Schauspielerin Alina Schaller: Die Toten sind in mir noch da
Shownotes
In der 63. Folge von „Über das Ende“ spricht Julia Schnizlein mit Alina Schaller. Die österreichische Schauspielerin ist Jahrgang 1997. Sie ist also in einem Alter, in dem der Tod oftmals noch keine Rolle spielt. Doch Schaller hat schon Mörderinnen und Todesopfer gespielt und musste sich so intensiv mit Mord und Sterben auseinandersetzen. Sie erklärt, warum sie den Tod deswegen eher mit Gewalt verbindet und warum das Sterben ihres Großvaters ihr auch Hoffnung gemacht hat. In der Corona-Zeit hat sie drei ihrer vier Großeltern verloren. Über all das berichtet sie im Podcast und erzählt auch, warum sie ihren Glauben als "Glauben an das Sonnenglück" bezeichnet.
Das Gespräch wurde im April 2026 aufgenommen.
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Schaller spielt in zahlreichen TV- und Kino-Produktionen mit, wie etwa in Vorstadtweiber, Soko Donau, Breaking the Ice. Aktuell steht sie mit dem Wienerlied-Sänger Ernst Molden in Döbling Burning im Wiener Theater Rabenhof auf der Bühne.
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Hier finden Sie die Bücher von Konstantin Sacher zum Thema Tod und Sterben:
Konstantin Sacher: Leben mit dem Tod. Gütersloher Verlagshaus 2022
Konstantin Sacher: Zwischen Todesangst und Lebensmut. Mohr Siebeck 2023
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Was erfährt man über das Leben, wenn man über den Tod nachdenkt? Das fragen die „Über das Ende“-Hosts Konstantin Sacher und Julia Schnitzlein spannende Menschen im Podcast. Wir freuen uns, wenn Sie zuhören! Vorstadtweiber, Soko Donau, Breaking the Ice
Transkript anzeigen
00:00:00: Ich glaube, wenn mir ein idealer Zustand wäre, wo ich gerne hin möchte ist das es einfach okay ist für mich dass ich einfach da bin.
00:00:06: Weil ich einfach dabein.
00:00:11: Ich finde auch tatsächlich... Also es ist jedem seine Verantwortung, dass man mit Liebe auf die Welt zugeht sich dann so jemandem zu stellen der einem Gewalt angetan hat.
00:00:24: vielleicht schafft man das nicht alleine und viele Menschen schaffen das nicht allein.
00:00:26: ich schaffe das auch nicht alleine aber wenn man das teilt Dann kann man ja vielleicht zu zehn Dingen gehen Und dann machen das deine Freunde für dich.
00:00:39: Und was ich ganz wichtig finde an Demonstrationen oder auch aktivistische Arbeit ist, man tauscht sich da aus und man kann sich gegenseitig Energie geben und Informationen geben mit denen man dann wieder raus treten kann und wieder in die Konfrontation gehen kann mit gewaltvollen Systemen oder gewaltfreuen Personen.
00:01:01: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Über das Ende Heute wieder aus Wien.
00:01:07: Mein Name ist Julia Schnitzlein und ich spreche abwechselnd mit Konstantins Sache, mit spannenden Persönlichkeiten über
00:01:14: Tod, Sterben
00:01:15: aber auch über den Sinn des Lebens Und ich freue mich dass ich heute eine sehr junge Frau hier habe.
00:01:20: Ich glaube es sind tatsächlich die Jüngste die wir je hatten nämlich Alina Schalla.
00:01:29: Schauspielerin im Film, Kinofilm, Theater.
00:01:33: Aber ich stelle dich da später noch genauer vor.
00:01:36: Alina ganz schön dass du da bist!
00:01:38: Ja danke schön Südassund-Lauf.
00:01:42: Unsere erste Frage ist immer die gleiche und heißt wann hast Du zum letzten Mal an Deinen eigenen Tod gedacht?
00:01:48: Hast Du überhaupt in deinem Alter schon mal an Tod
00:01:50: gedacht?!
00:01:52: Das ist eine gute Frage.
00:01:55: Ich hab im Vorhinein auch ein bisschen darüber nachgedacht, das war nicht das letzte Mal über meinen eigenen Tod.
00:02:00: Und es war tatsächlich vor einem Monat oder so und da war ich mit meiner besten Freundin spazieren.
00:02:09: Bei ihr in der Familie ist gerade jemand gestorben und wir sind halt durch den Park gegangen.
00:02:13: Es war irgendwie kalt und so was und dann haben wir es selber darüber geredet wie wir eigentlich sterben möchten oder wie wir uns unseren Tod vorstellen.
00:02:25: Ich bin da draufgekommen, dass ich eigentlich der schönste Tod, den ich mir vorstellen kann oder den ich mehr wünsche für mich und auch für viele andere ist.
00:02:35: Wenn nicht einfach so einschlafen darf wie mein Großvater tatsächlich.
00:02:41: Weil mein Großväter, ich finde er hat einen unglaublich schönen Tod hingelegt.
00:02:51: Darüber sprechen wir auf jeden Fall gleich auch noch.
00:02:53: Ich möchte dich eben noch kurz ein bisschen näher vorstellen, also du bist in nineteen sieben neunzig geboren, wirst jetzt neunundzwanzig?
00:03:00: Ja!
00:03:02: Du bist in Wien geboren und dann nach Purgersdorf gezogen ist ein kleiner Ort Niederösterreich für die Deutschen unter uns, die das nicht wissen.
00:03:09: Du hast schon als Kind Theater gespielt, warst an der jungen Bühne im Burg Theater, hast dann in Filmen und Serien erste Erfahrung gesammelt.
00:03:18: Du hast mal gesagt, eins worauf du immer angesprochen wirst.
00:03:21: Eine Serie ist natürlich die Vorstadtweiber in Österreich sehr beliebt und bekannt.
00:03:25: Du hast aber auch in Soko Donau mitgespielt im Walking on Sunshine.
00:03:29: Hast du ja Hauptrolle in einem Kinofilm gespielt?
00:03:31: Nämlich Breaking the Ice und war es sehr gelobt von der Kritik.
00:03:37: Aktuell bist du auf der Theaterbühne.
00:03:40: Ich habe dich da schon gesehen im Rahmenhoftheater mit Ernst Molden, auch von Ernst-Molden.
00:03:45: Döbling Burning!
00:03:47: Und da spielst du eine tote Heilige, die heilige Agnes.
00:03:51: kann man das so sagen.
00:03:52: Auf jeden Fall bist du im Brautkleid und sehr morbide und suchst einen Breutigam als Gespenst.
00:03:59: Aus der Geisterwelt?
00:04:00: Ja genau!
00:04:02: Ja, spannende Rolle... wie kam es dazu?
00:04:05: was reizt dich?
00:04:06: hast du neigst du zu morbiden Rollen oder fühlst sich von dunklen Stoffen hin gezogen?
00:04:12: Also grundsätzlich glaube ich schaue mich immer darauf dass ich eine kurze Vielfalt habe in meinen Arbeiten und dass ich mich mit ganz unterschiedlichen Geschichten und Figuren auseinandersetzen darf.
00:04:22: Ich finde es auch total spannend, in ganz unterschiedliche Lebensrealitäten da einzutauchen.
00:04:27: Und jetzt bei dieser Rolle, wo ich dieses Geisterwesen spielen durfte – das war total schön, weil der Ernst-Morgen da auf mich zugekommen ist!
00:04:38: Wir haben uns im Waldviertel kennengelernt an so einem mystischen Ort in Litschau auf der Terrasse so mitten im Wald gesessen und er hat mir gesagt, ich habe deine Rolle für dich.
00:04:51: Und dann war das dieses Geisterwesen und das fand ich total schön auch so in Bezug auf diesen Ort dort aus dem die da geboren wurde ja
00:05:02: Spannend.
00:05:03: Grundsätzlich eben du sagst schon, die Rollen, die du spielst sind sehr vielfältig.
00:05:07: Es geht jetzt nicht unbedingt um Tod darin aber es geht schon immer auch um Brüche.
