Kriegsreporterin Sophia Maier: Was ist Ihnen Ihr Leben wert?
Shownotes
In der 62. Folge von „Über das Ende“ spricht Konstantin Sacher mit Sophia Maier. Sie ist Journalistin und berichtet als Kriegsreporterin aus den Krisenregionen dieser Welt. Im Gespräch erzählt sie, wie es sich anfühlt, in Lebensgefahr zu sein und warum sie erst lernen musste, sich um ihre Seele zu kümmern.
Sophia Maier berichtet von ihren letzten Reisen in den Libanon und erklärt, warum sie ein positives Bild vom Christentum hat. Und sie verrät, warum sie trotz des ganzen Leids, das sie bei Ihrer Arbeit sieht, Hoffnung hat.
Das Gespräch wurde im April 2026 aufgenommen.
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Konstantin Sacher: Leben mit dem Tod. Gütersloher Verlagshaus 2022
Konstantin Sacher: Zwischen Todesangst und Lebensmut. Mohr Siebeck 2023
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Was erfährt man über das Leben, wenn man über den Tod nachdenkt? Das fragen die „Über das Ende“-Hosts Konstantin Sacher und Julia Schnitzlein spannende Menschen im Podcast. Wir freuen uns, wenn Sie zuhören!
Transkript anzeigen
00:00:00: Ich habe viele dieser Einsätze gemacht und mir nie den Raum gegeben, also nicht nur in dieser Situation in Ukraine sondern mir auch davor nie den Raum gegeben meine Seele hinterherkommen zu lassen.
00:00:12: Mein Anspruch ist weder zu zeigen guck mal wie gefährlich oh mein Leben ich bin ja die taffe Kriegsreporterin noch ist mein Anspruch die große Geopolitik zu erklären.
00:00:20: Mein Anspruch es die Geschichten der Menschen zu erzählen.
00:00:27: wirklich große Teile dieser Partei der CDU und CSU über Mitmenschen sprechen über Mensch mit.
00:00:42: Wenn ein Mensch wie Martha, die das grausamste erlebt hat und in diesem KZ ist, sagt ihre Hoffnung ist der Mensch.
00:00:54: Also wenn sie das kann dann finde ich es ist eigentlich auch Pflicht von allen anderen.
00:01:01: Hallo und herzlich willkommen zur neuen Folge von Über das Ende.
00:01:03: Mein Name ist Konstantin Sacher.
00:01:04: Ich bin Redaktor von Christmau und spreche mit interessanten Leuten über den Tod, und in sindes Lebens.
00:01:08: Und heute mit Sophia Meier.
00:01:09: Herzlich willkommen!
00:01:10: Vielen lieben Dank für die Einladung.
00:01:12: Frau Meier ich stelle Sie gleich unseren Hörerinnen und Hören ausführlich vor.
00:01:15: aber unsere erste Frage ist immer die Gleiche und ihr lautet wann haben sie denn das letzte Mal an ihren eigenen Tod gedacht?
00:01:22: Tatsächlich ist es gar nicht so lange her weil ich vor kurzem im Libanon war wo gerade massiver Krieg herrscht Und dort in ein, zwei Situationen war, in denen ich tatsächlich Angst hatte.
00:01:39: Das ist was, was ich im Beruf als Krisenreporterin eher selten habe.
00:01:44: Ich hab immer Respekt aber ganz selten gibt es Situationen, die ich wirklich Angst habe und darüber nachdenke dass der Tod rein theoretisch und vielleicht sogar kein praktisch relativ nah sein könnte gerade.
00:01:58: Wollen Sie eine Situation gleich schildern?
00:02:01: Ich war im Süden des Landes unterwegs, wo gerade die israelische Armee heftig bombardiert und man fährt da über wirklich durch Geisterstädte.
00:02:12: Da sind kaum noch Menschen weil alle geflohen sind und vertrieben wurden.
00:02:17: Und man kann irgendwann in eigenen Sinne nicht mehr trauen.
00:02:19: ist das was ich gerade höre?
00:02:21: Ist es ein Wind?
00:02:22: Ist eine Drohne?
00:02:23: Ist das ein Kampfjet?
00:02:28: dass die Wahrscheinlichkeit groß ist, dass jeden Moment irgendeine Rakete einschlagen kann und man natürlich keinerlei Macht darüber hat.
00:02:35: Man ist dem ausgeliefert, der Gefahr von oben ausgeliefert und kann das überhaupt nicht beeinflussen.
00:02:41: Und meistens funktioniere ich in diesem Moment, mache einfach meine Arbeit und setze mich mit dieser Realität nicht ständig auseinander weil sonst könnte ich nicht funktionieren.
00:02:50: aber es gibt diese leisen Momente wo dann dieses Bewusstsein kommt wo ich eigentlich gerade bin und wie gefährlich das ist.
00:02:57: Und dann kommt die Angst für einen Moment, und dann geht
00:03:04: es aber wieder
00:03:16: weiter.".
00:03:26: viele Preise bekommen.
00:03:27: Unter anderem, das sage ich in diesem christlichen Podcast den katholischen Medienpreis.
00:03:30: In dem Jahr im Jahr- und Jahrzehnte habe ich gelesen und sie hat das Buch geschrieben Herrs aus Stacheltrat eine Kriegsreporterin über verlorene Menschlichkeit und die Doppelmoral des Westens, dass es im Jahr ist, jetzt zwar schon im Jahr zum Jahr-und-zehnten, aber ich denke die Themen sind aktuell genauso wie letztes Jahr.
00:03:48: Und ja, Sie berichten haben sie auch gerade schon erwähnt aus Krisen und Kriegsgebieten.
00:03:53: Ich wollte eigentlich auf eine Szene aus Ihrem Buch eingehen wo Sie in der Ukraine waren.
00:03:56: aber das brauchen wir jetzt gar nicht weil Sie haben jetzt ja ein aktuelle Szene erzählt die jetzt noch gar nicht so lange her ist aus dem Libanon.
00:04:04: ich wollte vielleicht mal danach fragen sind Sie?
00:04:06: Sie sind ja wahrscheinlich irgendwie gekennzeichnet als... Presse als Reporterin oder nicht?
00:04:10: Das
00:04:10: ist sehr situationsabhängig.
00:04:12: Das kann ich nicht pauschal beantworten.
00:04:14: in der Ukraine, an der ukrainischen Front auf jeden Fall Da hat man im besten Fall einen Helm und eine Wester, auf der auch Presse steht.
00:04:22: Aber das kommt wirklich immer auch auf den Kontext an.
00:04:24: Wo bin ich?
00:04:25: Wie habe ich überhaupt ne Akkreditierung, ne Erlaubnis?
00:04:28: wie offensichtlich will ich Journalistin sein?
00:04:30: Könnte es mich nicht vielleicht sogar mehr gefährden wenn ich mich zu erkennen gebe?
00:04:35: also es kommt immer drauf an Und selbst wenn... Ich glaube vergangenes Jahr war das tödlichste Jahr für Journalisten seit langer Zeit.
00:04:43: insbesondere in Palästina werden sehr viele Journalisten getötet die gekennzeichnet sind als solche, das heißt es kann am Ende sogar auch die Gefahr erhöhen.
00:04:52: Da wollte ich jetzt darauf hinaus weil Sie haben ja vom Libanon erzählt, dass heißt die Gefahe, die sie jetzt geschildert haben wäre von der israelischen Armee ausgegangen wahrscheinlich oder auch von der Hisbollah?
