich habe das Gefühl, ich habe es gespürt.
00:40:17: Ich bin nach Hause gekommen in meine Mama-Hackwein und ich wusste die ist gestorben obwohl ich gar nicht wusste dass sie so krank war.
00:40:24: Ich hab das irgendwie gespürt und ich habe schon auch das Gefühl... Das habe ich schon immer meinen Eltern gesagt.. Dass sich schon auch irgendwie das Gefühl hatte da ist noch irgendwas.
00:40:35: also dass ich ganz früher wir sind Wir fahren eigentlich immer an Allerheiligen in die Heimat meiner Mama nach Unterfranken und gehen da auch aufs Grab, meine Großeltern und so.
00:40:45: Und ich weiß noch als Kind ganz oft in der Nacht vorher oder nachher... Ich bin nicht immer nachts wach geworden und habe zu meiner Mama gesagt das sind Geister draußen!
00:40:55: Da ist irgendwie irgendwas da.
00:40:57: Ja vielleicht ist es wegen AllerHeiligen dass ich mir das eingebildet hab aber ich hatte immer schon irgendwie so das Gefühl Und auf Station kenne ich das auch sehr gut.
00:41:07: Es ist jetzt nicht so, dass ich wenn ich draußen rumlaufe, das Gefühl habe der stirbt jetzt dann und der so.
00:41:13: Wobei ... Ich schon aber ich glaube es liegt einfach an der langjährigen Palliativerfahrung schon mir manchmal denkt Das sieht aus wie jemand der diesen oder jenen Tumor haben könnte oder so.
00:41:26: Zur Sache kann ich das ganz offen sagen.
00:41:28: So und wir sind uns also es gibt da auch irgendwie schon Ähnlichkeiten bei verschiedenen Krankheitsbilden, wo wir uns dann auch einig sind.
00:41:37: Wo man auch sagen kann schon mal ... Aber jetzt nicht so dass ich... Also ich würde jetzt nicht behaupten, dass sich das übermäßig wahrnehmen oder dass es mich belastet wird.
00:41:47: Das dieses übersinnliche sozusagen ist aber nichts Kruseliges, also es ist jetzt nichts Schreckendes?
00:41:53: Oder ist es auch weil das vorhin sagst du ja zwar schon ein bisschen kruselig?
00:41:56: Ich entdehre
00:41:57: zu meinem Anfang Weil das schon so was ist passiert.
00:42:01: Diese Zufälle waren, fand ich zum ersten Moment gruselig.
00:42:04: Im Nachhinein fanden die es einfach sehr interessant und ja... Also im Nachhidein fände ich jetzt nicht mehr grusulig.
00:42:13: aber für viele natürlich hört sich das erst mal danach an.
00:42:17: Aber danach fand ich es einfach nur faszinierend aus ein bisschen dass man eben dieses Gefühl irgendwie da ist.
00:42:23: Ja also ich Ich bin schon oft gefragt worden, auch gerade wir haben jetzt nicht mehr so oft.
00:42:30: Aber als wir angefangen haben, haben oft eine alleine Nachtdienst gemacht und da sind ja auch Menschen gestorben oder waren dann verstorben auf unserer Stationen über die Nacht.
00:42:40: Ach, ist das nicht irgendwie Angst wenn du da nachts da bist?
00:42:43: Und dann sind da zwei Verstorbene oder so?
00:42:46: Ich hatte da irgendwie noch nie Angst.
00:42:48: also ich bin schon Und ich bin da auch spirituell, weil wir eben bestimmte Erfahrungen so gemacht haben.
00:42:55: Eine davon beschreibe ich im Buch die für mich so die eindrücklichste war.
00:42:59: Aber ich denke mir immer...
00:43:01: Das ist die mit dem Mann
00:43:02: vor den Fenster?
00:43:03: Ja genau!
00:43:03: Vielleicht müssen
00:43:04: wir jetzt auch noch erzählen und fragen sich die
00:43:05: Hörerinnen.
00:43:07: Also es war so dass ich Nachdienst hatte und zwei Männer, die im Sterben waren.
00:43:14: der eine war aber Noch kontaktfähig, war schon sehr reduziert aber noch kontaktfähig.
00:43:21: Und der andere Herr ist in der Nacht gestorben und ich habe den versorgt.
00:43:26: Ich hab ihn nochmal frisch gemacht, hab ihm was Neues angezogen und hab dann die Angehörigen angerufen, die sind gekommen und irgendwann wieder gegangen.
00:43:35: Und später hat der andere Patient geklingelt und hat gesagt, ich soll die Balkontür aufmachen da würde jemand stehen, der rein will und ich es war in der Nacht.
00:43:46: Es war dunkel, ich habe so auf dem Balkon geschaut aber jetzt keinen gesehen hab mir dann schon gedacht okay manche Menschen haben auch Halluzinationen sagt mal so im Sterbeprozess.
00:43:58: vielleicht zieht er da jemand den ich halt nicht sehe ob ihm das Angst macht?
00:44:03: Habe ich ihn gefragt, ihn machte das keine Angst und ob er denn weiß was der will.
00:44:08: ja der möchte mich abholen und es hat ihn aber nicht besorgt.
00:44:12: Dann habe ich gefragt, ob er ihn mir denn beschreiben kann?
00:44:17: Und der hat dann gesagt ja, der ist ungefähr so groß, hat graue Haare, weiß ich nicht mehr ganz genau eine blaue kurze karierte Hose an und ein gelbes T-Shirt.
00:44:28: und genau das hatte ich dem anderen Menschen angezogen.
00:44:32: also der hatte mehrere solche Schlafanzüge dabei und so einen habe ich den auch angezogen.
00:44:39: Da bin ich schon erst mal kurz da gestanden und dachte mir, ui!