00:05:12: Jetzt gerade welchen Breaking in the Ice-Tank.
00:05:15: So auch um Identität.
00:05:16: wer bin ich?
00:05:17: und wenn dann so Stück für Stück irgendwie ja man eigentlich das was man für sich erhält oder was man auch als Schutzmantel vor sich her trägt dann noch ein bisschen ablegen muss Wie geht's dir mit Brüchen?
00:05:28: Also ist das auch etwas was du aus deinem Leben kennst
00:05:32: Auf jeden Fall.
00:05:32: Ich glaube, ich habe so etwas, was mich sehr interessiert ist dieses... Also es gibt einen Spruch der heißt Mut zur Hesslichkeit und ich finde dass man auch die hässlichen Seiten an sich anschauen sollte um die kennenzulernen und dadurch auch vielleicht zu wachsen oder was mitzunehmen.
00:05:56: Und das ist glaube ich auch etwas, an Lebensgeschichten interessiert.
00:06:01: So wo bricht etwas auf und wie beeinflusst das ein Leben oder was verändert, oder wie verändert das den weiteren Lebenslauf von Menschen auch?
00:06:11: Weil Jeder und jede von uns hat, glaube ich etwas hässliches an sich oder erlebt hässliche Sachen.
00:06:17: Genau also ist hässlich auch eher so wie verletzt?
00:06:21: Ja
00:06:23: genau wenn man selbst verletzst wird oder man andere verletzte das auch mit dem Panzer was du angesprochen hast dass man dann das auch versucht irgendwie zu schützen oder zu verstecken und das finde ich ja ich finde das sehr bereichernd ist wenn man dahin schaut
00:06:40: Das heißt, das tust du in deinem Leben schon auch oder versuchst es ganz aktiv?
00:06:47: Ich glaube, dass man automatisch damit auch konfrontiert wird.
00:06:50: Ich finde Schauspieler ist ein philosophischer Beruf und dass man da automatisch hinschaut zu was da ist.
00:06:58: Und ich verstehe mich als Schauspieltlerin oft als Oder ich borge meinen Körper und meine Werkzeuge, die da drinnen sind.
00:07:07: Wie meine Empathie oder so.
00:07:08: Borge ich einer Figur oder einem Menschen?
00:07:11: Und deswegen glaube ich wird man dann auch automatisch damit konfrontiert, okay welche Anteile in einem Passen besonders gut für diese Figur- oder für diese Geschichte.
00:07:22: Ist es denn schwierig wenn dir die Figur nicht sympathisch ist?
00:07:25: Oder muss sie die Figursympathische sein, die du spielst?
00:07:28: Nicht unbedingt!
00:07:30: Ich finde es auch eine tolle Herausforderung, wenn mir eine Figur unsympathisch ist oder ich fühle mich oft hingezogen zu Figuren die mir grundsätzlich eigentlich total unsy empathisch sind.
00:07:43: Einfühlungsvermögen über und das ja auch so das wichtigste Werkzeug ist von mir als Schauspielerin.
00:07:49: Und mich dann einfühlen zu können in eine Person, die mir gar nicht nahe steht oder die Dinge tut, die ich niemals als Alina tun würde.
00:07:58: Dann finde ich es besonders interessant weil ich damit immer meine Wahrnehmung auf und meine Perspektive irgendwie auf unterschiedliche Menschen und ihr Leben erweitere und damit auch viel besser nachfüllen kann warum Jemand so handelt, wie er handelt.
00:08:14: Man muss natürlich auch ein bisschen aufpassen, dass man nicht zu sehr ...
00:08:17: Sympathisierter ist.
00:08:19: Ja?
00:08:20: Eigentlich toll.
00:08:21: eigentlich bräuchte genau das unsere Gesellschaft ja mehr, dass wir eben versucht sich in andere hineinzuversetzen und nicht nur auf Kontra geht.
00:08:27: also was ja... Was man jetzt auch mehr merkt in der Gesellschaft da habe ich eigentlich ein schönes Zitat von die gefunden irgendwo.
00:08:34: Da meintest du eine Corona-Zeit, dass eben die Risse in einer Gesellschaft irgendwie in Krisenzeiten eher zu.
00:08:41: Ich weiß nicht genau, wie du es gesagt hast.
00:08:42: Katastrophen mehr?
00:08:43: Nein!
00:08:43: Aber das fand ich ein sehr schönes Zitat und habe mich eben gefragt ob du das auch sehr so erlebst, diese Polarisierung und ja beschreibst doch gerade dass du das hier eigentlich durch diesen Schauspielberuf eben versuchst da eher wieder Brücken zu bauen – zumindest für dich also.
00:08:58: Absolut.
00:08:59: Also ich glaube, dass es sehr offensichtlich ist, dass durch unterschiedliche Phänomene wie Social Media oder die Krisen- und Kriege, die auf der Welt passieren, dass wir einfach sehr viele Kräben haben viel mehr Brücken gebaut werden müssen.
00:09:13: Und die Frage natürlich auch ist, wo begegnet man sich und wie?
00:09:17: Ich finde das... Also es gibt viele relevantere Berufe auch als jetzt die Kunst so.
00:09:23: Obwohl ich's auch einen wichtigen Beitrag zur Gesellschaft finde.
00:09:27: Aber ich vergleich oft Kunstwerke wie Filme oder bildende Kunst oder Theater oder so als Empathie-Maschinen Und ich finde das einen sehr schönen Vergleich.
00:09:37: Ich glaube, das hat mal ein amerikanischer Filmkritiker gesagt und diese Empathie-Maschinen schaffen es schon, dass Leute zum Beispiel in einem Kino zusammengebracht werden und da gemeinsam etwas kollektiv miteinander erleben und so einfach zusammengebracht werden und man mehr als Gemeinschaft da ist in diesem Raum – und das finde ich total schön!
00:09:59: Ich glaube, das ist etwas, was so relevant ist dass wir uns mehr als Gemeinschaft und als Community verstehen.
00:10:07: Und empathisch miteinander sind und vor allem solidarisch miteinander sein auch wenn wir vielleicht die andere Person nicht sofort verstehen.
00:10:15: Ja sehr schön!
00:10:16: Das versuche ich in der Kirche auch immer zu sagen aber eben also erinnert mich auch ein bisschen an das was wir mit den Kirchen und Gottesdiensten ja eigentlich auch erreichen wollen.
00:10:24: Warst du eigentlich schon mal tot im Film?
00:10:26: Bist du schon mal gestorben in einer Rolle?
00:10:29: Ich bin vor kurzem tatsächlich, durfte ich in den Tod gehen.
00:10:34: Aber es war tatsächlich eine sehr spirituelle schöne Art des Sterbens weil meine Rolle sich dazu entschieden hat okay sie geht jetzt in das Licht und dann war das so eine sehr selbstbestimmte Artis ...dienst, aber in eine andere spirituelle Welt dann.
00:10:54: In ihrem Fall!
00:10:55: Okay... Ja... Da hast du mir verraten oder was?
00:11:00: Also warum ist diese Person gegangen denn die Rolle und die Figur?
00:11:03: Weil ihre Schwester und ihre Familie nicht mehr da waren.
00:11:09: also sie sind schon vor ihr gegangen Und es war nun ihre Entscheidung dass sie auch in dieser anderen Parallelwelt übergehen möchte.
00:11:20: Ja, ich finde es sehr interessant.
00:11:23: Aber ich bin dem auch ein bisschen kritischer gegenüber.
00:11:26: manchmal weil man ist glaube ich nicht alleine mit sich wenn man sich dazu entscheidet irgendwie zu gehen oder so.
00:11:33: Wenn das mit Sinn macht...
00:11:35: Ich habe aber
00:11:35: tatsächlich oft schon mal eine Mörderin gespielt und das sind die andere Seite.
00:11:42: Wen hast du denn gebracht?
00:11:44: Meine Freunde.
00:11:46: Gleich mehrere!
00:11:48: Das war auch.
00:11:49: eine komische Erfahrung.
00:11:50: Ja, da ist dann wahrscheinlich auch schwierig die Motive oder vielleicht die Motiv kann man nachvollziehen aber halt an den Handlungen, die herausfolgt.