00:05:01: Nein vor allem von der Israelischen Armea genau
00:05:04: und da waren sich da jetzt als Presse sozusagen erkennbar
00:05:07: in verschiedenen Kontexten Ja und den anderen nicht.
00:05:11: Ich dachte jetzt in dem einen wo sie Angst hatten.
00:05:19: Also meine Erfahrung nach kann das je nachdem wenn ich in dieser Region unterwegs bin auch gefährlicher sein, wenn nicht mich als Presse zu erkennen gebe.
00:05:26: Ich werde es nie vergessen.
00:05:27: Es war direkt nach dem siebten Oktober waren ein guter Kollege von mir den ich persönlich kannte der Fotografer Reuters gearbeitet hat an der Grenze nahezu Israel mit Kollegen und Kolleginnen die dort gefilmt haben alle als Presse zu erkennen mit den Westen, mit dem Auto.
00:05:43: Er wurde getötet, eine andere Kollegin wurde schwer verletzt und sitzt bis heute im Rollstuhl.
00:05:48: Deswegen wir haben diese Vorfälle.
00:05:50: das sind Kriegsverbrechen Das sind die gezielten Tötungen und Angriffe auf Journalisten durch die israelische Armee.
00:05:56: Wir haben die im Libanon erlebt.
00:05:58: Im Kleinen Wir haben sie in Gaza im Großen Und deswegen ist die Presse-Weste oder die Kennzeichnung nicht per se Sorgt nicht per See für mehr Sicherheit.
00:06:09: Und es wurde da auch geklärt, dass das wirklich von der israelischen Armee war?
00:06:13: Ja.
00:06:14: Das wurde geklärter gibt es auch Ermittlungen zu.
00:06:18: Jetzt haben sie ja schon ein bisschen so Ohmacht erwähnt gerade das Gefühl was man da hat.
00:06:23: wie fühlt sich Todesangst die sehr letztlich hatten anscheinend kurz in dem Moment.
00:06:27: Wie fühlt ich das an?
00:06:28: können Sie das versuchen zu beschreiben?
00:06:30: Das ist eine große Frage.
00:06:33: Ich würde auch da im Libanon nicht sagen, dass es wirklich die Todesangst war.
00:06:36: Es war eine Angst, sie hat nur vorhin kurz die Ukraine angesprochen und vielleicht würde ich das einmal doch mit reinnehmen weil ich da wirkliche Todes-Angst gespürt habe.
00:06:45: Wir waren im Westen der Ukraine Die Dreharbeiten waren abgeschlossen also in vermeintlich sicheren Westen des Landers und sind über ne Brücke gefahren.
00:06:54: Und zehn Sekunden später spürt man Man hört ihn gar nicht, man spürt den ersten Einschlag und das Auto vibriert.
00:07:03: Und man denkt sich im Ersten Moment her was war das?
00:07:05: Und dann es war uns relativ schnell klar okay da ist eine Rakete eingeschlagen.
00:07:09: Dann ist noch eine eingeschlagen, noch eine geschlagen, und genau das was ich eben meinte dieses... Das ist ein möglicher Tod von oben den man nicht beeinflussen kann.
00:07:20: Spannenderweise habe ich damals direkt mein Handy genommen und gefilmt.
00:07:26: Nicht weil ich so net großartige, tolle mutige Reporterin bin.
00:07:30: Ich glaube eher dass es ein Mechanismus ist im Moment der die ich empfunden habe Todesangst das zu tun was ich am besten kann irgendwas zu tun es mir Halt gibt es mir Sicherheit gibt und was kann nicht am Besten?
00:07:43: ich kann filmen.
00:07:43: ich bin Reporterin und hab dann einfach diese Szenen während wir in diesem Auto saßen gefilmt aus dem Fenster gefilmt ist alles sozusagen eingeordnet, mitgenommen wie man beim Fernsehen sagt.
00:07:56: Und das war für mich ein Vehikel um mit dieser Todesangst umzugehen.
00:08:00: wir haben später festgestellt dass die erste Rakete ungefähr hundertzwanzig Meter weit weg von uns eingeschlagen ist.
00:08:06: es waren dann mehrere.
00:08:07: es wurden auch Menschen bei diesem russischen Angriff getötet.
00:08:11: da ging es natürlich darum die kritische Infrastruktur zu treffen Brücken Gleise um den Nachschub einzuschränken und ja Danach, aber das ist glaube ich auch ganz spannend.
00:08:25: Als wir in Sicherheit waren im Polen wurde so viel Adrenalin freigesetzt... Wir haben gelacht, also völlig übertrieben.
00:08:33: Wir waren so Mensch was wir da als erlebt haben, das war ja verrückt und lustig!
00:08:38: Und danach bin ich direkt zu meiner Produktionsfirma und habe aus dem Erlebnissen Beitrag geschnitten und war wieder im Funktioniermodus habe erst danach verstanden, was mir eigentlich passiert ist und wie ungesundlich auch damit umgegangen bin.
00:08:55: Indem ich dem nicht in Raum gegeben hab diesen Erleben und dieser Todesangst.
00:09:00: Im Bouchet.
00:09:00: es war am April, im April, jetzt sprechen wir im April-April, also fast vier Jahre her.
00:09:07: Die Gefühle die Sie jetzt schildern kommen noch mal so hoch?
00:09:09: Haben sie das jetzt schon so oft erzählt?
00:09:11: vielleicht, dass sie das langsam abgelegt haben?
00:09:14: oder hat das schon einen Potenzial immer wieder dann... hochzusteigen?
00:09:20: Also ich habe es gar nicht so oft erzählt und ja, es hat auf jeden Fall das Potenzial.
00:09:25: Ich hab damals dann... also ich glaube man muss verstehen, ich habe viele dieser Einsätze gemacht und mir nie den Raum gegeben, also nicht nur in dieser Situation in Ukraine sondern mir auch davor nieden Raum gegeben meine Seele hinterherkommen zu lassen sei's dass ich in Afghanistan war, in Syrien.
00:09:42: Man erlebt dort eindringliche Dinge auf verschiedenen Ebenen und ich habe meine Seelehne nie hinterher kommen lassen Und bei der Ukraine dann auch nicht in dieser sehr extremen Situation und habe dann irgendwann festgestellt, Sophia so funktioniert das nicht.
00:09:56: Du musst wenn du diesen Beruf – und es ist für mich weitaus mehr als ein Beruf – weiter ausüben möchtest deinen Standards entsprechend, dann musst du dir Raum geben und habe damals auch insbesondere dieses ereignisse Ukraine traumatherapeutisch gezielt aufgearbeitet.
00:10:16: Das hat mir auf jeden Fall geholfen Aber nicht insofern, dass ich jetzt davon abgekapselt bin.
00:10:20: Wenn ich darüber spreche, fühle ich das noch und ich bin da verordnet.
00:10:25: Ich spüre vielleicht nicht mehr die Todesangst aber ich spüre, dass es ein sehr prägendes Erlebnis in meinem Leben
00:10:29: war.".
00:10:30: Das ist mich nochmal nachfragen weil ich vorhin fragte wie hat sich das angefühlt?
00:10:34: Also das habe ich zum Glück noch nicht erlebt sowas.
00:10:37: Man kennt ja selbst so Situationen wo man auch immer richtig Angst bekommt.
00:10:41: Es zieht einen so bisschen zusammen... Merkt man, okay vielleicht geht doch irgendwie weiter oder so.
00:10:47: Ist das das Gleiche nur gesteigert?
00:10:49: Oder hat es doch noch mal eine andere Qualität?