00:44:44: Okay.
00:44:44: Und dieser Patient, der mir das gesagt hat ... Der hat dann auch gesagt, die soll die Tür offen lassen?
00:44:50: Er hat keine Angst vor ihm.
00:44:52: Und ist dann noch in meiner Nacht später gestorben.
00:44:57: Ganz entspannt und friedlich.
00:44:59: Das war für mich ... Die
00:45:01: beiden
00:45:02: kannten sich nicht.
00:45:03: Sie hatten sich nie gesehen.
00:45:04: Die waren beide im Zimmer.
00:45:06: Es war nicht direkt nebeneinander.
00:45:09: kannten sich nicht, haben sich nie gesehen.
00:45:12: Und irgendwie fand ich das ... Also im ersten Moment fand ich schon gruselig.
00:45:17: Im zweiten fand ich es wahnsinnig schön, weil der auch gar nicht beunruhigt war dadurch und mir schon auch das Bild kam.
00:45:25: vielleicht hat er ihn mitgenommen?
00:45:26: Vielleicht hat er ihm da geholfen?
00:45:29: Wir erleben das auch öfter, dass hintereinander mehrere gehen.
00:45:33: Und wir sagen das dann auch manchmal wenn sich jemand schwer tut dem Sterben so ah jetzt Wenn jemand stirbt, nimmt den doch mit.
00:45:40: Begleitet ihn doch und helft ihm so ein bisschen und das nehmen wir schon wahr.
00:45:47: Und habt ihr dann für euch jetzt oder für eure Großeltern die gestorben sind?
00:45:52: Du hast gesagt dein Opa ist erst kurz umgestorben.
00:45:55: So eine Hoffnung auf ein Wiedersehen nach dem Tod?
00:45:59: Ja schon wobei ich da kein festes Bild habe.
00:46:02: also Ich wollte vorher noch sagen, ich habe auch keine Angst eben dann auf Stationen.
00:46:07: Weil ich das Bild hab von ... Wenn die darum geistern würden als Seele oder als Geist oder wie auch immer, dann habe ich das Gefühl oder ... Ich erhoffe mir dass sie mir oder uns ja gut gestimmt sind weil wir ihnen ja helfen wollten oder auch im besten Fall geholfen haben so dass ich da jetzt keine Angst habe.
00:46:33: Warum sollten es böse Geister sein?
00:46:36: Und ich für mich persönlich würde schön finden, wenn sie wieder sehen gäbe.
00:46:43: Weiß aber nicht ob ich das so mir vorstelle als Person oder eher als wieder alle zusammenkommen als Energie.
00:46:53: Da bin ich auch ein bisschen hin und her gerissen, was ich glauben soll.
00:46:57: Weil ich es ja nicht weiß aber ich habe da schon so meine Vorstellungen die ich... Aber das sind mir viel zu viele Fragen offen.
00:47:04: also ich hab auch schon mal geträumt und dann unsere Silsäugerin gefragt weil ich geträummt hatte.
00:47:09: Ich habe ein Kind bekommen dass dann gestorben ist Und habe dann nochmal einen Kind bekommen und wusste dann nicht was sich dem Kind sagen soll.
00:47:17: Hat das jetzt eine große Schwester, weil sie ja älter ist.
00:47:20: Faktisch vor der anderen geboren wurde?
00:47:23: oder soll ich dir sagen es hat eine kleine Schwester weiß ist als Baby gestorben und das zweite Kind ist er schon älte?
00:47:30: also das sind so Fragen wo ich mir denke Ja wie ist es denn dann?
00:47:34: Also ist man dann so alt als Geist wenn man daran Glauben möchte eben Wie den Moment wo man stirbt.
00:47:42: oder kommt mal alle als in seiner besten Zeit des Lebens im Himmel Und
00:47:48: du hast so eine Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod?
00:47:50: Es ist meine Vorstellung, weil ich es einfach schön finde die Vorstellung und auch die Trauer erleichtert.
00:47:57: Also so geht's mir jetzt eben auch, dass sich sagt... ...es macht für mich die Trauere leichter!
00:48:01: Dass ich mit den Gedanken ermögliche oder dass ich mir einfach wenn nicht einredens vielleicht das falsche Wort habe... Das ist meine vorstellung und das macht man der Trauer leichter.
00:48:13: In dem Buch schreibt ihr, dass der Tod kein Feind sein soll.
00:48:16: Könnte man vielleicht sagen, dass es so einem darin verhilft, dass man den Tod nicht als Feind sehen muss?
00:48:23: Ich finde auch wenn man sich mit der eigenen Endlichkeit auseinandersetzt umso schöner ist das Leben.
00:48:30: also ich finde dann ist alles einfach noch mal schöner als wenn alles irgendwie ... ist wenn man so ein endlich viel Zeit hat.
00:48:38: Also denke ich mir auch so, da sitze ich aufm Berg und denk mir Es ist irgendwie grad schöner, weil ich auch weiß irgendwann das ist zu Ende.
00:48:46: Voll!
00:48:47: Ja es sind so ein bisschen die Grundbotschaft dieses Podcasts und insofern lass'n sich das jetzt mal als Schlusswort stehen und danke euch dass ihr euch Zeit genommen habt für das Gespräch.
00:48:55: vielen Dank
00:48:55: Danke.
00:48:56: auch Das war über das Ende.
00:49:00: wir hoffen es hat Ihnen wieder gefallen.
00:49:02: Wenn Sie's noch nicht gemacht haben bewerten sie den Podcast bitte Am besten fünf Sterne geben auf Apple Podcast oder Spotify oder wo auch immer sie den podcast hören Und schreiben sie uns, wenn Sie Anmerkungen haben.
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