00:11:59: Total!
00:12:00: Also das war wirklich auch ein langer Weg dass ich da Empathie empfunden habe für diese Figur und für diese Person.
00:12:08: Da war ich ja auch sehr jung noch, da war ich glaube ich sogar noch ein Teenager wie ich die spielen musste.
00:12:12: Dann hab' ich mich sehr viel beschäftigt mit jungen Menschen die sich dazu entscheiden gewaltvoll jemanden das Leben zu nehmen.
00:12:21: Das war schon sehr krass!
00:12:23: Also, es war dann so eine Loophole wo man so reingefallen ist und ja... Es war auch bis sehr schockierend wie jemand etwas tun kann.
00:12:34: Einem jungen Alter.
00:12:35: also ja, das war sehr
00:12:36: krasser.
00:12:38: Ich kann mir vorstellen dadurch dass du ja wirklich schon früh gespielt hast, dass du eben vielleicht anders als andere Teenager daneben mit existenzielleren Fragen vielleicht auch konfrontiert warst oder natürlich auf der anderen Seite sehr, dass du beobachtet wurdest.
00:12:52: Oder eben musstest dich messen, musstest sie beweisen und so was?
00:12:56: Was hat es mit dir gemacht, dass Du schon zu früh Schauspielerin warst?
00:13:03: Ich glaube das ist für mich als junger Mensch sehr viel.
00:13:06: ein Spiel war noch und deswegen mit sehr viel Leichtigkeit verbunden.
00:13:10: andererseits wenn ich aber so tragische Figuren spielen musste die einfach Dinge erlebt haben, die ich noch nicht erlebt habe.
00:13:19: War es oft schwierig irgendwie das hervorzuholen oder zu wissen wie sich diese Erfahrungen anfühlen wenn jetzt zum Beispiel ein geliebter Mensch von dir stirbt?
00:13:29: Oder gewaltvoll dir genommen wird und daran zu kommen dass da hatte ich die Techniken einfach als Jugendliche noch nicht weil
00:13:36: ich
00:13:37: noch viel zu jung war dafür Und das ist jetzt viel angenehmer weil ich einen viel technischeren Zugang hab als damals.
00:13:43: Weil du schon mehr erlebt hast, oder?
00:13:45: Ich glaube weil ich gelernt habe dass ich als Alina nicht leiden muss um das Leid von einer Figur zu spielen sondern das auch technisch produzieren kann.
00:13:56: Du hast aber eben schon auch Leid erfahren oder dich verabschieden müssen.
00:13:59: du hast kurz angedeutet dass dein Großvater gestorben ist aber schön gestorbt ist.
00:14:04: vielleicht kannst du uns darüber erzählen.
00:14:06: deine beiden Großeltern sind gestorban ziemlich naheinander.
00:14:10: wie war das?
00:14:10: wann war das?
00:14:12: Das war in der Corona-Zeit, hat das bei uns in der Familie ziemlich stark eingeschlagen.
00:14:19: Weil drei meiner Großeltern in sehr kurzem Abstand aneinander gestorben sind und es war sehr unterschiedlich wie die gegangen sind.
00:14:29: Also das fand ich ... fand ich sehr lehrreich dass das Sterben und dass der Tod so unterschiedliche Gesichter hat.
00:14:39: Und ja... Und bei meinem Großvater tatsächlich, das war... Also so wünsche ich es mir.
00:14:47: Ich wünschte da sich auch, dass er so erleben darf wie er.
00:14:50: Er hat sich einfach... Ich habe das Gefühl gehabt, er hat sich dazu entschieden, bewusst dazu entschieden,... ...dass er jetzt einfach nicht mehr will und das ist jetzt vorbei sein soll.
00:15:03: Dann hat er sich auch zu Hause hingelegt.
00:15:06: Meine Mutter und meine Tante waren auch da.
00:15:09: Das waren ungefähr zwei Wochen, wo er am Sterben war... ...und haben ihn da unglaublich liebevoll begleitet.
00:15:18: Und der hat dann langsam aufgehört zu essen und zu trinken.
00:15:21: Irgendwann war es so weit und dann hatte sich verabschiedet.
00:15:27: Es ging und ich kam nicht an solche Momente in.
00:15:29: Der war so schön!
00:15:32: Weil wir gegangen sind.
00:15:36: Also sind wir alle gekommen, zu ihm in sein Zuhause und sind da als Familie dann bei ihm noch gelegen und gesessen.
00:15:47: Und sind ja gemeinsam mit diesem Raum gewesen, während er noch da war.
00:15:50: Es war so ein schönes Gefühl, kurz nachdem seine Seele seinem Körper verlassen hat, noch dazu sein, weil ich das Gefühl hatte, seine Seelehre ist noch anwesend und die ist damit uns... und es war so warm!
00:16:06: Und ich glaube, ich verarbeite draußen sehr viel mit so Schreiben und Tagebücher.
00:16:12: Ich habe damals dann noch sowas geschrieben um diesen Moment irgendwie festzuhalten weil ich den so... Also er hat das auch so selbstlos und liebevoll gemacht wie er gegangen ist.
00:16:23: Schön!
00:16:25: Gab es da noch letzte Worte?
00:16:26: Hat er sich dann noch aktiv verabschiedet oder das nicht mehr so?
00:16:31: Er hat also ich kann mich an einen Moment erinnern wo wo ich seine Hand gehalten habe.
00:16:38: Und es war mehr ein Blick, dass wir das mit einfach anschauen und ich hab gemerkt so okay hat.
00:16:46: Das ist jetzt so der letzte Blick und er sieht uns aber nochmal und zieht uns und ja... Du
00:16:53: bist auch
00:16:54: immer total emotional so.
00:16:57: Ja, ich versteh's.
00:16:58: Ich hab dir eben ganz kurz vor unserem Gespräch noch gesagt dass meine Schwiegermutter jetzt auch letzte Woche gestorben ist.
00:17:05: Damit hatten wir schon ein bisschen länger gerechnet, wobei es dann doch irgendwie plötzlich kam.
00:17:09: Sie hat sich noch mal überholt – ich hab hier im Podcast schon erzählt, das ist schlecht gingen, jetzt ging's wieder besser.
00:17:14: und ja, dann waren wir noch in Amerika, meine Familie nicht und sie hat gewartet bis wir wiederkamen, davor ging's echt noch gut.
00:17:21: aber dann als wir wiederkommen war er eigentlich schon im Todeskampf und wollte uns dann aber noch sehen.
00:17:26: und genau ich habe dann auch noch mit ihr gebetet und gesungen war sie noch fünf Stunden, hat sie noch gelebt.
00:17:33: Aber ist dann gestorben.
00:17:34: und es ist schon sehr schön, wenn man jemanden so begleiten kann und da sein kann auch als für einen schönen Liebesdienst in alle Richtungen.
00:17:43: ein schöner Abschied.
00:17:45: Also ich verstehe, dass du den Tod wünschst, den wünsche ich mir auch.
00:17:49: Ich finde tatsächlich der Tod an sich... also das ist natürlich etwas womit wir alle konfrontiert werden.
00:17:56: Es gibt aber unterschiedliche Arten zu sterben so etwas, wo man selbstbestimmt gehen kann.
00:18:04: Das ist natürlich der Idealzustand, das ist das Schönste was man sich wünschen kann.
00:18:08: Aber ich finde es immer... Ich habe auch im Vorhinein wenn ich darüber nachgedacht hab über den Tod.
00:18:13: Ich verbinde tatsächlich schon oft gewaltvolle Tore mit dem Tod und sehr viel Leid.
00:18:20: Und das mit meinem Großvater ist jetzt so dass woran ich mich irgendwie festhalte.
00:18:26: Dass es so dieser Lichtanker, wo ich so bin, okay das ... So hätt' ich's gerne für alle von uns.
00:18:32: Aber es gibt so viele andere Arten und Weisen zu sterben die überhaupt nicht selbstbestimmt sind sondern die einfach gewaltvoll sind.
00:18:38: Und ja... Das ist etwas, wo sich dann alles bei mir zusammenzieht in der Brust.