00:10:51: Sie meine so ein flaues Gefühl im Magen und solche Dinge.
00:10:53: Ich
00:10:53: dachte jetzt ganz andere Qualitäten.
00:10:56: aber ich war letzte Woche Skifahren mein Sohn hat sich verletzt ist beim Sprung hingefallen musste dann tatsächlich auch im Helikopter abgeholt werden War nicht so stimmen wie sie am Anfang aus da.
00:11:04: Aber dass ist so was ich sehe den Sturz Und beim Skifahrern man weiß da kann viel passieren Und dann zieht sich so zusammen, man ist geschockt erst mal und dann versucht man was zu machen.
00:11:12: Haben sie ja auch gemacht mit den Filmen.
00:11:14: aber deswegen ich versuche herauszufinden Ist das gleiche Gefühl in gesteigert?
00:11:19: oder ist es doch noch ein ganz anderes Gefühl vielleicht?
00:11:22: Ich glaube schon sehr ähnlich dieses Geschock, dieses oh Gott Aber ich kann das gar nicht so genau benennen, weil ich so schnell in einen anderen Modus geschaltet bin.
00:11:30: Aus Selbstschutz aus auch über Lebensinstinkt wobei eine Freundin zu mir damals meinte aber die normalste Reaktion wäre doch das Auto anzuhalten und sich irgendwo rauszuspringen und auf den Boden zu legen.
00:11:43: Ehrlicherweise, ich bin mir gar nicht sicher ob es die beste Reaktionen gewesen wäre.
00:11:46: Das Verrückte war ja wir waren damals in diesem Auto Und du hast ja nicht nur diese Bedrohung von oben Du weißt ja nicht was ist das Richtige Fahre ich schnell Fahre ich zurück, fahre links und rechts.
00:11:58: Bleibe stehen, springe aus dem
00:11:59: Auto.".
00:12:00: Also am Ende kann der in diesem Moment niemand sagen... Und ich glaube schon, dass es dieser Schock ist nur gesteigert aber mit der dann bei mir ganz schnell in Handlungen übertragen wurde.
00:12:10: Dann habe ich das gar nicht mehr gespürt.
00:12:12: Aus Selbstschutz heraus!
00:12:13: Ich glaube, der Mensch hat schon wirklich so unbändige Fähigkeiten auch in der schlimmsten Situation für sich Sorge zu tragen.
00:12:22: Und das habe ich ja in dieser Form am Ende getan, indem ich mich nicht diesen massiven Schockgefühl weiter ausgesetzt habe sondern einfach was Produktives, produktive sind Anführungsstrichen ergetan und gefilmt habe.
00:12:35: Das ist ja so ein bisschen das Ohnmachten des Anderes zur Selbstwirksamkeit.
00:12:37: Das braucht der Mensch ja sich zeigen dass er irgendwie selbst etwas in der Hand hat.
00:12:44: Ob es jetzt das Beste war, weiß man nicht vorher.
00:12:46: Aber es hat sich als richtig herausgestellt, dann wegzufahren in die eine Richtung, schreiben sie ja im Buch aus und sind dann wieder zurückgefahren in Die Stadt wenn ich mir das richtig gemerkt habe.
00:12:55: Wir
00:12:55: sind dann einfach ganz schnell aus der Stadt raus waren eher auf dem Weg Richtung Polen Und das war die richtige Entscheidung.
00:13:03: Ja ich hatte mir jetzt noch überlegt dass ich Sie haben jetzt gerade gesagt Sie haben ihre Seele
00:13:09: Nachkommen
00:13:10: lassen.
00:13:11: Da habe ich natürlich als Theologe hellhörig geworden, weil es gibt unterschiedliche Weisen wie man das Wort Seele benutzen kann.
00:13:17: aber ich wollte zumindest nachfragen was sie denn meinen mit Seele wenn Sie von ihrer Seele sprechen?
00:13:23: Mein innerstes meine all das was sich in mir angestaut hat der mein innersten traumatisches.
00:13:30: Traumatisches im Sinne von Wie in der ukraine Todesangst.
00:13:35: Traumattisches aber auch im Sinne dass ich mich in meinem Beruf immer wieder mit traumatisierten Menschen, Kindern auseinandersetzen.
00:13:46: Aber in diesen Momenten immer funktionieren muss und das auch was mit meiner jetzt sage ich es wieder Seele macht.
00:13:51: Ich habe tatsächlich auch politische Philosophie in Teilen studiert.
00:13:54: Ich sollte eigentlich eine bessere Definition von Seele verraten haben aber ich kann das einfach wirklich nur als ... Das was ich in meinem innersten Kern bin und was ich fühle und da wo sich eben diese Diese Erlebnisse und diese Teilen eben auch traumatischen Begegnungen irgendwo festsetzen, verankern in mir.
00:14:16: Ich glaube es ist ja vielleicht auch das Schöne an dem Wort Seele dass sich der Definition erstmal so ein bisschen entzieht.
00:14:22: man kann natürlich dann von Platon was für sich die Substanz der Seele aber das ist eher abstrakt und weit weg und wir benutzen das sehr oft im Umgangssprachlichen um etwas zu sagen was wir eigentlich nicht anders ausdrucken können nämlich wie sie es jetzt versucht haben.
00:14:34: Das innere unseres menschlichen Seins Ja.
00:14:39: Was ist das?
00:14:39: Sind wir Körper, sind wir Seele oder ein gemeinsames?
00:14:42: Und auf jeden Fall erleben wir alle so was wo wir berührt werden können auch
00:14:45: wahrscheinlich.
00:14:47: So ähnlich habe ich sie jetzt verstanden.
00:14:48: Auf jeden Fall und es der Ort wo sich eben dieses potenziell dramatische abspeichert natürlich auch die schönen die wundervollen Begegnungen dir auch Kraft geben die mich auch immer wieder zurückkehren lassen.
00:14:58: aber egal was ich dort erlebt hab in welcher Formen oder in welche Ausprägung man muss sich Raum geben um zu verarbeiten Und das habe ich lange nicht getan.
00:15:32: Nur sind sie ja Reporterinnen und Reporterinnen suchen nach den guten Geschichten, wollen immer gute Geschichten.
00:15:38: Brauchen Sie auch für Ihren Beruf jetzt völlig ohne Wertung?
00:15:42: Und dann hat sich denn durch dieser Lebens der Ukraine oder vielleicht auch andere in ihrem Vorgehen bei der Arbeit etwas geändert?
00:15:49: Oder ist es dann einfach letztendlich doch der Weg zur guten Geschichte gewesen?
00:15:55: und das braucht halt einfach dieses Risiko damit die... Die gute, was auch immer das bedeutet, können Sie gerne erklären.
00:16:01: Was Sie darunter verstehen, Geschichte zustande kommt?
00:16:03: Also auf den Raketenangriff und diese gute Geschichte hätte ich tatsächlich verzichten können.
00:16:09: Auch wenn ich natürlich immer bin da immer gerne gute Geschichten erzählt.
00:16:12: Darauf hätte ich sehr, sehr gerne persönlich verzichtet.
00:16:15: Darf
00:16:15: ich nur ganz gut angucken?
00:16:16: Das verstehe ich und glaube ich Ihnen auch.
00:16:17: Aber gleichzeitig lebt ja das, was Sie jetzt machen schon von solchen Erlebnissen nicht.
00:16:23: vielleicht dass die Dreck neben Ihnen einsteckt aber... Sie gehen ja da hin, also insofern so richtig verzichten können sie ja eigentlich nicht drauf dann wenn sie Kriegsreporterin sind.