00:18:43: Ja.
00:18:44: Klar.
00:18:44: Ja, verstehe
00:18:45: ich.
00:18:47: Jetzt kommt die Werbung!
00:18:48: Kennen Sie Chris Moon eigentlich schon?
00:18:50: Bei uns dreht sich alles um das Leben Freude und Leid, Glück und Unglück – immer mit dem Blick auf Lösungen.
00:18:56: Mut zum Leben das ist Chrismon.
00:18:58: Wenn Ihnen das gefällt und wenn Ihnen dieser Podcast gefällt werden sie Digital-Abonnent.
00:19:02: chrismon.de.
00:19:03: slash doppelt gut An.
00:19:10: was danach?
00:19:11: Glaubst du dass wir uns wiedersehen nach einem Tod?
00:19:16: Gute Frage.
00:19:18: Ich glaube ich stelle mir oft den Tod so vor als würde man schlafen Und etwas, was ich total schön finde ist diese mexikanische Tradition die... Ich glaube es zu aller Heiligen.
00:19:34: Das...
00:19:35: Wie heißt der das?
00:19:35: Ja,
00:19:36: dir de Muertos.
00:19:38: Die hat den Muertos genommen!
00:19:41: Diese mexikanischen Tradition bin ich unglaublich schön, diesen Gedanken dass man erst stirbt wenn die letzte Person, die einen im Herzen tragt oder sich an dich erinnert nicht mehr da ist.
00:19:55: Und das finde ich total schön, weil ich glaube zutiefst daran dass zum Beispiel meine Großmutter oder mein Großvater oder andere liebe Menschen die nicht mehr dar sind, dass sie in mir drinnen noch da sind und ich sehe auch jederzeit um Rat fragen kann, weil Ich diese Menschen hier so gut gekannt habe und also mir gibt es sehr viel Frieden zu denken dass sie mich begleiten und ich weiß nicht, ob auch zum Beispiel wenn es mir nicht gut ging oder so was bin ich manchmal zum Friedhof, zum Grab von meiner Großmutter gefahren.
00:20:31: Und hab das in den Stunden lang Selbstgespräche geführt oder Gespräche mit ihr wo ich ja einfach erzählt habe von was mich gerade beschäftigt und was sich davon hält.
00:20:46: Aber ich find's ganz schön!
00:20:48: Daran glaub' ich schon, dass die dann irgendwo da sind.
00:20:52: Ja.
00:20:53: Das glaube ich auch, also... Ich drücke das oft so aus bei Beerdigungen, dass ich sage, ich glaub' dieses Band der Liebe, das uns verbindet über die Welten.
00:21:01: Ich stelle es mir vor, dass eben diese andere Welt gibt in die wir gehen.
00:21:05: Ich glaube aber, dass das nicht abreißt wenn man selber tot ist sondern dann ist halt die Liebe dort geborgen.
00:21:10: Also ich hätte manchmal Angst was wäre, wenn ich jetzt meine Oma vergesse?
00:21:15: Also meine Omas z.B.
00:21:16: schon lang tut!
00:21:17: Ich finde die Vorstellung schrecklich, dass ihr Leben an meinem hängt oder so was.
00:21:21: Wenn ich sie vergesse und dann ist sie auch tot ... Für mich find' ich es einfach noch schöner zu sagen, ich gehe dann rüber und dort sind wir alle in Liebe geborgen oder so.
00:21:30: Aber ich verstehe sehr, was du meinst?
00:21:31: Und diese Verbindung, die wir da spüren, das glaub ich auch, bleibt einfach.
00:21:35: Das ist da!
00:21:37: Ich halte's für ganz real.
00:21:39: Deswegen versteh' ich ja auch deinen Bedürfnis im Friedhof zu reden mit der Oma
00:21:45: heran.
00:21:46: Ja.
00:21:47: Weil ich finde, wenn jemand stirbt dann ist das ja wie eine Trennung oder dass es etwas verloren geht.
00:21:51: Das ist ein Verlust da und ganz großartig.
00:21:53: Und was ich interessant finde ist, wenn ich jetzt zum Beispiel einen lebenden Menschen verliere weil er nicht mit Teil meines Lebens ist oder es eine Tренung gibt mit lebendem Menschen Dann habe ich auch das Gefühl, dass diese Personen trotzdem irgendwie noch Teil meanes Lebens sind Auch wenn ich vielleicht keinen Zugriff mehr habe auf sie.
00:22:12: Und so versuche ich mir, das dann auch bei nicht lebenden
00:22:16: Menschen dann irgendwie
00:22:17: vorzustellen.
00:22:18: Vielleicht
00:22:19: auch weil sie dich halt geprägt haben oder?
00:22:21: Weil sie ja einfach Teil deines Lebens sind und es ist ein Teil der nicht mehr weg zu leugnen ist und da ist er also... Ja!
00:22:27: Und ich auch ganz genau weiß so okay dass jetzt im Moment darüber würden Sie total lachen oder das fänden Sie total witzig und dann sind die automatisch irgendwie mit dabei.
00:22:38: Aber es ist natürlich mich so bewusst immer.
00:22:43: Du gehörst ja so zur Genset, über die man viel forscht und liest jetzt gerade so.
00:22:49: In Österreich kam jetzt erst die Studie raus eben wie Österreich glaubt und da hieß es dass die Gensett eigentlich wenig kirchlich ist zum Beispiel aber eigentlich ziemlich religiös.
00:22:59: Kannst du das von dir bestätigen?
00:23:00: Dass so das Bedürfnis auch eben nach Spiritalität, nach einem Meer und so da ist.
00:23:05: Aber zum Beispiel Bindung an Kirche und dann die vielleicht auch an die Vorstellung wie Kirche mit Tod umgeht oder dass wir jetzt nicht mehr so sind sondern ihr euch eurer eigenen Wege sucht mit dem Bedürftnis nach religiosität?
00:23:19: Ich glaube, dass sich das viel verändert hat bei mir.
00:23:21: also.
00:23:22: ich hatte in meiner Jugend zum Beispiel war da einer Zeitung in Amerika als Schülerin Und habt ihr wirklich wöchentlich Bibelstunden bekommen.
00:23:30: Ah, okay!
00:23:31: Wo warst du?
00:23:33: Ich war in Washington
00:23:34: D.C.,
00:23:35: also jetzt gar nicht so und genau so... Und war aber doch jeden Sonntag in der Kirche und hatte da eine Phase wo ich dann auf einmal total gläubig war und wirklich dran geglaubt habe, dass so Wunder wie das Wunder der heiligen Fahrtimmer oder so, dass es tatsächlich genauso stattgefunden hat in der Art und Weise.
00:23:53: Und dann, wie ich aber wieder zurückgekommen bin nach Hause, hat sich das dann wieder verändert Und ich glaube mittlerweile, ich hatte auch eine Zeit wo ich an nichts geglaubt habe.
00:24:03: Also wo ich mir nicht vorstellen konnte dass da irgendetwas ist aber etwas woran ich jetzt glaube is... Ich nenn's oft, vielleicht ein bisschen lustig, aber ich nenne es oft das Sonnenklick.
00:24:18: Okay.
00:24:18: Nämlich dieses Glück was wir haben das wird zufälligerweise auf diesen Planeten sind der genau den Abstand zur Sonne hat, denen es braucht.
00:24:31: Dass wir hier die Luft haben, die wir atmen können und das Wasser da ist was wir brauchen um zu wachsen.
00:24:38: Nämlich nicht nur wir sondern die Pflanzen also alles was an der Natur einfach da ist.
00:24:44: Und darin glaube ich sehr stark weil... Das ist einfach dieses unglaubliches Glück.
00:24:50: Wofür man glaub ich sehr dankbar sein muss oder wofür ich sehr dankbar bin.
00:24:55: Ja, und darüber denke ich ganz oft nach auch was dieses Sonnenglück auslöst nämlich dass es dann einfach so etwas wie ein Baum wächst.
00:25:05: Und das finde ich faszinierend weil ich mir denke wir sind zum Beispiel Bäumen gar nicht so unähnlich Weil die Wachsenen einfach uns sind da und sie sind einfach da weil sie da sind.
00:25:15: Ich habe mir ganz oft die Frage gestellt so warum sind wir da?
00:25:18: Ich klar, so wie alle.
00:25:20: Was machen wir hier?
00:25:22: Und auch in der Theatroliteratur wenn man jetzt zum Beispiel an Faust denkt oder sowas das ist ja auch so... In so vielen alten Texten ist es immer schon eine Frage gewesen der Mensch hat und ich habe mich auch ganz oft gefragt So ist der Sinn unseres Daseins dass wir etwas machen oder dass wir lieben oder dass wer einfach sind und ich versuche mich Schritt für Schritt daran anzunähern weil es halt so ist.
00:25:49: Also, dass das jetzt keine ... Das heißt
00:25:50: nicht vorbestimmt und also eher eine Art Zufall der eigentlich ein Glück ist?
00:25:55: Ja, kann man so sein!
00:25:57: Und auch so, dass zum Beispiel immer ein Baum oder eine Blume, die ist ja auch da... Es gibt keinen Grund warum sie hier drüben ist oder hier drühmen.
00:26:08: Oder es gibt einen ganz genauen Grund, warum die hier drünben ist.
00:26:10: Aber es sind so viele glückliche Zufälle, die dann das ausmachen Wer wir sind oder wo wir sind, oder manchmal auch unglücklicher Zufälle.
00:26:21: Und weil du jetzt schon den Sinn so angesprochen hättest... Man kann wahrscheinlich nie eine allgemeine Antwort geben, aber was wäre jetzt zu deinem Antwort?
00:26:30: Die Frage ist warum müssen wir hier eben umzulieben und zu sein, um etwas zu gestalten?
00:26:38: Ich glaube ich finde es eine total schwierige Frage.
00:26:43: Ja
00:26:43: klar.
00:26:45: und auch so viele Ideologien dahinter stecken.
00:26:49: Also wenn ich alleine dran denke, weil es ja diese großen Fragen gibt oder diese große Antwort auch gibt wir sind da um etwas zu gestalten oder etwas zu machen Und ich kann das irgendwie nie unabhängig sehen von dem System, in dem wir drin leben.
00:27:05: Was auch davon profitiert dass wir die ganze Zeit etwas tun und machen und weiter arbeiten und so was.
00:27:13: oder für mich ist die schönste Antwort, dass wir da sind um zu lieben also sowas was vielleicht in der Kirche die nächsten Liebe ist.
00:27:21: Das finde ich total schön.
00:27:22: Für mich ist es, dass die Solidarität miteinander und dieses Miteinander solidarisch sein nicht zu einem Selbstzweck sondern weil Genau, weil man einfach jemanden liebt oder vielleicht auch jemanden nicht kennt.
00:27:36: Aber eine Liebe weitergibt.
00:27:37: und ich glaube wenn mir ein idealer Zustand wäre wo ich gerne hin möchte ist das es einfach okay ist für mich dass sich einfach da bin.
00:27:45: Weil ich einfach da war.
00:27:47: Da dann auch weniger Selbstzweifel sondern einfach so ne ganz... So ne selbst Annahme dann oder Selbstliebe auch.
00:27:52: Das muss man sagen.
00:27:53: also es ist nicht nur okay sondern gut dass ich da bin
00:27:55: auch.
00:27:58: Ich glaub.. Also ich tue mir dann leichter, Sachen auch hinzunehmen.
00:28:04: Die sehr schön sind aber die vielleicht nicht so schön sind.
00:28:08: Weil ich dahinter jetzt keinen böswilligen oder kirklichen Grund sehe warum mir Dinge passieren.
00:28:17: Ja
00:28:18: weil du damit weder bestraft wirst noch belohnt wirst sondern das ist einfach so wie es ist.
00:28:21: Genau das finde ich ganz wichtig.
00:28:24: ja.
00:28:25: Ich glaube an Gott hab ich kein Gottesbild demnach eher uns für irgendwas bestraft oder belohnt, sondern eben das sind wir schon sehr eigenverantwortlich und so.
00:28:36: Auch dass man da ist auch um zu lieben und Liebe weiterzugeben.
00:28:40: also das sehe ich ganz sehr so finde ich ganz wichtig.
00:28:44: Und nah, das schließt sich grad bei mir.
00:28:46: Im Verrat dieser Woche im Bogen... Ich hab gestern ein Mädchen getauft, die vierzehn.
00:28:50: eine Konfirmandent hat sich ausgesucht als Taufspruch.
00:28:54: Er lasst sich nicht vom Bösen überwinden sondern überwindet das Böse mit Gutem.
00:28:57: und ich finde da steckt halt auch ganz viel Liebe drin.
00:28:59: also es ist total schwer auf Boßheit, Boshaftigkeit liebevoll oder zumindest nur irgendwie nachsichtig zu reagieren.
00:29:07: aber Das wünsche ich mir so sehr für die Welt.
00:29:09: Also dieses mit Guten oder Liebe zu reagieren, finde ich ganz wichtig.
00:29:12: Ja!
00:29:13: Ich bin auch tatsächlich... Es ist jedem Saal eine Verantwortung, dass man mit Liebe auf die Welt zugeht.
00:29:20: Natürlich, manche können das vielleicht besser oder schlechter aufgrund ihrer Geschichte aber ich finde schon jeder für sich und sein Umfeld verantwortlich ist.
00:29:28: Toll!
00:29:29: Ich glaube es ist halt schwierig wenn jemand böse kommt oder was Böses will dann immer noch irgendwie Gütig zu reagieren oder liebevoll.
00:29:36: Aber ich glaube, nur so kann man es überwinden
00:29:38: als Böse.
00:29:39: Ich glaube auch gerade dann ist es ja auch wichtig dass man liebevoll agiert aber vielleicht jetzt nicht diese Person gegenüber sondern das man sich schützt indem man die Liebe woanders teilt oder sucht und dadurch die Stärke wiederbekommt also im Sinne wenn wir einen bösen Menschen begegnet und seine Liebe umleitet.
00:30:01: Ich glaube schon daran, dass wenn man liebevoll agiert in der Welt.
00:30:05: Dass das zurückkommt vielleicht nicht direkt von der Person aber von deinem Umfeld.
00:30:12: Das glaube ich auch.
00:30:12: Also ich glaube wer Liebe säht wird Liebe ernten eben nicht immer direkt und unmittelbar und wird es auch nicht immer leicht haben.
00:30:19: Aber ich glaub trotzdem sehr daran, sich das lohnt.
00:30:22: Und ich glaube man ist auch stärker dann dadurch weil wenn man die Liebe teilt mit Menschen die das wertschätzen können Dann ist man auf einmal mehr als diese böse Person oder weil man sich nicht mehr alleine fühlt und weil man dann auch das Gefühl hat, man kann besser sich dem entgegenstellen.
00:30:42: Und auch zeigen so du bist hier alleine mit deiner Böswilligkeit und mit deurer Gewalt.
00:30:47: aber wir haben hier ein Beispiel von wie es aussieht wenn du
00:30:52: überfreust.
00:30:54: Also Jesus würde immer noch weitergehen und ja wirklich sagen, auch zu dem der Böse ist gut sein.
00:31:00: Weil es Ihnen eben auch dann glaube ich vorführt.
00:31:03: Da gibt's so eine schöne Geschichte, die muss ich jetzt kurz erzählen.
00:31:05: können Sie auch ausschneiden?
00:31:07: Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht ob das so stimmt aber ich habe sie so gelesen als würde sie stimmen.
00:31:11: Nazi Deutschland war ein glaube ich politisch gefangener im KZ Und es ging ihm ganz schlecht und er hatte Geburtstag.
00:31:18: Und seine Frau hat es irgendwie geschafft, sich vom Mund abzusparen und den Kuchen zu backen und hat's eben ins KZ geschickt.
00:31:23: Der KZ Werther hat ihn gebracht und vor seinen Augen aufgegessen und hat ihm nicht mal irgendwie ein klitze Kleinkröme gelassen und hat es genossen, ihn quasi so zu quälen.