00:16:33: Aber mein großer Wunsch ist, wenn ich vor Ort bin und das versuche auch mit meiner Arbeit und ich glaube da hat sich schon so ein Weg für mich entwickelt.
00:16:41: Ich war vor zehn Jahren eine andere Sophia die andere Schwerpunkte gelegt hat Menschen vor Ort anders begegnet ist, die weniger das große Ganze gesehen hat im Sinne von wie beeinflusst auch unsere Politik.
00:16:55: Die Realität dieser Menschen.
00:16:56: Also ich glaube, ich war früher unbedarfter vielleicht ein bisschen naiver und durch all diese Erlebnisse, die ich selbst erlebt habe, vor allem durch viele Begegnungen, glaube ich dass ich heute auf jeden Fall eine andere Reporterin bin.
00:17:11: Menschen anders begegne Und mein großer Wunsch zu erzählen, oh guck mal in welcher Lebensgefahr bin ich hier?
00:17:18: und diese Geschichte zu erzähln.
00:17:20: Sondern mein Wunsch ist die Realitäten dieser Menschen sichtbar zu machen, die wie ich finde im deutschen Diskurs eine immer geringere Rolle spielen in unseren Debatten und ich meinem Privileg nutze vor Ort bin, diese Menschen mir ihr Vertrauen schenken.
00:17:35: Das Glück habe dann, diese Geschichten nach Deutschland zu tragen.
00:17:38: Das ist mein Anspruch!
00:17:39: Mein Anspruch ist weder zu zeigen, guck mal wie gefährlich oh mein Leben ich bin ja die taffe Kriegsreporterin noch es meinen Anspruch die große Geopolitik zu erklären.
00:17:48: Mein Anspruch ist die Geschichte der Menschen zu erzählen.
00:17:51: Aber lebt nicht die Aufmerksamkeit die sie für die Geschichten auch bekommen?
00:17:54: Auch davon dass Sie sich selbst eben in dieser Gefahr begeben?
00:17:58: Also das glaube ich gehört einfach dazu.
00:18:00: Es ist eine Gefahr und man muss immer neu entscheiden, bin ich bereit mich dieser Gefahr auszusetzen und das tue ich auch jedes mal wieder.
00:18:11: Und natürlich macht es auch Sinn in Teilen diese Gefahr darzustellen damit die Menschen hier in dem Fall Deutschland weil es ist mein Publikum auch verstehen in welcher konstanten Gefahr die menschen verort leben.
00:18:24: Ich bin Weiße Europäerin, die mit ihrem Pass sagt, Mensch ich gehe jetzt mal nach Afghanistan nach der Taliban-Machtübernahme oder ah es hat es gestürzt.
00:18:34: Ich fahre mal nach Syrien oder ich bin im Camp im Libanon oder in Palästina aber ich... Sag danach zwei, drei Wochen wieder okay, tschau Leute.
00:18:43: Ich fahre jetzt wieder nach Hause und bin in meinem sicheren schönen Bett.
00:18:47: Diese Menschen vor Ort leben in dieser konstanten Gefahr die ich euch hier gerade vermittel an meinen Beiträgen meiner Arbeit.
00:18:54: Und da hingehen ist es wichtig auch zu zeigen wie gefährlich es vor Ort ist.
00:19:00: Was ist Ihnen eigentlich Ihr eigenes Leben wert im Vergleich zur guten Geschichte oder der Aufmerksamkeit auf diese Region lenken können?
00:19:09: Also mein eigenes Leben ist mir auf jeden Fall sehr viel wert.
00:19:12: Ich liebe das Leben, weil ich bin eigentlich ein sehr lebensfroher Mensch.
00:19:17: Ich möchte auch leben unbedingt und ich möchte meinen Leben nicht leichtfertig aufs Spiel setzen.
00:19:24: Ich glaube wenn man dann in diesen Situationen vor Ort ist – und ich habe diesen Begriff vorhin schon mal verwendet – man ist in einem Funktioniermodus Wenn ich mir vor Ort ständig klar machen würde dieses Bewusstsein hätte dass sich hier gerade an diesem Ort die Wahrscheinlichkeit größer ist, getötet zu werden als wenn ich jetzt Zuhause in meiner Wohnung in Deutschland bin.
00:19:45: Dann könnte ich nicht vor Ort sein.
00:19:47: das muss Ich ganz ehrlich sagen.
00:19:49: man packt es wirklich weg.
00:19:50: also das ist so eine Realität Es ist eine Wahrheit Das ist ein Erkenntnis Die wird weggepackt und dann Bin ich einfach vor Ort und mach mein Ding.
00:19:57: So anders funktioniert das nicht.
00:20:00: Aber An sich ist mir mein Leben schon viel wert.
00:20:02: Das habe ich mir gedacht.
00:20:04: das geht ja eigentlich auch gar nicht anders außer man ist Lebensmüde, was sie offensichtlich nicht sind.
00:20:10: So sehen Sie zumindest nicht aus.
00:20:11: Man weiß das nicht, man kann den Leuten nicht in die Seele gucken aber es wirken überhaupt nicht so.
00:20:15: Aber wenn Sie sagen ja ihr Leben ist Ihnen natürlich viel wert, Sie wollen gerne leben und Sie müssen das schon auch wegpacken stellt sich für mich trotzdem um an die Frage warum begeben Sie sich dann diese Situation?
00:20:24: Also sie ist es klar.
00:20:26: man kann manche sagen eben manche Reporter sagen sie wollen eben die beste Geschichte von allen erzählen.
00:20:31: Das ist offenbar ja nichts sondern sie haben's vorher schon ein bisschen anders beschrieben.
00:20:37: Machen Sie nicht so eine Abwägung und denken sich, also ist es mir das wirklich wert?
00:20:41: Weil auch wenn sie im Modus selbst das irgendwie wegpacken können gibt es ja sicherlich die Momente, sei es dann im Hotel.
00:20:46: Sei es wenn sie wieder in Polen sind oder aus der Ukraine rausgereist oder in ihrer Wohnung wo's ihnen bewusst wird.
00:20:55: Es ist ne gute Frage!
00:20:57: Also es ist ja nicht so dass ich mir irgendwann gesagt habe als ich klein war, wenn ich groß bin, dann will ich Kriegsreporterin sein.
00:21:05: Um meine Motivation zu verstehen, muss ich vielleicht ein paar Jahre zurückgehen.
00:21:09: Wenn das in Ordnung ist?
00:21:11: Ich habe damals eine journalistische Ausbildung gemacht und Volontariat.
00:21:15: So nennt man das zur Zeit der sogenannten Flüchtlingskrise.
00:21:19: Ich sage so genannte weichte Begriff per se schon ablehne weil er einfach Menschen die fliehen direkt mit was negativ nämlich einer Krise assoziiert.
00:21:27: aber die Menschen kennen diesen begriff.
00:21:29: und damals zwei tausend fünfzehn zweitausendsechzehn hab ich diese ausbildung gemacht Und ich fand es so schrecklich, weil es die Zeit war als sich der Diskurs in Deutschland verändert hat und Menschen mit Migrationshintergrund geflüchtete Menschen immer mehr entmenschlicht wurden oder die Debatten versachlicht wurden.
00:21:48: Ich war da damals in dieser Ausbildung bei diesem Online-Medium und ich fand das so schräglich und habe dann gesagt, nee, ich will das nicht!
00:21:56: Ich will nicht diese Art von Berichterstattung machen, vor allem ich will doch erst mal vor Ort sein.