00:31:32: Dieser Mann hat das KZ überlebt und ist dann, ich weiß nicht, zehn Jahre später hat er diesen Menschen ausfindig gemacht – den Werter – und ist zwingend gegangen mit dem Kuchen.
00:31:40: Also er war aber im Zuhause und hat gesagt, was wollen Sie?
00:31:43: Und als er den Kuchen gesehen hat und er die Geschichte erzählt hat, ist ihn dann schon gedämmert.
00:31:47: Er konnte sich noch ziemlich gut daran erinnern, dass er das gemacht hat.
00:31:50: Dann hat halt dieser jemalige Häftling gesagt, wir tun jetzt etwas, was wir damals verabsäumt haben oder was nicht passiert ist.
00:31:57: Wir teilen den Kuchen!
00:31:58: Und dann hat der andere so angefangen zu weinen, hat gesagt okay es tut mir so wahnsinnig leidend... Ich weiß nicht, ob es so stimmt oder nicht.
00:32:06: Aber ich kann mir schon vorstellen dass man mit solchen Gesten auch irgendwie dann nicht nur die Welt sondern sogar auch in einzelnen Menschen verändern kann.
00:32:14: Also auch Verzeihen ist ja auch wie in der Resilienzforschung ganz wichtig das das halt für einen selber einfach eigentlich ganz viel bringt.
00:32:20: Ja ich frage mich tatsächlich also ich finde das ist wirklich eine interessante Frage wie man Gewalt begegnet und wie man weil soviel Gewalt ihr jetzt gerade auch stattfindet Alleine wenn man über jetzt die letzten Vorfälle nachdenkt, über wie Gewalt ging gegen Frauen.
00:32:37: Denn das was Trump in der Welt hinaus post-sound jeden Tag.
00:32:41: Das ist ja auch... Der zieht eine Gewaltwelle nach sich und es ist wirklich eine große Frage für mich, wie man darauf reagiert?
00:32:49: Und ich komme für mich da so oft zurück auf die Solidarität nämlich vor allem als privilegierter Mensch dass es unsere Pflicht ist, vor allem dieser Gewalt gegenüber dann solidarisch zu sein mit Opfern von dieser Gewaltung.
00:33:05: Mit Menschen die nicht die Ressourcen haben aufzustehen oder die Größe haben zu sagen okay ich wehr mich da oder ich verzeihe jemanden und das man sich der Unterstützung sucht in der Gemeinschaft.
00:33:21: und ich glaube dass man so eine Gewalt dann auch viel besser begegnen kann weil man nicht allein damit ist.
00:33:28: Und dann schafft man es vielleicht, wenn man selber nicht schafft, weil man einfach so verletzt wurde sich dann jemanden zu stellen der einem Gewalt angetan hat.
00:33:36: Vielleicht schafft das nicht alleine und viele Menschen schaffen das nicht.
00:33:39: Ich schaffe das auch durch der Leine.
00:33:41: aber Wenn man das teilt Dann kann man da vielleicht zu zehn Themen geben und dann machen das deine Freunde für dich.
00:33:49: Ja Das finde ich ganz wichtig.
00:33:52: Ich frage mich gerade Ich habe tatsächlich vor einer Woche, heute war kein Freitag.
00:33:57: Da hab ich gepredigt über Giselle Pelicot und Collin Fernandez und eben sehr viele Opfer Frauen von sexualisiertem Gewalt.
00:34:05: Und er hat eigentlich genau dazu aufgerufen und wir müssen... Also auch Jesus am Kreuz hat ganz klar gesagt es steht immer auf Seite der Opfer nicht, auf Seite des Täter.
00:34:14: Das ist unser Gott den wir im Kreuz haben!
00:34:16: Und ich habe gesagt, wir müssen dafür sorgen dass die Scham diese Seite wechselt.
00:34:20: Also mir gibt es auch sehr viele.
00:34:22: Kirche war voll und das war eine schöne Stimmung und zwar wirklich richtig
00:34:25: gut.
00:34:25: Die Frage ist immer wie geht's dann weiter oder wie also... Ich weiß nicht mehr, Demonstrationen sind glaube ich auch wichtig.
00:34:30: Gehst du auf Demos?
00:34:31: Oder so wenn?
00:34:32: sowas ist schon ja.
00:34:33: Also ich gehe
00:34:34: schon auf Demonstratoren weil ich finde es einfach wichtig, dass wenn man die Möglichkeiten hat, dass man das tut, die zeitlichen und die energetischen Möglichkeiten dazu und was ich ganz wichtig find an Demonstrationen oder auch aktivistische Arbeit ist.
00:34:48: Man tauscht sich da aus und man kann sich gegenseitig Energie geben, Informationen geben mit denen man dann wieder raustreten kann und wieder in die Konfrontation gehen kann mit gewaltvollen Systemen oder gewaltfuellen Personen.
00:35:03: Es ist dann viel leichter wenn man sieht okay man ist nicht alleine und rennt nicht gegen Windmühlen.
00:35:10: Und das ist, glaube ich auch die Stärke, die jetzt gerade passiert oder dass was so tolles an ... Die Scham muss die Seite wechseln.
00:35:17: Dass man sieht wir sind die Starken!
00:35:20: Oder die Opfer von Gewalt sind... Die haben eigentlich eine wahnsinnige Stärke an sich
00:35:25: weil
00:35:27: wir haben nichts falsch gemacht.
00:35:28: Wir sind nicht diejenigen, die jemanden verletzt haben sondern jemand andere sollte sich dafür schämen Und damit eine Energie, die mitgegenzutreten.
00:35:36: Ich glaube viel Energie kann man sich da aus Demonstrationen zum Beispiel holen oder wenn man sich austauscht miteinander.
00:35:43: Ja, total.
00:35:45: Oder bei dem Kaffee-Krenzchen auch z.B.
00:35:47: ich finde das ist eine kleine Art des gemeinsamen solidarischen Austausches oder des Demonstrieren einen Girls' Night
00:35:56: Ja.
00:35:57: Ist genau so ein Ort, wo man sich Energie holt und sich austauscht.
00:36:00: wie furchtbar dieser eine Typin mir umgegangen ist... ...und man hört, ah ja das ist nicht in Ordnung!
00:36:06: So sollte eigentlich nicht mit mir um gegangen werden.
00:36:10: Also drüber reden ist auch einfach so wahnsinnig wichtig oder?
00:36:13: Ja.
00:36:15: Total.
00:36:15: Und
00:36:16: zwar haben wir schon bei K. Freitag.
00:36:18: Du hast nur einen ganz kurzen Moment, du warst jetzt zu Ostern weg.
00:36:21: Oder, wer hast du Ostern woanders erlebt?
00:36:23: Ist das auch was von Karl Freitag mitbekommen oder...
00:36:26: Ich bin jetzt über Ostern das erste Mal in Madrid und hab da die Ostere Prozessionen miterlebt.
00:36:33: Und es war sehr eindrucksvoll weil dann diese Statuen von Jesus und von Maria durch massenweise von Menschen getragen werden uns die Menschen so emotionalisiert und so berührt sind von diesen Prozessen.
00:36:50: Das war sehr... sehr spanisch diese Kultur damit zu erleben, wie das so zelebriert wird.
00:36:56: Das kann was!
00:36:58: Aber
00:36:58: das, was ich auch irgendwie interessant fand war... Ich habe nicht nur die Urste-Prozessionen erlebt in Madrid sondern ich war auf einem Konzert von einer Musikerin von Rosalía und sie ist eine spanische Musikerin, die jetzt gerade ein Album über heilige Frauen gemacht hat in dreizehn unterschiedlichen Sprachen.
00:37:18: Und das war total interessant, weil sie den Glauben, den sie hat so spannend interpretiert.
00:37:24: also ihre Perspektive an den Glauben finde ich unglaublich interessant und spannend.
00:37:29: Ja es weiß aus einer sehr feministischen Perspektiv ist wie sie das wahrnimmt und wie sie auch heilige Frauen darstellt und
00:37:37: hochhebt.
00:37:38: Also ja als Vorbilder die was bewegt haben oder?