00:22:00: Ich will doch sehen was bedeutet Flucht?
00:22:01: Wie geht es den Menschen?
00:22:02: Warum fliehen die und bin dann auf eigene Faust nach Kriechenland?
00:22:05: Habt ihr Ausbildung
00:22:06: abgebrochen?".
00:22:07: Und das war für mich ein sehr wichtiger Startpunkt.
00:22:09: Ich hab dann sehr viel Zeit in Kriechenlern verbracht und habe dort diese Menschen kennengelernt, die geflohnt sind aus Syrien, Afghanistan, Irak, Libanon ... Und ich erzähle das etwas ausführlicher, weil sich daraus wirklich diese intrinsische Motivation bei mir gespeist hat.
00:22:24: Dass ich dann auf eigene Faust teilweise auch, im Sommerferien in Irak bin, ein Jahr später auf eigene Faus in den Nimanon, weil ich sehen und verstehen wollte.
00:22:34: Und nochmals dieses Wort, weil es sehr wichtig ist mein Privileg nutzen wollte, sprich, das war eine sehr natürliche Entwicklung.
00:22:43: Ich habe nicht gesagt, ich will jetzt ne krasse Kriegsreport dabei sein!
00:22:48: Was wollten sie da sehen?
00:22:50: Sie wollten sehen, wie es vor Ort ist oder dem Menschen wirklich geht.
00:22:54: Es gibt durchaus Möglichkeiten das von hier zu... Beobachten zu lesen, Leuten zu folgen.
00:22:59: Es gibt ja auch andere, die so ähnliche Arbeit machen.
00:23:01: Hätte man ja auch versuchen können von zu Hause zu verstehen um nochmal die Motivation genauer
00:23:06: zu verstehen?
00:23:06: Ja ich wollte schon im Beitrag leisten in einem Diskurs und einer Debatte den ich zunehmend als schwierig empfunden habe weil ich eben das Gefühl hatte dass auch Teile der Berichterstattung sehr einzeitig sind entmenschlichen sind und eben nicht das große Ganze sehen.
00:23:20: Und um da einen wirklichem Beitrag als Journalistin aber auch als Mensch zu leisten muss man vor Ort sein und muss mit den Menschen sprechen.
00:23:30: Und diese Geschichten nach Deutschland tragen, da bringt es mir nicht irgendwo in der Redaktion der München zu sitzen oder irgendwelche Behauptungen zusammenzuhacken oder irgendwelschen Leuten auf Social Media zu folgen.
00:23:40: also ich will ja im Anspruch als Journalistin einen Beitrag in diesem Diskurs leisten und dafür muss Ich verurteilen.
00:23:48: Sie haben jetzt ja schon erzählt, sie waren in den Griechenland.
00:23:52: Unter anderem in Idomeni, in dem gefürchteten Lager und da kommt in ihrem Buch auch vor dass die dann Norbert Blüm getroffen haben.
00:23:58: Manchen heutzutage muss man vielleicht Norbert blüm erklären also ehemaliger CDU-Politiker lange Jahre Minister für Arbeit und Soziales mittlerweile auch gestorben.
00:24:08: Ich erwähne es nur deswegen weil sie dann sagen der immer auf das C in der CDU behaft hat.
00:24:16: Und das interessiert mich, weil da bin ich natürlich als hier christlicher Podcast und so weiter hängen geblieben, weil es mich interessiert hat was sie damit eigentlich meint oder was die denken dass er damit meinte, dass er auf diesem C in den CDU beharrt hat.
00:24:28: Also das hat er meines Erachtens zu Hundert Prozent bis zu seinem letzten Tag.
00:24:33: Norbert Blüm hat auf C in seiner Partei geacht und ist wirklich gelebt.
00:24:39: Ganz einfach gesagt, wenn es um Nächstenliebe geht... Wenn es darum geht den Menschen erstmal als Menschen zu begreifen Und nicht als Migranten und nicht als Krise und nicht Als Gefahr.
00:24:48: und wie auch wirklich große Teile dieser Partei der CDU und CSU über Mitmenschen sprechen Über Menschen mit Migrationshintergrund Geflüchtete da wird mir wirklich Angst und Bange und das hat mit christlich und Nächtenliebe überhaupt nichts mehr zu tun.
00:25:03: und Norbert Blüm hat das Eigentlich ist ein ganzes Leben lang gemacht.
00:25:08: Er ist früh damals mit meinem früheren Chef in den Sudan gereist, um dort auf die Lage aufmerksam zu machen.
00:25:15: Er war viel in den palästinensischen Gebieten.
00:25:17: Er waren Afghanistan unterwegs im Irak und es war ihm immer ein Anliegen diese Realitäten hier sichtbar zu machen.
00:25:23: Und zuletzt dann eben damals – da habe ich ihn kennengelernt – in dem geflüchteten Lager Idomeni an der griechisch-mazedonischen Grenze.
00:25:30: Da war er schon Anfang Achtzig und er hatte PR wirklich nicht mehr nötig.
00:25:35: Er war kein aktiver Politiker mehr, und er hat damals gesagt ich muss da jetzt hin!
00:25:39: Ich muss zu den Menschen.
00:25:40: Ich will sehen wie es denen geht, wie die dort leben und ausharren.
00:25:45: Und ich möchte mich meine Plattform Meine Diskursmacht nutzen um darauf aufmerksam zu machen Auf dieses Elend das dort auf europäischen Boden passiert.
00:25:55: Entschuldigung wo haben wir dann heute noch solche Politiker?
00:25:59: Aber dann haben sie ja ein sehr positives Bild vom Christentum, weil das war was ich so ein bisschen rausgezogen habe.
00:26:04: Also man kann ja... wir brauchen ja nur in die Gussaholzahl geguckt und es gibt ja ganz verschiedene Auslegungsarten dessen was es bedeutet christlich zu sein.
00:26:11: Ja aber dieser Norbert Blüm, Sie sagen Nächstenliebe haben Sie damit verbunden?
00:26:17: Die sind ja glaube ich im Bayern aufgewachsen ist ja ein katholisches Land immer noch auch wenn sich's... Vielleicht ein bisschen ändert heutzutage.
00:26:24: Ist Ihnen das in Ihrem Aufwachsen, wo begegnet dieses positive Bild vom Christen Tumas hier offenbar mit sich führen?
00:26:31: Ehrlicherweise nicht!
00:26:34: Ich komme aus einer Familie, wo ich glaube alle aus der Kirche ausgetreten sind.
00:26:39: Ich bin auch noch nicht besonders religiös erzogen worden aber es hatte eine Mama die mir genau diese Werte immer vorgelebt hat die am Ende, wie ich in meinem Empfinden schon auch nicht nur christliche Werte sind aber auch christliche werte und das ist vor allem Nächstenliebe Gutes für den anderen tun.
00:27:03: Meine Mama zum Beispiel hat da war ich jugendliche ehrenamtliche Sterbebegleitung gemacht.
00:27:09: also sie hat sich einfach umsonst über Jahre an die Betten von Menschen gesetzt weil die sonst niemand mehr hatten und sie in den Tod begleitet.
00:27:19: Ich werde nie vergessen, ich habe damals mein Abitur gemacht und meine Facharbeit über Hermann Hesse geschrieben und die Lyrik von Hermann-Hesse.
00:27:27: Und dann hat sie einen Mann, der Hermann Hessel geliebt hat und in seinen letzten Tagen vor dem Tod war diese Facharbeit vorgelesen.
00:27:35: Der war total glücklich!
00:27:36: Meine Mama hat auch lange in der Altenpflege gearbeitet.