00:37:44: Ich hab jetzt ein bisschen drüber nachgedacht, ich darf über nächste Woche predigen.
00:37:48: Sorry, ich habe gerade sehr nen Predigtexten!
00:37:50: Da geht es auch um Vorbilder in den Predigt und meine Tochter zum Beispiel ist Swifty und trägt halt auch die Armwender.
00:37:58: Man hängt sich heute nicht mehr so sehr diese Poster an der Wand.
00:38:01: also ich hatte noch Poster auf meiner Wand aber heute hat man halt dann Harry Potter-Police an oder Slytherin oder was auch wenn man gut findet oder eben Swiftyarmwender und zeigt aber dadurch eigentlich, wer das Vorbild ist.
00:38:13: Und eben für meine Tochter ist es gerade schon Taylor Swift durch vieles von dem was sie halt singt und was sie erreicht hat als Frau und so.
00:38:20: Und er hat mir nicht gedacht dass Vorbilder schon glaube ich präsenter sind als uns bewusst ist weil's halt
00:38:26: ja... Ich finde es auch interessant weil es so viele unterschiedliche Vorbilden gibt vor allem mit Social Media und so hat man jetzt nicht mehr so wie früher David Bowie oder Taylor Swift jetzt sondern ganz viele Influencer innen die einen beeinflussen und die, glaube ich auch, die Generation unter mir sehr stark beeinflussend.
00:38:48: Ich bin bei Vorbildungen immer ein bisschen vorsichtig weil ich finde dass man da immer kritisch hinterfragen muss.
00:38:54: so was ist das für eine Person?
00:38:58: Warum ist sie da wo sie isst?
00:39:01: Stimmt!
00:39:01: Und wenn das ihre Agenda
00:39:02: auch?
00:39:03: Ja, wenn es ihre Agender von profitiert sieht auf wesentlichen Schultern steht sie eigentlich.
00:39:10: Vor allem auch bei Taylor Swift zum Beispiel oder bei solchen Mega-Stars.
00:39:14: und ja, ich finde vor allem wenn ich daran Social Media denke an Influencerinnen da kann das ja total schnell kippen weil man nur eine Seite der Medaille oft von diesen Personen sieht nämlich die tolle schöne Polierter und dann die frauenfeindlichen Seiten zb nicht wahrnimmt oder die rassistischen
00:39:35: Genau, das finde ich so an sich wichtig dahin zu schauen.
00:39:37: Da auch mehr den Kompetenz zu stärken eigentlich und es gibt ja schon auch andere Beispiele also zum Beispiel Darya-Darya ... Tolle Frau!
00:39:47: Die halt eben sich in ihrer Verletzlichkeit zeigt, in ihren Zweifeln auch und in dem also.
00:39:52: da hat auch Dinge klar benannt dass für mich dann eher schon Vorbilder Ja, genau.
00:40:01: Du bist jung aber als du noch jünger warst also du bist eine lange Zeit eigentlich mit Corona auch aufgewachsen oder hat dein Leben bisher sehr geprägt?
00:40:08: Du hast eigentlich was Cooles gemacht nämlich Gesellschaftslabor.
00:40:13: Also ihr habt euch in der Coronazeit statt aufzutreten im Glasboxen isoliert öffentlich oder wie war das?
00:40:18: ich kann es nochmal ein bisschen erzählen.
00:40:21: Ich habe eine Theatergruppe mit der wir Theater ausprobieren was...ich würde sagen ein bisschen mehr die die konservativen Theatergrenzen sprengt, weil wir nicht auf klassischen Bühnen stattfinden sondern oft sehr immersive Projekte machen.
00:40:36: Und in den vergangenen Jahren wollten wir eigentlich ein Stück machen... dass Publikum uns sehr nahe kommen kann und was sehr oft näher passiert war.
00:40:45: Und dann ging das natürlich nicht mit Corona zu Recht, und dann haben wir es versucht umzumodellieren und haben gesagt okay damals gab's noch die vierzehntägige Quarantäne und danach durfte man sich dann begegnen und sich berühren und beisammen sein.
00:40:59: Und haben gesagt ok wir machen die vierzentage Quarantine, machen wir vor Publikums damit niemand sagen kann ah!
00:41:08: Die haben das jetzt einfach so gemacht, zu Hause und behaupten das.
00:41:12: Und jetzt treffen sie sich auf der Bühne!
00:41:14: Sondern wir wollten dass es auch bewiesen werden kann.
00:41:16: Dann haben wir uns... Wir waren zu fünft und jede von uns hat sich in einer Glasbox eingesperrt für vierzehn Tage.
00:41:25: Und wir haben da drin gegessen und gewohnt und jeden Abend performt.
00:41:30: Der Versuch war ob Kunst möglich ist wenn man einander nicht nahe sein kann?
00:41:37: Und das war sehr prägend und sehr spannend auch dieser Versuch.
00:41:43: Ist es möglich, würde ich sagen?
00:41:46: Also mehr Spaß macht's schon wenn man uns schaffen kann oder sich austauschen kann.
00:41:56: Sonst dreht sich das oft dann auch so im Kreis und wird irgendwie sehr egozentriert irgendwann.
00:42:04: Corona und eine gute Klimakrise.
00:42:07: Und jetzt Krieg, Kriege mehrere ... Das ist schon auch das, wovon man sagt, dass es eben deine Generation sehr prägt und natürlich auch einfach Angst macht.
00:42:16: Dass sehr viel Bedürfnis nach Stabilität deswegen da ist.
00:42:19: Kannst du das auch so sagen?
00:42:20: Also seid ihr eher eine Generation der ja Angst oder Sorge was logisch wäre aber...
00:42:29: Ich glaube ich habe schon großen Respekt vor allem was auf der Welt gerade passiert und habe auch seit es in der Ukraine, seit der Angriffskrieg von Russland stattfindet.
00:42:41: Auch immer wieder Gedanken darüber wie ist das wenn bei uns Krieg herrscht?
00:42:46: Und ich glaube deswegen denke ich auch oft wenn ich an Tod denke nicht nur an einen friedlichen Tod sondern auch an einen gewaltvollen Tod und ich glaube dass ist schon deswegen sehr präsent.
00:42:58: Und wie gehst du dann damit um?
00:42:59: oder wie kannst du das?
00:43:00: Dann irgendwie für dich gut einordnen, dass man das nicht...
00:43:06: Gute Frage.
00:43:08: Ich finde es passiert sehr schnell oder ich merke es an mir selber, dass es sehr schnell passiert, dass ich mich zurückziehe und mich diesen Thematiken auch verschließe aus einem Selbstschutz heraus und weil ich auch das Privileg hab, dass sich sagen kann okay ich lasse das jetzt mal vor der Tür.
00:43:24: Es
00:43:25: ist noch gesund.
00:43:27: Ja Aber es ist natürlich auch nicht ganz fair Anderen gegenüber, die nicht davor weglaufen können oder sich dem verschließen können.
00:43:36: Und ich habe auch einige Freundinnen, die vom Krieg betroffen sind oder waren und deswegen... Da komme ich glaube ich wieder zurück auf die Solidarität!
00:43:46: Ich
00:43:46: komme immer wieder darauf zurück,
00:43:48: dass das etwas ist was meine Freundin dann total stärkt.
00:43:53: Dass man weiß so, man isst nicht alleine Nämlich mit den Sorgen, die man hat.
00:43:58: Aber auch konkret mit einem Verlust von einem Zuhause oder geliebten Menschen oder mit Gewalterfahrungen.
00:44:06: Dass da das Allerwichtigste ist, dass man dann nicht alleine bleibt damit.
00:44:10: und deswegen finde ich es auch umso wichtiger, dass ich mich nicht zurückziehe sondern ich mich aktiv damit auseinander setze was da gerade passiert vor allem wenn ich die Möglichkeiten habe dahin zu schauen
00:44:26: Weil wir ja vorhin nach dem Sinn des Lebens gefragt haben, vielleicht ist einfach der Sinn wirklich eben, also lieben und liebeweite geben.
00:44:31: Und eigentlich schon auch aktiv handeln.