00:27:39: wie gesagt sehr viel ehrenamtlich gemacht.
00:27:45: Ein Mensch und auch der wichtigste Menschen in meinem Leben davon abgesehen.
00:27:49: Und das, was sie mir vorgelebt hat, hat mich sehr geprägt auf jeden Fall.
00:27:53: Mein Bild vom Christentum ist, obwohl ich jetzt nicht religiös erzogen wurde oder groß geworden bin dahingehend schon ein positives im Sinne von Menschlichkeit leben, Nächstenliebe praktizieren.
00:28:07: Können Sie sich noch erinnern wie Sie es fanden als Jugendliche?
00:28:10: Dass Ihre Mutter diese Sterbebegleitung gemacht hat?
00:28:13: War das eher so, wow beeindruckend.
00:28:16: oder vielleicht hatte es auch was eher abschreckendes?
00:28:18: Weil man geht ja nicht immer ganz einfach mit dem Thema Tod und Sterben
00:28:22: um.
00:28:22: Ich war total beeindruckt, bin ich bis heute aber ich wollte eigentlich nicht so überwissen weil ich wiederum Mensch bin der unfassbare Angst vor dem Tod hat.
00:28:30: Passt jetzt vielleicht gar nichts zu dem, wo wir vorher gesprochen haben Aber ich bin auch ein totaler Hypochondrat.
00:28:35: Ich habe Angst vor Krankheiten.
00:28:37: Meine Schwester ist Ärztin Die lebt jeden Tag, ihr Leben im Krankenhaus.
00:28:42: Ich hab schon gefühlt lauter Krankheiten in meinem Kopf wenn ich nur ins Krankenhaus gehe.
00:28:47: Also da bin ich wirklich der komplette Gegenentwurf zu beiden auf verschiedenen Ebenen.
00:28:52: und deswegen habe ich so großen Respekt und hatte damals auch von meiner Mama dass sie das tut weil ich mich mit dem Tod gar nicht auseinandersetzen möchte.
00:29:03: Außer journalistisch offenbar, weil ich meine sie begegnet ja dem Tod in vielerlei Hinsicht wenn Sie diese Regionen fahren
00:29:09: Total, total.
00:29:10: Wir sind ein Unterschied, ob ich da verort bin und eben meine Selbstwirksamkeit auf meine Art und Weise leben kann.
00:29:16: Darum geht es ja sehr viel bei meiner Mama wahrscheinlich.
00:29:18: dann ist das Leben einer Selbstwirksamkeit auf anderer Ebene indem sie sagt Ich begleite hier einsame Menschen auf ihren letzten Tagen.
00:29:26: Das ist ihr Weg.
00:29:27: für mich wäre das unverstellbar.
00:29:29: aber ich habe da vor großen Respekt.
00:29:31: Interessanterweise kommen in ihrem Buch an manchen Stellen Zitate aus heiligen Schriften vor sowohl Alten Testament der Christen oder der Torah, wie man es jüdisch nennt.
00:29:41: Oder der Koran Neustestament, einmal bitte Darinama zitiert.
00:29:46: Da habe ich mich gefragt, warum ausgerechnet zitieren Sie die?
00:29:51: Weil ich glaube dem Leser und der Leserin auf einfachem Weg zeigen wollte ohne mit moralischen Zeigefinger Abhandlungen über Religionen zu halten, dass es in all diesen Religionen und in diesem Schriften Aufrufe zur Menschlichkeit und zur nächsten Liebe gibt.
00:30:12: Ich glaube das sollte einfach nur ein Stilmittel sein um an dieses Vereinende zu erinnern.
00:30:18: In vielen der Gebieten in die sie gereist sind vor allem im nahen bzw.
00:30:22: mittleren Osten spielt ja Religion auch eine große Rolle.
00:30:25: Man weiß nicht genau was ist Religion?
00:30:27: Was ist Kultur?
00:30:27: Was is Politik?
00:30:28: Ist alles durcheinander und würde keine Rolle spielen, wäre auf jeden Fall falsch.
00:30:33: Wie nehmen Sie das wahr?
00:30:34: Ist es eher etwas, was hinterlich ist, was den Konflikt verschärft?
00:30:38: Weil der Religion, wie wir wissen auch die Leute dazu führt, Dinge absolut als wahr anzunehmen oder in Positionen zu versteifen, die man ja als Außenstehender eher merkwürdig findet oder ablehnend... Oder hilft es den Menschen?
00:30:53: Also auf großer politischer, geopolitischer Ebene glaube ich, Religion ein weil sie von den Menschen eben falsch interpretiert wird, wie ich finde.
00:31:02: Auf jeden Fall ein Kriegstreiber im Kleinen erlebe ich es ganz anders.
00:31:08: Nehmen wir die Menschen in Gaza mit denen ich viel in Kontakt bin aber auch Freunde aus dem Libanon, die religiös sind.
00:31:15: Wie oft höre ich eine gewisse...wie formuliere ich das am besten?
00:31:22: Eine Überzeugung dass Gott schon weiß was richtig ist, dass Gott auf uns aufpasst.
00:31:29: In dem Fall Allah und das am Ende alles gut werden wird.
00:31:33: Eine meiner engsten Freundinnen.
00:31:34: die musste jetzt schon mehrfach fliehen im Libanon in diesem Kriegsgescheiten und lebt in diesem Viertel des von Israel zwangsevakuiert wurde und die Menschen vertrieben wurden.
00:31:45: Und ich spreche regelmäßig wie ein Set immer, Alhamdulillah uns geht es gut!
00:31:50: Das ist aber nicht dahin gesagt.
00:31:52: sie meint das aus tiefsten Herzen.
00:31:53: Ich bin so dankbar lieber Gott dass wir noch leben.
00:31:56: Uns geht es doch gut im Vergleich zu den anderen.
00:31:58: Danke dir Gott dafür.
00:32:00: und das ist etwas der sich sehr sehr oft erlebe.
00:32:03: und wenn wir auf Gaza gucken welche krauen die menschen dort seit Jahren erleben Ich erlebe in den Gesprächen oft, dass es der Glaube an ihren Gott ist, der sie wirklich am Leben erhält.
00:32:16: Also das muss ich noch mal sagen ihre Seelen am Leben erhalten.
00:32:20: und für mich als Mensch der nicht religiös ist stehe ich auch da ehrlicherweise zum einen mit großer Bewunderung und das berührt mich auch obwohl ich nicht religios bin finde ich das unfassbar berührend dass dieser Glaube diese Menschen über die Katastrophe tragen kann.
00:32:40: Sie haben es ja schon mehrmals gesagt, dass sie nicht religiös sind aber können Sie mit dem Begriff Gott nichts anfangen?
00:32:45: Also haben Sie so... Sie können sich nicht vorstellen das es so etwas gibt.
00:32:48: oder irgendwie glauben Sie an etwas könnte man auch fragen.
00:32:53: Also
00:32:53: ich werde nie vergessen, es hat sich so in mich reingeprägt.
00:32:55: In der Schule ... Ich weiß auch nicht warum.
00:32:58: dieser Mann spielte alle Gottesbeweise durch und ich werde niemals Trommers von Aquin vergessen weil unser Lehrer das damals so schön erzählt hat mit den Domino-Steinen.
00:33:08: Hoffe ich, sie nücken.
00:33:10: Ich weiß nicht, welchen Sie meinen, aber den kosmologischen oder welchen Gottesbeweis Sie meinen?
00:33:13: Der
00:33:14: Gottesbewald vom unbewegtem Bewegersprichs.
00:33:17: und das konnte ich mir damals so schön vorstellen.
00:33:19: man hat eine Reihe von Domino-Steinen und irgendwer muss ja damals den ersten Stein bewegt haben.
00:33:25: es hat mich ehrlicherweise damals schon nicht so recht überzeugt.
00:33:29: Ich glaube nicht an den einen Gott!
00:33:32: Ich würde mich aber auch nicht als Atheistisch bezeichnen wahrscheinlich eher agnostisch.
00:33:39: Ich glaube, dass da was ist.
00:33:44: Also eigentlich habe ich auch eine sehr große wissenschaftsliebende Seite in mir.
00:33:48: aber es gibt diesen anderen Anteil in mir und der möchte glauben das noch mehr ist und nicht alles nur mit dem Urknall zu begründen ist und dass es Schicksal gibt und nicht alle Zufall sind und Verbindungen zwischen Menschen gibt oder all diese Dinge die nicht zu erklären sind.
00:34:05: Sie sehen, ich bin da selber nicht so ganz gefestigt.
00:34:07: Aber als
00:34:08: liberaler Theologe würde ich natürlich sagen es gibt überhaupt kein Widerspruch zwischen Urknall und Religiosität weil man ja den Glauben hier um nichts verstehen muss dass er jetzt den Urknallen ersetzt sondern das er einfach das Göttliche oder wie man das Zeichen bezeichnen will da einfach zustande kommt da sozusagen so ein Vorschein gekommen ist und sich dann wie auch immer man das dann genau beschreibt und man sieht muslimisch jüdisch christlich oder ganz anders beschreibt, von uns erspürt wird auf diesen Wegen die unsere anderen Menschen vorgelebt haben.
00:34:37: Also ich würde da jetzt keinen Widerspruch empfinden.
00:34:41: Ich habe auch deswegen noch mal danach gefragt weil sie haben das ja schon an mehreren Stellen angedeutet ist es ja schon so.
00:34:46: eine gewisse Art von wie wir nennen sich jetzt vielleicht auch.
00:34:50: vielleicht nehme ich den Begriff der Nächsten lieber auf also Nächsten Liebe ist ihnen wichtig.
00:34:56: Das muss man nicht religiös sollten, kann man aus verschiedensten Gründen nächsten Liebe leben wollen aber gleichzeitig wenn man so ein bisschen abstrakt drüber nachdenkt ja kann man dazu den Punkt kommen warum eigentlich?
00:35:05: Also was ist das eigentlich?
00:35:06: Warum, woher kommt unsere Verpflichtung anderen Menschen liebend gegenüber zu treten?
00:35:10: Woher kommt?
00:35:13: menschenrechte kommen in ihrem Buch oft vor.
00:35:15: also die Idee der allgemeinen Menschenrechte ist ja auch unterschiedlich.
00:35:19: bekundbar bei einer starke Bekundungsweise ist ja dass man sagt naja allen Menschen kommt eine Würde zu.
00:35:25: Und diese Würde, was ist das?
00:35:26: Wenn man sagt in Christianland es die Ebenbildlichkeit Gottes also im Menschen zeigt sich dass göttliche in jedem Menschen ist es drin und das kann man dem anderen nicht wegnehmen.
00:35:35: wie auch immer.
00:35:36: deswegen ja christliches denken könnte ein Impuls für sowas sein aber es gibt natürlich andere.
00:35:41: Deswegen habe ich noch mal gefragt woher kommt das eigentlich dieser Impuls dem anderem Ja diesen nächsten liebe verfolgen zu wollen?
00:35:48: Ich glaube multikausal oder bei einiges haben wir gesprochen Die Mama als Vorbild Das zunehmende Bewusstsein über mein eigenes Privileg, dass ich eben nicht um meine Würde kämpfen muss.
00:36:03: Ich lebe ein Leben als Frau in Deutschland... ...ich hab alles!
00:36:09: Ich musste nicht mit irgendeinem Staat darüber diskutieren.
00:36:12: Ich muss mich um meine Frauenrechte hier kämpfen.
00:36:17: Ich leb in einem System wo mir diese Würde zuteil wird und das so in dieser Absolut halt spüre, konnte ich erst durch das Erleben vor Ort an diesen Orten wo es keine Selbstverständlichkeit ist.
00:36:33: Und das habe ich einfach sehr bewusst wahrgenommen und das hat bei mir dazu geführt dass ich möchte nicht sagen diesen Kampf höre weil ich bin Journalistin aber dass ich meinen Beitrag leiste.
00:36:46: und ich weiß mein Papa hat früher immer gesagt Was ich da eigentlich mache und du kannst auch nicht die Welt retten, Sophia.
00:36:52: Vor allem was ich damals dieses Volontariat dann diese journalistische Ausbildung abgebrochen habe.
00:36:56: das hat nicht nur zur Freude geführt Und ich hab zu gesagt Papa also ich weiß Ich kann nicht die welt retten Aber es kann meinen Beitrag leisten.
00:37:05: und ich glaube wenn Nehmen wir so einen beitrag aus einem einfach nur aus dem kriegischen geflüchteten lager wo man zeigt wie die kinder dort leben Wenn das nur bei einem lesen aber einem zuschauer Dazu führt, dass er nochmal neu nachdenkt.
00:37:20: Neu in sich rein fühlt und vielleicht doch noch diese kleine Insel der Empathie entdeckt die überlagert ist eben von diesen verroten Debatten, die ja auch zu verrotem Gedanken führen.
00:37:33: Dann hat es sich für mich schon gelohnt.
00:37:37: Ich glaube, in ihrem Buch kommt auch der Begriff der Haltung vor.
00:37:40: Das ist Journalismus mit Haltung oder ich habe es irgendwo in einem anderen Podcast gehört, in dem Sie eingeladen waren und darüber gesprochen haben.
00:37:46: Wenn das das ist was sie für sich annehmen würden?
00:37:49: Was ist das denn eigentlich auch so eine Haltung?
00:37:50: also wie beschreibt man sowas?
00:37:53: Ja es wird eher... Es ist so dass ich in der Vergangenheit öfter mir vorgeworfen wurde, dass ich zu aktivistisch sei oder eben dann auch Haltungsjournalismus der irgendwie zwischen auch recht negativ besetztes.
00:38:04: dieser Begriff.
00:38:06: Und die einzige Antwort, die ich darauf ergeben kann wenn Aktivismus oder wenn Haltung oder wie auch immer wir es nennen wollen bedeutet sich für die Unverhandelbarkeit von Menschenrechten, Frauenrechten und Menschenwürde von internationaler Weltordnung und Völkerrecht einzusetzen.
00:38:24: Darauf zu pochen ganz klar zu benennen, wenn all das nicht eingehalten wird.
00:38:30: Wenn das zu viel Haltung ist dann bin ich super gerne eine Haltungsjournalistin.
00:38:35: Ich bin nicht der Ansicht dass es... Also ich glaube es ist eigentlich Bürgerpflicht.
00:38:40: Ich glaube es is Pflicht eines jeden Menschen egal ob ich Journalistin bin oder nicht.
00:38:44: aber ich finde es auch Pflicht im Journalismus irgendwo ja auch die vierte Gewalt zu sein macht kritisch zu sein unrecht zu benennen und das ist für mich Journalismus und so versuche ich, ihn zu leben.
00:38:57: Nun kommt in Ihrem Buch ja wirklich viele grausame Dinge vor.
00:39:00: wie haben Sie jetzt schon mehrmals auch die Kinder erwähnt?