00:44:33: Also solidarisch an der Seite derer stehen die uns brauchen.
00:44:36: Also wahrscheinlich nicht nur das Dasein an sich sondern halt damit auch was Gutes bewirken.
00:44:41: Ja absolut!
00:44:42: Also so viel Sonnenkück auch irgendwie da ist... Ich glaube dass es voll in unserer Verantwortung ist, dass wir diese Welten nichts hässlicher verlassen als sie ist.
00:44:55: Finde ich auch.
00:44:55: Du hast ihm erzählt von dem schönen Tod deines Großvaters, ihr habt ihn dann begleitet.
00:44:59: aber wie ging es dir danach?
00:45:00: und eben auch mit dem Verlust, mit dem Loslassen?
00:45:03: Mit der Trauer... Wie trauert man?
00:45:06: Gut!
00:45:07: Ich glaube diese Frage stelle ich ganz oft anderen Leuten.
00:45:11: jemandem am besten traut weil ich doch glaub ich jung bin und noch nicht so viele Berührungspunkte damit habe wir andere Personen Und ich hab letztens habe mich mit meiner Oma drüber geredet.
00:45:24: Mit
00:45:24: einer, die noch lebt oder mit der Tod?
00:45:26: Die noch da hat sie noch nicht.
00:45:28: Genau!
00:45:29: Die noch lebte.
00:45:29: Also ich habe mit ihr geredeten Sieherz.
00:45:31: Sie hat gemeint das sie sich versucht anzufreunden mit dem Alleinersein und dass man diesen letzten Schritt alleine geht und dass es beim Tod begegnen und aber auch beim Trauern ja ganz viel ums loslassen geht.
00:45:49: Und das ist etwas glaube ich was mir zumindest sehr schwer fällt und dass man etwas nicht in der Hand hat.
00:45:57: Und ich glaube, dass das viele Menschen haben, dieses Bedürfnis die Kontrolle zu haben.
00:46:02: Total!
00:46:03: Das ist natürlich auch ganz wichtig so für die Selbstwirksamkeit, sodass man weiß, dass man gewisse Sachen in seinem Leben in der hand hat.
00:46:09: Aber ich glaube sowas wie den Toten hat man einfach oft nicht in da Hand.
00:46:14: Klar aber eben also das war für mich zum Beispiel eines der Hauptdinge, die ich lernen musste als ich Mutter wurde... weil man dann noch weniger in der Hand hat.
00:46:22: Also schon in der Schwangerschaft, du weißt einfach nicht wie es ... wie es ausgeht, ob das Kind gesund ist oder nicht und wie es dann weitergeht.
00:46:28: Und meine Große ist ja jetzt eben gerade in den USA, grad sechzehn geworden und ich find's auch mega schwierig, das Kind mit fünfzehn allein in die USA fliegen zu lassen und loszulassen und du hast ihn nicht mehr in der Hand.
00:46:38: also ich finde schon dass man immer mehr lernen muss loszulesen und das fängt vielleicht fängt es eh ganz früh an aber je älter man wird merkt man erst mal wie viel man nicht in der hand hat.
00:46:49: Also ich halte es für einen großen... Ein großes Ziel für mich persönlich, einfach wirklich so viel wie möglich loslassen zu können was nicht in meiner Macht liegt.
00:46:58: Weil es einfach nicht so ist.
00:46:59: ja
00:46:59: Und wie siehst du das mit dem?
00:47:02: Das ist eine Frage die ich mir oft stelle.
00:47:05: Es ist vielleicht manchmal auch leicht loszulassen weil man sich denkt okay Ich habe es eh nicht in der Hand Ist es egal.
00:47:12: Aber
00:47:13: eigentlich müsste es eine andere Art von Loslassen sein oder?
00:47:16: Genau.
00:47:16: also egal ist es mir gar nicht.
00:47:18: Gut, bei mir hilft ja tatsächlich mein Glaube.
00:47:20: Es kam jetzt auch wieder Forschung heraus, wo es hieß, dass der Glaube für Resilienz wirklich ganz hilfreich ist und ich hab's einfach erfahren.
00:47:28: Ich glaub', ich habe das hier eher auch schon erzählt, meine kleinere Tochter hat einen Herzfehler mit einem halben Herz.
00:47:33: Die musste ich direkt nach der Geburt loslassen, dann wurde sie operiert.
00:47:37: Und wenn du dieses Kind so lange in deinem Bauch trägst ... Da war sie zumindest noch behütet kommt sie raus und wird gleich weggenommen und aufgeschnitten, da dann halt einfach zu sagen ich lasse es los aber ich vertraue ganz fest darauf dass jetzt in dem Moment jemand anders da ist der sich hält.
00:47:55: Und das glaube ich einfach.
00:47:57: daran glaube ich dass wenn ich's nicht kann dann hält jemand anderes und natürlich kann das Gott sein oder man kann wieder drauf bauen dass hier eine Solidaritätsgemeinschaft ist und gute Ärzte und auch anderes gut mit mir meinen.
00:48:08: Ich muss ja ständig eigentlich auch loslassen also auch wenn ich ihn buss Ich vertreibe euch darauf, dass der Busfahrer einen Führerschein hat und nicht voll drunken ist oder so.
00:48:17: Und ich hab's nicht in der Hand!
00:48:20: Also wenn wir uns manchmal bewusst machen wie viel wir eigentlich sogar loslassen dann ja es vielleicht einfach nur wichtig ans gute zu glauben oder an Gott zu glauben also zu vertrauen.
00:48:33: das hilft mir beim Loslassen.
00:48:36: Vertrauen Das ist so eine wichtige Übung.
00:48:40: Ja und eine schwierige, aber ja
00:48:43: total.
00:48:43: Könntest du sagen was wäre schön?
00:48:46: Was man bei deiner Beerdigung über dich sagt?
00:48:48: Also Alina war eine...
00:48:52: Ich glaube eine liebevolle Seele.
00:48:55: Das ist schön!
00:48:56: Ich glaube das wünsche ich mir.
00:48:58: Und ich glaube was mich auch sehr schön finde ist, ich habe irgendwie den Traum immer dass wenn ich mal tot bin verbrannt werde ... dann meine Asche auf einem Berg oben verstreut wird.
00:49:12: So im Wind, weil ich finde... Ich find das so schön!
00:49:16: Also erst mal wenn ich wandern gehe, finde ich die Vögel da oben so schön und dann hätte ich glaube ich so das Gefühl ist okay, weil man wirklich irgendwie wieder geboren wird oder sowas.
00:49:26: Dann bin ich da auf jeden Fall näher dran bei diesen Vögeln als unter der Erde.
00:49:31: Ja.
00:49:32: Das ist auch eine schöne Vorstellung.
00:49:33: Und deine letzten Worte wären?
00:49:40: Irgendwas mit Liebe.
00:49:41: Vielleicht auch einfach nur Liebe?
00:49:44: Lieber.
00:49:46: Das ist doch ein schönes Schlusswort!
00:49:47: Alina Schaller, ich danke dir ganz sehr.
00:49:50: Gibt es noch was, was wir ankündigen können?
00:49:52: Also ich habe gesehen der Film... wie heißt das?
00:49:55: so haben wir dich aber nicht erzogen?
00:49:56: Ist gerade im KM März raus und sind in der ORF TV-Tek noch zu schauen?
00:50:01: Kommt eine Serie, eine ORF-Serie.
00:50:05: Die ist fliegeleicht, da bin ich auch dabei und es ist jetzt gerade ein Film der heißt Frutti di Mare von David Le Poe.
00:50:12: Der Premiere hatte auf der Diagonale in Graz.
00:50:15: Den sollte man auch irgendwo streamen können.
00:50:18: Genau!
00:50:19: Und du blinkt Burning im Rabenhof.
00:50:21: Da kommst du auf einkommen.
00:50:23: Super das verlinkt mir dann alles in den Show notes.
00:50:25: Vielen herzlichen Dank dass du da warst.
00:50:27: Danke für das schöne Gespräch.
00:50:28: Dankeschön für die Einladung.
00:50:30: Das war über das Endefolge.
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