00:39:01: Also ich hatte es beim Lesen auch das Gefühl dass es einen Schwerpunkt darauf gibt, dass es Leid von Kindern thematisiert wird, dass sie erzählen welchen schwierigen bis sehr schlimmen Situation sich den Kindern begegnen.
00:39:14: Also all diese Dinge kommen vor.
00:39:15: Und gleichzeitig wollten sie das Buch offenbar nicht ohne Hoffnung beenden, weil das letzte Kapitel trägt in der Kapitelüberschrift Das Wort Hoffnung und da gibt es ein Zitat Der Mensch ist Mensch.
00:39:26: Darin liegt unsere Hoffnung.
00:39:28: Ja vielleicht können Sie was erzählen über dieses Zitat.
00:39:30: Wie kam es zu diesem Zitat?
00:39:31: Was bedeutet das Zitat ?
00:39:35: Ja ich wollte es aber nicht nur mit Hoffnung Beenden Weil sich gut liest Sondern weil ich sie wirklich in mir trage.
00:39:41: also das einmal vorweg Ich war, während ich dieses Buch geschrieben habe mit meinem Papa in der Oper hier in München.
00:39:48: Ich bin jetzt nicht so die Opergängerin aber mein Papa sehr gerne und dem Begleitemann auch.
00:39:52: Mein Papa ist schon über achtzig.
00:39:54: Und es dann so gemeinsame Zeit und er hat mich in diese Oper mitgenommen, die zurzeit das Nationalsozialismus spielt.
00:40:01: Es gibt eine Szene wo Frauen... die jüdische Frauen, die von der Zwangsarbeit zurück in die Baracke kehren Haltet aus, haltet aus auch in dieser Hölle.
00:40:13: Und dann gibt es eine Protagonistin und eine Frau, die heißt Martha – auch eine jüdische Frau, der von der Zwangsarbeit zurückkehrt.
00:40:20: Sie sagt nachdem der Chor gesungen hat «der Mensch ist doch ein Mensch».
00:40:25: Darin liegt unsere Hoffnung!
00:40:28: Ich kann das gar nicht genau beschreiben.
00:40:29: Bei mich war es damals in diesem Moment geschehen im Sinne von, ich dachte mir ja ... Der Mensch ist doch ein Mensch.
00:40:35: Das ist doch sehr, sehr wichtig!
00:40:36: Weil... Das habe ich weggelassen, ja.
00:40:37: Gut,
00:40:38: dass Sie's noch mal betun.
00:40:39: Ist gar nicht schlimm weil wenn ein Mensch wie Martha die das grausamste erlebt hat und in diesem KZ ist sagt ihre Hoffnung ist der Mensch.
00:40:54: Also wenn sie das kann, dann finde ich ist es eigentlich auch Pflicht von allen anderen.
00:40:57: Und Marta ist in dem Fall eine abstrakte Figur aber ich habe ganz viele Martas in dieser Welt getroffen.
00:41:05: Ich werde nie vergessen dass ich nach dem siebten Oktober nach Israel und im Westjordanland bin.
00:41:10: zwei ganz kurze Begegnungen, die eine war mit einer freigelassenen israelischen Geisel Magalit und ich durfte sie treffen und interviewn.
00:41:19: Und ich habe sie gefragt ob sie noch einen Frieden glaubt?
00:41:23: Sie hat zu mir gesagt als eine Frau in den Tunneln der Hamas war und befreit wurde.
00:41:27: Sie hat so mir gesagt dass ihr einen Friedenglaubt.
00:41:32: Frieden macht man mit Feinden und nur wenn es diesen gibt wird das allen gut gehen.
00:41:37: Auf der anderen Seite habe ich einen Mann Arbeit im Westjordanland getroffen, das eine Familie von radikalen Siedlern wenige Tage nach dem siebten Oktober getötet wurde.
00:41:47: Und er hat ähnliche Worte verwendet auch.
00:41:49: Er hat gesagt, der einzige Weg ist Frieden und er glaubt da dran.
00:41:52: Also Menschen die das schlimmst Mögliche erlebt haben und trotzdem an Frieden glauben und in dem Sinne eben an den Mensch glauben dass der Mensch In der Lage ist Frieden zu stiften, dass er nicht nur zerstört sondern auch heilen kann.
00:42:07: Dass er Nächsten, die mit Menschlichkeit lebt, so Empathie in der Lage isst und ich glaub da auch fest dran.
00:42:14: Das wär jetzt nämlich die nächste Frage gewesen was diese Hoffnung ist von der sie hier gesagt haben Sie wollten es nicht nur im Buch haben Sonst tragen sie ja auch in sich.
00:42:20: Also ist das eher ein umschimpfter positiver Weltbezug sag ich mal etwas abstracht also dass man denkt Es kann wieder besser werden oder richtet sich auf etwas Konkretes also Hoffnungen eben auf oder was auch immer sein könnte.
00:42:33: Also ich glaube, das Entscheidende für mich ist, worauf speist sich das?
00:42:36: Weil man kann ja sagen hey Sophia du erlebst ja nur die schlimmsten Dinge vor Ort Du bist in Kriegsregionen, Krisenregionen Die Menschen haben Angst vor dem Bomben am Himmel Haben kaum zu essen und alles ist schrecklich Und das versuche ich auch im meinem Buch zu beschreiben.
00:42:52: Gerade an diesen Orten habe ich so viel Und ich weiß, es klingt vielleicht erstmal seltsam.
00:42:58: Aber es ist genauso so viel Schönes in der menschlichen Begegnung erlebt wie ich es hier auf deutschen Straßen ehrlicherweise weniger erlebe.
00:43:07: Ich habe erlebt dass Menschen die kaum noch was haben viel mehr bereit sind zu teilen.
00:43:13: Ich werde das nie vergessen, ich war damals viele Monate in diesem Lager, dass sie aus dem Nichts entstanden ist.
00:43:17: Die Menschen hatten erst mal gar nichts.
00:43:19: Sie hatten ein Zelt im besten Fall und dann hat sich da so nach und nach eine kleine Infrastruktur entwickelt und jemand hat Feuer gemacht oder hatte einen Gaskocher, der nächste hatte ne Pfanne, der andere davon irgendwo her, ich weiß nicht Gemüse oder nen Tee.
00:43:30: und es war immer so, komm Sophia isst mit uns trinkt mit uns also Menschen die kaum was haben So viel...so sehr in der Lage waren zu teilten mit Menschlichkeit zu leben.
00:43:42: Das ist nur ein Beispiel, das erlebe ich immer und immer wieder an diesen Orten.
00:43:48: Und wie kann ich da nicht hoffnungsvoll sein?
00:43:50: Wenn ich sehe und spüre in der Liebe zu was der Mensch in der Lage ist auch... ...in der eigentlichen
00:43:56: Hoffnungslosigkeit.".
00:43:58: Wenn Sie es noch nicht gemacht haben, bewerten sie den Podcast bitte.
00:44:11: Am besten fünf Sterne geben auf Apple-Podcast oder Spotify oder wo auch immer Sie dem Podcast
00:44:16: hören
00:44:16: und schreiben Sie uns wenn Sie Anmerkungen haben, wenn Sie Fragen haben oder wenn Sie einen Gast vorschlagen wollen an podcastatchrismon.de
00:44:24: Und folgen
00:44:24: Sie Chrismon
00:44:25: auf Instagram um immer ab to date zu sein.
00:44:27: Bis zum
00:44:27: nächsten Mal
00:44:28: bleiben Sie mutig.
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